Carnarvon - Ningaloo Reef (23. - 30.)

23.04.07 Carnarvon - Coral Bay

Wir hatten den Rest unserer Wäsche gestern draussen hängen lassen. Nach dem Aufstehen stellten wir fest, dass sie wieder feucht geworden war und deshalb noch einige Zeit hängen gelassen werden musste. Wir frühstückten zusammen mit Karin und Tinu und plauderten dabei über alles Mögliche. Nach dem Frühstück und dem Abwaschen war auch unsere Wäsche trocken und wir konnten sie von der Leine nehmen. Es stellte sich heraus, dass auch ein weiteres Paar gleich nebenan aus der Schweiz kam und wir tauschten unsere Erfahrungen aus. Um ca. 11.00 Uhr verabschiedeten wir uns von Karin und Tinu und fuhren ca. 250 km nach Coral Bay. Unterwegs kam uns ein Adventure Camper entgegen mit nur einer Person besetzt, so dass wir annahmen, es handle sich um den Ersatzwagen für die Beiden. In Coral Bay eingetroffen, checkten wir im Campingplatz ein und machten uns anschliessend auf den Weg zur einzigen Tauchschule. Wir waren etwas enttäuscht über das "magere" Programm der Schule. Da die 16 Plätze für morgen schon ausgebucht waren, meldeten wir uns für Mittwoch für zwei Aussenrifftauchgänge an. Am Donnerstag werden wir via Cape Range NP nach Exmouth aufbrechen, wo wir hoffentlich noch ein paar Tauchgänge absolvieren können.

24.04.07 Coral Bay

Der trommelnde Regen auf unserem Dach begrüsste uns am Morgen früh. Da wir keine grossen Pläne für den Tag hatten, blieben wir weiter liegen. Der Regen wurde immer stärker. Seit 6 Monaten hatte Coral Bay keinen Regen mehr gesehen und ausgerechnet jetzt, da wir hier eingetroffen waren, musste er einsetzen. Wir frühstückten im Camper und checkten unser Handy auf neue Nachrichten. Tatsächlich waren einige SMS eingegangen unter anderem auch eines von Karin und Tinu, die uns informierten, dass die Übergabe es Fahrzeugs stattgefunden hatte und sie uns in Coral Bay Gesellschaft leisten würden.
Während einer kurzen Regenpause gingen wir bei der Tauchschule vorbei und bezahlten die Tauchtour, die für morgen geplant ist und wollten unseren Aufenthalt in Coral Bay um einen Tag bei der Camping Rezeption verlängern. Wir sahen, dass ein Apollo Adventure Camper parkiert war und dachten gleich, dass Tinu und Karin angekommen waren. Im Office begrüssten wir uns voller Freude und plauderten eine Weile, während ich die Verlängerung unseres Aufenthalts erledigte.
Danach richteten sich Martin und Karin gleich neben unserem Stellplatz ein. Wir machten es uns, unter unserem Vordach gemütlich, aber der Regen war so stark, dass wir beschlossen in unserem Fahrzeug eine Partie Yatzee zu spielen. Bei Bier, Spiel und Geplauder verging die Zeit im Fluge. Wir hatten viel zu berichten und zu lachen, obwohl das Wetter katastrophal war. Am frühen Abend nutzten wir eine weitere kurze Regenpause, um das Nachtessen zu kochen. Beat und ich stellten unseren Camper um, damit das Fahrzeug uns etwas Schutz vor dem Regen bot, der seitlich auf uns herabprasselte. Unser Vordach bot uns zu wenig Schutz (keine Seitenwände) und die Regenpause reichte nicht aus, um unser Nachtessen im Trockenen zu kochen. Danach erledigten wir unseren Abwasch, duschten, packten unsere Sachen für den Tauchausflug zusammen, riefen zuhause an, um Beats Papi zum Geburtstag zu gratulieren, und machten es uns anschliessend in unserem Camper zusammen mit Martin und Karin gemütlich. Wir guckten am Laptop unsere Homepage und eines meiner 4 Fotobücher an und plauderten bis spät abends. Es regnete die ganze Nacht pausenlos weiter. Die Vorfreude auf den morgigen Tag kam so gar nicht richtig auf.

