Esperance - Hyden/Wave Rock (11. - 15.)

11.04.07 Esperance - Albany

Der Tag begann regnerisch. Nach dem Frühstück plauderten wir eine Weile mit Judie und Rod aus Melbourne. Sie touren 10 Wochen mit ihren vier Kindern durch Australien. Später als erwartet kamen wir deshalb von Esperance weg. Unsere Haushaltbatterie lädt sich nur noch während dem Fahren auf. Wenn wir das Licht im Camper zu lange brennen lassen, ist die Haushaltbatterie entladen und wir sitzen im Dunkeln. Nicole ruft deshalb bei Apollo an un versucht die Reparatur in Albany zu organisieren. Da wir noch nicht wissen auf welchem Campingplatz wir übernachten werden, sollen wir später nochmals anrufen. Der Himmel klarte auf und wir erreichen den Campingplatz in Albany bei Sonnenschein. Wir rufen nochmals bei Apollo an und landen auf dem Anrufbeantworter. Ein erster Rundgang in Albany machen wir gleich nach der Ankunft. In einem Telstra Shop kaufen wir eine neue Prepaid Karte für das Handy. Die Abdekung von Vodafone, dem Anbieter der jetzigen Karte, konnte uns gar nicht begeistern. Es begann schon zu dämmern. Wir beschlossen, heute nicht mehr selber zu kochen und verpflegten uns ausswärts. Zurück auf dem Campingplatz machten wir noch unseren Interneteintrag und genossen den trockenen aber recht kühlen Abend. Von Apollo haben wir bis jetzt nichts mehr gehört.

12.04.07 Albany

Heute morgen rief uns Graham von Apollo an und informierte uns, dass ein Elektriker direkt mit uns Kontakt aufnehmen und vorbei kommen würde. Unsere Haushaltbatterie funktionierte nicht so, wie sie sollte und lud nicht auf, während wir Stromanschluss hatten. Deshalb löschte jeweils unser elektrisches Licht nach kurzer Zeit und wir standen im Dunkeln. Doug Zimmermann erreichte uns um 8h00 und testete die Geräte. Danach musste er nochmals zurück, um einige Dinge zu holen und die Batterie besser zu testen. Wir frühstückten derweil und ich arbeitete an meinen Fotobüchern. Leider konnte Doug den Apolloagenten Graham nicht erreichen, so dass er nur die Korosion an den Batteriepolen der Hauptbatterie entfernen konnte und unsere alte Batterie wieder installierte. Sobald er das OK von Apollo für den Batteriewechsel erhielt, würde er uns erneut kontaktieren. So konnten wir um 10h30 dann losfahren, um die Umgebung von Albany und die Middleton Beach zu erkunden. Zuerst besichtigten wir The Gap, ein 25 m tiefer Felseinschnitt, in dem die Gischt hochspritzt. Danach spazierten wir zur Natural Bridge und genossen von hier eine schöne Aussicht auf den angrenzenden Strand Cable Beach. Weiter ging es zum nächsten Aussichtspunkt und Leuchtturm. Als letzte Sehenswürdigkeit des Torndirrup NP besichtigten wir die Blowholes, zu denen ein kurzer und schöner Pfad hinabführte. Wir hatten tolle Ausblicke auf die umliegenden Inseln und den Peak Head (abgeschliffener Felsrücken). Leider war die See zu ruhig, so dass keine Gischt durch die Blowholes spritzte. Aber wir konnten das Aufprallen der Wellen unter den Blowholes sehr gut hören (donnerndes, grollendes Geräusch) und den Wind spüren.
Anschliessend fuhren wir zurück ins Zentrum von Albany und besichtigten die Brig Amity, ein originalgetreuer Nachbau des Zweimast-Segelschiffs von 1816. Die Brig Amity brachte am 25.12.1826 die ersten Siedler unter dem Kommando von Major Edmund Lockyer nach Western Australia zum Princess Royal Harbour und sank im Juni 1845 in Bass Strait. Die Inneneinrichtung und die Geschichten rund um die Brig Amity waren sehr interessant. Als nächstes fuhren wir zum Mount Clarence, von wo wir einen wunderschönen Ausblick über Albany und Umgebung genossen und viele Echsen sahen. Das letzte Highlight des Tages war der Marine Drive Scenic Path, den wir von der Middleton Beach aus erkundeten. Wir sahen erneut viele Echsen, zwei schwarze Kakadus und 7 Northern Brown Bandicoots.
Danach kauften wir bei Woolies (Woolworth) noch einiges ein, um unsere Lebensmittel wieder etwas aufzustocken und kochten uns ein leckeres Pouletcurry mit Gemüsereis.
Doug informierte uns, dass er morgen früh um 7h30 vorbei kommen und eine neue Batterie anschliessen würde.
Wir erledigten noch den Abwasch, den Homepage-Eintrag, duschten und legten uns früh schlafen. Morgen wird ein strenger Tag, da wir vieles noch bei schönem Wetter besichtigen wollen und fürs Wochenende sowie die nachfolgenden Tage erneut Regen angesagt ist.