25.04.07 Coral Bay

Nach dem Frühstück begaben wir uns um 7.50 durch den Regen zur Tauchschule. Dort wurde uns mitgeteilt, dass heute infolge des schlechten Wetters und der schlechtzen Sicht keine Tauchgänge stattfinden. Wir liessen uns den bereits bezahlten Betrag zurückerstatten und gingen zurück zum Campingplatz. Karin und Tinu staunten, dass wir wieder auf dem Campingplatz waren. Wir verabschiedeten uns noch einmal und erfuhren noch, dass bei ihrem neuen Camper der Kühlschrank nicht funktioniert. Sie fuhren dann in der Hoffnung auf besseres Wetter Richtung Karijini NP. Bei der Reception des Campingplatzes erkundigten wir uns über die aktuelle Wettervorhersage. Ab morgen soll es wieder schön werden. Nicole lernte bei einem Spaziergang eine Australische Familie kennen, die seit 10 Jahren um diese Zeit in Coral Bay Ferien macht und bis auf dieses Jahr hier noch nie Regen erlebt hatte. Wir verbrachten den Nachmittag mit faulenzen und lesen. Das Nachtessen genossen wir wie richtige Camper draussen unter unserem Vordach. Morgen fahren wir nach Exmouth und hoffen, dass die Wettervorhersage stimmt und wir am Ningaloo Reef doch noch ein paar Tauchgänge und etwas Sonne erleben dürfen.

26.04.07 Exmouth

Welch schöner Tag. Der Morgen zeigte sich noch sehr wolkenverhangen, aber liess erahnen, dass bald die Sonne durchdringen würde. Wir packten unsere Sachen zusammen und verliessen Coral Bay Richtung Exmouth, um unser Glück mit Tauchen, in Exmouth zu versuchen. Unterwegs erblickten wir ein Feld voller Termitenhügel, ansonsten fuhren wir durch Buschland.
Der Himmel klarte immer stärker auf. Als wir Exmouth erreichten, schien die Sonne am stahlblauen Himmel. Wir checkten gleich für 5 Nächte ein und richteten uns auf unserem Stellplatz ein. Danach buchten wir im Exmout Diving Center Tauchgänge für die nächsten 4 Tage und hatten Glück, die letzten Plätze noch zu erwischen. Voll zufrieden spazierten wir ins Stadtzentrum (Dorfzentrum: ca. 9'000 Einwohner), gönnten uns ein Eis und spazierten dem Strand entlang zum Ningaloo Resort. Dies ist ein neues Hotel eingangs Exmouth mit wunderschöner Gestaltung und Blick aufs Meer. Hier sassen wir gemütlich ins Restaurant und tranken eine Diet Coke. Danach spazierten wir zurück zum Campingplatz, riefen Apollo an, um nachzufragen, ob wir den Service in Exmouth erledigen könnten. Leider war die Antwort negativ. Wir einigten uns darauf, dass wir den Service in Karratha machen lassen ca. in 1.5 Wochen. Dann stürzten wir uns zum ersten Mal seit wir in Australien sind in die Badehosen und kühlten uns im schönen Pool des Campingplatzes. Welche Wonne und Freude das war. Wir kochten uns gemütlich das Nachtessen und legten uns früh schlafen, damit wir morgen um 5.45 Uhr ausgeruht und fit sind für die ersten zwei Tauchgänge am Ningaloo Reef.

27.04.07 Exmouth, Rifftauchgänge

Heute hiess es wieder einmal früh aufstehen, denn um 7.30 Uhr mussten wir bei der Tauchschule sein. Nach dem Fassen der Ausrüstung ging es ab mit dem Bus zum grosszügigen Tauchboot. Beim Boot war die Hilfe der Gäste gefragt und alle zusammen luden wir die Ausrüstung und die Pressluftflaschen ins Boot. Nach etwa einer Stunde Bootsfahrt hatten wir den ersten Tauchplatz erreicht. Wir machten uns bereit und sprangen nach dem Breefing ins Wasser. Die Sicht war mit ca. 10 m eher schlecht und der Tauchplatz bot zwar reichlich Fisch aber nichts wirklich Spektakuläres. Für den ersten Tauchgang war das für uns OK so. Der zweite Tauchgang bot ein unverändertes Bild. Korallenblöcke wechselten sich mit Sandflächen ab. Nach der Rückfahrt hiess es Tauchflaschen und Ausrüstung in den Busanhänger laden, Ausrüstung bei der Tauchschule vom Busanhänger laden, waschen und aufhängen.
Fazit des ersten Tauchtages:
Mässige Tauchplätze, grosszügiges Tauchboot, freundliche Guides, Getränke und kleine Zwischenverpflegung an Bord inbegriffen, Mithilfe beim Umladen der schweren Ausrüstung. Insgesamt haben wir von den Tauchplätzen etwas mehr erwartet.

Nach dem Tauchen quatschten wir noch mit zwei Schweizern, die auch auf dem Tauchausflug dabei waren. Zurück auf dem Campingplatz nahmen wir ein erfrischendes Bad im Pool und genossen eine Ananas. Nach dem Duschen und dem Abendessen gingen wir zeitig ins Bett, denn morgen müssen wir für die Walhaitour um 7.00 Uhr bei der Tauchschule sein. (http://www.exmouthdiving.com.au )

28.04.07 Exmouth Walhaitour

Welche Enttäuschung uns heute erwartete, wussten wir zum Glück um 5.15 Uhr, als wir aufgestanden waren, noch nicht. Wir erlebten einen wunderschönen Sonnenaufgang, assen unser Frühstück, packten unsere Sachen zusammen und marschierten zur Tauchschule. Für heute war die Walhaitour geplant.
Nach dem Verpacken und Verladen der Tauchausrüstung fuhren wir 40 Min zum Jetty und erhielten exakte Anweisungen, wie der Tag abzulaufen hätte. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt mit je 8 Teilnehmenden. Beat und ich waren der Gruppe 2 zugeteilt. Beim Jetty waren wieder alle Teilnehmenden aufgefordert beim Verladen der Ausrüstungen, Tanks und Verpflegung zu helfen. Kaum an Bord hiess es gleich, alles zu montieren und Tauchanzüge anzuziehen. Nach 20-minütiger Fahrt erreichten wir den Tauchplatz. Da die Walhaie per Flugzeug gesucht wurden und der Standort per Funk übermittelt wurde, durften wir nicht länger als 40 Minuten tauchen.
Die Sicht war mit ca. 5 m Reichweite sehr schlecht. Der Tauchplatz eher uninteressant, obwohl er hoch gepriesen wurde und auch als Manta Putzerstation gilt. Wir sahen jedenfalls keine Grossfische. Um die paar Korallenblöcke tummelten sich einige Riff-Fische. Die Highlights waren: Muräne, Blaupunkt-Rochen, Octopus. Niemand war traurig darüber, dass nach 45 Minuten der Tauchgang zu Ende war.
Zurück an Bord begann das Warten auf den Walhai im Standby-Modus. Dies bedeutete, dass wir den ganzen Tag im Neoprenanzug verharrten. Damit uns nicht langweilig wurde, servierten sie uns Crackers mit leckeren Dips und Gemüse-Sticks. Brav assen wir alles auf. Die Zeit verging und nichts tat sich, so wurden uns leckere Gummi-Bonbons serviert, die wir genüsslich verschlungen. Einigen an Bord war bereits übel, da der Seegang etwas unruhig war.
Damit wir nicht einschliefen, wurden wir zu einem Schnorchelplatz gefahren und konnten um einige grössere Korallenblocks herum schnorcheln. Wir hatten da noch die letzten Sonnenstrahlen, sehr gutes Licht und leicht unruhige See. Die Bewölkung nahm weiter zu und verdeckte die Sonne gänzlich. Ein leckerer Lunch mit ca. 7 verschiedenen Saläten, Fleisch und Brot wurde serviert. Gemütlich verzehrten wir die Leckereien und warteten weiter. Die Crew erledigte den Abwasch und bot uns an, einen neuen Schnorchelplatz anzufahren.
Mittlerweile war ein zweites Flugzeug gestartet, um die Walhaie zu erspähen. Auf dem Weg zum neuen Schnorchelplatz meldete eines der Flugzeuge, dass unweit von unserem Standort Mantas seien. Die Crew liess sich Zeit mit dem Entscheid, ob der Manta-Spot angefahren werden solle oder nicht. Plötzlich meldete ein Flugzeug den Walhai-Standort. Die Motoren heulten laut auf und wir preschten davon.
Die See war jetzt äusserst unruhig. Die Hälfte der Teilnehmenden hing bereits über der Reeling (Beat und ich waren völlig munter und wohl, mir passte das Schaukeln des Bootes). Nach ca. 20-minütiger Fahrt erreichten wir den Ort und sahen, dass bereits 4 andere Boote da waren und der Walhai abgetaucht war. Wieder war Warten angesagt.
Plötzlich kam Hektik auf. Alle mussten Schnorchel, Maske und Flossen anziehen und aufgrund der äusserst unruhigen See am Boden herumkriechen. Dann hiess es GO für Gruppe 1. Max. 4 Personen hatten Platz nebeneinander, um von der Tauchplattform in Wasser zu gleiten. Reinspringen war verboten. Das Boot wurde von den hohen Wellen hin und her geschlagen. Es war ein Kampf, Flossen wirbelten um die Köpfe, die Sicht wurde vom Flossenschlag beeinträchtigt und es war ein riesiges Durcheinander. Über die hohen Wellen hinweg zu schnorcheln und vorwärt zu kommen, war nicht einfach. Zudem konnte man den Guide kaum sehen, da er von den Wellen immer wieder verdeckt wurde. Der Walhai bewegte sich sehr rasch fort und tauchte immer wieder ab.
Dann war Gruppe 2 an der Reihe mit demselben Prozedere, jedoch wurden wir relativ weit weg rausgelassen, so dass nicht alle den Walhai sehen konnten. Das Boot lud uns alle wieder an Bord. Wir hechteten auf die Tauchplattform und wurden von den Wellen hin und her geworfen. Auf allen vieren kriechend, erreichten wir unsere Plätze.
Jedes der mittlerweile 6 Schiffe kam der Reihe nach dran mit einem zweiten Versuch, den Walhai zu erspähen. Die selbe Hetzerei ging erneut los. Ich war diesmal in Gruppe 1, weil jemand aufgrund der Seekrankheit nicht mehr mitschnorchelte. Es war ein äusserst kurzer Augenblick, um den Walhai zu sehen.
Dann hatte die Gruppe 2 noch zwei Versuche, aber verpassten den Walhai beide Male. Als sie zurück an Bord waren, wurde der Ausflug für beendet erklärt und wir traten die Rückreise an. Völlig enttäuscht über die Hetzjagd, das Prozedere und die kurze Sichtung erreichten wir das Jetty. Wir fuhren zurück, halfen beim Be- und Entladen, wuschen unsere Ausrüstung und kehrten zum Campingplatz zurück.
Unser Fazit für diese Walhaitour: Ein einziges Disaster und pure Abzockerei. NICHT empfehlenswert.
Wir duschten uns und gönnten ein Abendessen im Restaurant, um die Enttäuschung besser zu verdauen und einen gemütlichen Abend zu erleben.