13.04.07 Albany - Pemberton

Heute war früh aufstehen angesagt. Doug brachte uns um 7.30 Uhr wie verabredet die neue Haushaltbatterie und wir wollten den Tag möglichst gut ausnützen, da die Wettervorhersage für die nächsten Tage nicht allzugut aussieht. Unsere erste Station war der Williams Bay Nationalpark bei Denmark. Dort bestaunten wir die schöne Küste mit den Elephant Rocks. Die grossen, durch ie Brandung abgeschliffenen und geformten Felsen erinnern mit etwas Fantasie an eine Herde Elefanten. Den nächsten Stop machten wir im Valley of the Giants zwischen Denmark und Walpole. Wir genossen den Tree Top Walk in bis zu 40 m Höhe auf einer Konstruktion, die durch die Besucher dauernd in einer mehr oder weniger starken Schwingung gehalten wird. Die grossen Eukalyptusbäume brauchen in Bezug auf die Grösse, den Vergleich mit den Redwoods in den USA nicht zu scheuen. Weiter ging es durch schöne Wälder mit beeindruckenden Bäumen in Richtung Pemberton. Der Himmel war inzwischen wolkenbedeckt und zwischendurch gab es einige Tropfen Regen. In Pemberton angelangt besuchten wir den Gloucester Nationalpark mit dem berühmten Gloucester Tree. Der Gloucester Tree kann über Armierungseisen, die in den Baum geschraubt wurden, bis auf eine Höhe von 61 m bestiegen werden. Diese Gelegenheit liessen wir uns nicht entgehen. Wir bestiegen den Baum und genossen die herrliche Aussicht (glücklicherweise waren wir vom Tree Top Walk schon etwas höhengeprüft). Sicher am Boden angelangt fuhren wir Richtung Campingplatz beim Big Brook Dam. Bevor wir unser Nachtessen kochten, machten wir den 4 km langen Spaziergang um den See beim Damm. Der Campingplatz im Nationalpark füllte sich bis fast auf den letzten Platz, so hatten wir für die Nacht jede Menge Gesellschaft.

14.04.07 Pemberton - Bunbury

Um 8h15 nach unserem Frühstück fuhren wir los, um die Küste und das Gebiet um Margaret River zu erkunden. Den ersten Stopp legten wir bei der Hamelin Bay ein. Hier wurden wir vom Wind fast weggefegt, als wir die Düne hochspazierten und den tollen Ausblick genossen.
Danach ging es auf der Cove Road weiter bis zur Redgate Beach mit dem Schiffswrack Georgette, das bei ruhiger See schemenhaft gesehen werden sollte. Es liegt ca. 90 m vom Strand entfernt auf Grund. Bei uns war das Meer alles andere als ruhig und wir genossen den Anblick der heranrollenden Wellen und der hochspritzenden Gischt. Viele Surfer waren hier anzutreffen, aber während unserer Beobachtungsphase brachte kaum einer einen schönen Ride zu Stande. Hier konnte Beat fast fliegen, wenn er sich in den Wind drehte.
Die Strasse führte uns durch wunderschön bewaldetes Gebiet bis nach Margaret River. Hier besichtigten wir das schöne Städtchen und gönnten uns hausgemachtes Eis, während wir im Zentrum schlenderten. Danach kauften wir noch etwas Wein aus der Gegend ein.
Der nächste Abschnitt führte uns durch wunderschönes Weinanbaugebiet mit Reben, Weideland und weiteren hohen Eukalyptusbäumen. Den letzten Stop legten wir bei den Canal Rocks ein. Hier genossen wir den Anblick der tollen Felsformationen teilweise mitten im Meer und die an ihnen hochaufspritzende Gischt der grossen heranrollenden Wellen. Wir verharrten eine Weile hier und tranken etwas.
Danach machten wir uns auf nach Bunbury, um noch ein paar "ruhige" und sonnige Stunden auf dem Campingplatz zu verbringen. Wir hatten doch noch einiges zu erledigen, wozu wir Stromanschluss benötigten. Unsere Tagesprogramme sind bis auf die letzte Minute voll ausgereizt, so dass kaum Zeit zum Faulenzen bleibt.

15.04.07 Bunbury - Hyden (Wave Rock)

Nach dem Frühstück machten wir uns um ca. 8 Uhr auf Richtung Hyden. Zuerst tankten wir in Bunbury unser Fahrzeug und die Reservekanister mit Biodiesel auf (hoffentlich verträgt unser Fahrzeug diesen Saft!). Der Weg führte uns durch sehr trocken scheinende Weide- und Ackerflächen, die durch Eukalyptuswälder unterbrochen wurden. Überall waren Spuren von vergangenen Buschbränden zu sehen. Die Orte, die wir an diesem Sonntag durchfuhren waren fast menschenleer und hatten bis auf wenige Ausnahmen sehr schöne und saubere Restareas direkt im Ortskern. In Hyden angelangt, checkten wir auf dem Campingplatz ein und besichtigten den Waverock und Hippo's Yawn. Der Waverock ist eine wirklich beeindruckende Felsenfront, die auf ca. 150m Länge die Form einer ca. 6m hohen brechenden Welle hat.
Hippo's Yawn sieht aus wie ein überdimensionales Maul eines Flusspferdes. Nach dem ca. 2km langen Rundgang erledigten wir noch diverse Pendenzen und machten es uns auf dem Campingplatz gemütlich. Gegen Abend war der Platz fast ausgebucht. Zum Nachtessen genossen wir superzartes Kängurufilet, das wir auf dem Grill des Campingplatzes zubereiteten. Zum Essen waren wir froh über das grosszügige "Undercover Area", denn es regnete am Abend zeitweise ziemlich stark.