29.04.07 Exmouth, Tauchen Murion Island

Nach der gestrigen Enttäuschung waren wir gespannt auf die Tauchgänge bei Murion Island. Um 7.30 Uhr waren wir beim Tauchcenter und ca. eine Stunde später gings mit dem Boot los. Das Boot war mit 20 Tauchgästen voll besetzt. Beim ersten Tauchplatz angelangt, machten wir uns bereit und sprangen ins Wasser. Schon nach kurzer Zeit war klar, dass die Murion Island ein wesentlich schöneres Taucherlebnis boot als die drei bereits besuchten Tauchplätze. Schöne Hart- und Weichkorallen und reichlich Fisch erwarteten uns. Wir waren zu viert in einer Gruppe mit einem Tauchguide und die Gruppe harmonierte gut. Nach einer kleinen Zwischenverpflegung und einer kurzen Fahrt zum nächsten Tauchplatz starteten wir den zweite Tauchgang. Erneut schöne Korallen, viel Fisch und ein paar grüne Schildkröten machten den Tauchgang zu einem weiteren positiven Erlebnis. Während wir uns bereits auf der Rückfahrt befanden, wurden wir mit einem feinen Mittagessen verwöhnt, Der Himmel war schon am Morgen bedeckt und jetzt begann es leicht zu Regnen. Zurück beim Tauchcenter wuschen und verstauten wir unsere Leihausrüstung und schwatzten noch ein wenig mit anderen Tauchgästen. Im leichten Nieselregen gingen wir zurück zum Campingplatz. Nach einer Dusche, einigen anderen Erledigungen und dem Nachtessen gingen wir früh zu Bett.

30.04.07 Exmouth, Rifftauchgänge

Heute war unser letzter Tauchtag am Ningaloo Riff. Den erste Tauchplatz kannten wir bereits vom ersten Tauchtag. Die Sicht war wieder schlecht, aber wir konnten unseren ersten Wobegong Shark beobachten, was diesen Tauchgang von den anderen unterschied. Den zweiten Tauchplatz kannten wir noch nicht. generell glich er aber allen bisher betauchten Plätzen. Abgesehen von den spärlichen Korallen konnten wir als Highlights dieses Tauchganges einen weiteren Wobegong Shark, ein Wesspitzenriffhai und eine Schildkröte beobachten. Zurück beim Tauchschop fragte uns Vyt, ob wir Lust hätten etwas zu Mittag zu essen. Wir hatten Lust und so plauderten wir beim Mittagessen unter anderem auch über seine geplante Türkei- und Ungarnreisen. Nicole konnte ihm ein paar Tips für Ungarn und die Türkei geben. Es stellte sich heraus, dass Vyt heute seinen 60. Geburtstag feiern konnte und er lud uns zum Mittagessen ein. Um 16.30 verabschiedeten wir uns und wir gingen zurück zum Campingplatz. Auf dem Campingplatz erledigten wir noch diverse Pendenzen und genossen den letzten Abend in Exmouth.