Flinders Ranges (3. - 6.)

3.04.2007 Adelaide - Hawker

Nachdem mit dem neu gekauften Modem am Vorabend noch keine Verbindung hergestellt werden konnte, stand ich am Morgen früh um 6.30 Uhr auf und probierte es noch einmal. Die Verbindung kam zu stande, ich konnte unsere Homepage aktualisieren und unsere Emails abrufen. Wir konnten also nach dem Morgenessen Richtung Flinders Ranges fahren und mussten den Telstra Shop nicht mehr aufsuchen. In Port Augusta machten wir einen Zwischenstop, kauften für die nächsten Tage ein, assen zu Mittag und tankten unseren Camper auf. Meine Schwester Jacqueline hatte heute Geburtstag und so versendeten wir schon mal ein SMS mit Geburtstagsgrüssen. Von Port Augusta aus, nahmen wir die Strasse nach Hawker, das Ziel unserer Tagesetappe. Die Strasse schlängelte sich durch malerische aber trockene Täler, bis wir schliesslich über den Pichi Richi Pass eine weite Ebene erreichten, an deren Horizont sich recht stattliche Berge erhoben. Durch diese Gegend von Port Augusta bis Quorn fuhr die Pichi Richi Railway, die für touristische Zwecke in diesem Abschnitt noch mit alten Dampflocks befahren wird ( Pichi Richi Railway ). In Hawker angelangt, machten wir es uns auf dem Flinders Ranges Campground gemütlich und erledigten noch diverse Arbeiten (abwaschen, Wäsche waschen, etc.), damit wir morgen startklar für die Flinders Ranges sind.

4.04.2007 Hawker - Wilpena

Grrr, war etwas kühl am Morgen. Wir heizten kurz ein und beeilten uns anschliessend mit Frühstücken, Anziehen und Zusammenpacken. Um 8h30 verliessen wir den Campground bei Hawker und fuhren zum Visitor Centre des Flinders Ranges Nationalparks. Hier checkten wir uns für eine Nacht im Campground von Wilpena ein. Wir bezogen unser Site, packten unsere Hüfttaschen und machten uns auf, den St. Mary's Peak zu erklimmen. Auf dem Sattel trafen wir Silvia und Emil, die seit 18 Jahren in Australien leben und in den vorzeitigen Ruhestand getreten sind, um noch einige Reisen zu unternehmen. Wir informierten sie über unser Wandervorhaben und die Site-Nummer, so dass wir uns abends wieder sehen konnten.
Oben auf dem Peak hatten wir eine tolle Aussicht über Flinders Ranges. Da wir etwas knapp an Zeit waren, rasteten wir nur zum Fotografieren und machten uns gleich wieder auf, um noch vor der Dunkelheit wieder auf dem Campground zu sein. Die Tour war mit 9 h und 21.5 km angegeben. Wir hatten einige Kletterpartien zu bewältigen und mussten über sehr steinige Wege wandern, was unser Tempo etwas drosselte, aber nach 6h30 hatten wir es geschafft und erreichten wohlbehalten den Campground. Nach einer Flasche Wasser und einer Dusche fühlten wir uns wieder erfrischt und kochten unser Nachtessen und erfreuten uns an den Kangaroos und Papageien. Kurz danach kam Emil mit der Taschenlampe zu uns, um zu sehen, wie es uns geht. Wir plauderten eine Weile, als sich auch Silvia zu uns gesellte. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend und tauschten unsere Reiseerlebnisse aus. Silvia und Emil sind in ihrem Leben bereits sehr viel gereist, ob VW-Bus, Bush-Camper, Wohnwagen oder Backpack und Schiff. Es war sehr interessant von ihren Erfahrungen zu hören. Um ca. 22h wurde es doch ziemlich kühl und wir verabschiedeten uns und gingen schlafen.

5.04.2007 Wilpena- Wilkawillina Gorge

Mit schweren Beinen von der Wanderung auf den St. Mary Peak stiegen wir am Morgen aus dem Bett. Beim Frühstück gesellten sich sofort einige zutrauliche Kängurus zu uns. Es war richtig hart, den knuffigen Kerlchen nichts zum Futtern anzubieten. Ein kleines Känguru drängte sich zwischen den Tischbeinen und Nicole durch und schnappte sich die Schale von Nicole's Frühstücksbanane. Zusammen mit seiner Mutter verspeiste es die Beute genüsslich. Die Tiere wurden immer aufdringlicher, so dass wir sie verjagen mussten. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns noch von Silvia und Emil. Bei der Bunyeroo Gorge wollten wir den 7.5 km Hike machen. Die Wegmarkierungen waren aber teilweise so gut versteckt, dass es mehr einem Orientierungslauf gleich kam. Die Schlucht war nicht so schön wie erwartet und wir entschlossen uns, nach ca. 2 km den Rückweg anzutreten. Wir fuhren auf unbefestigten Strassen weiter bis zum Campingplatz bei der Wlkawillina Gorge. Der Platz war menschenleer und wir freuten uns auf eine ruhige Nacht und den wunderschönen Sternenhimmel. Vor dem Abendessen hatten wir Yellow Footet Wallabys zu besuch. Darunter war auch eine Mutter, deren Kleines aus dem Beutel guckte. Nach einem schönen Sonnenuntergang bewunderten wir den Sternenhimmel. Die Australier scheinen viel mehr Sterne am Himmel zu haben als wir Europäer und wenn mann genau hinschaut, so kann man sogar Satelliten über den Himmel huschen sehen. Der kühle Wind trieb uns dann aber in den Camper und schon bald gingen wir schlafen.

6.04.07 Fahrt Wilkawillina Gorge - Port Augusta

Herrlich, diese Ruhe am Morgen. Die Sonne weckte uns mit ihren warmen Strahlen und erwärmte unser Gefährt. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf, die Wilkawillina Schlucht zu erkunden. Wir waren die einzigen Menschen weit und breit. Die Wanderung durch die bizarre Landschaft war einfach super. Ich (Nicole) hatte den Lead und hielt kurz inne, um Ausschau nach dem nächsten Markierungspfosten zu halten. Beat erspähte ihn zuerst und wies mir den Weg mit der Aufforderung weiter zu gehen. Plötzlich bewegte sich etwas längliches direkt vor meinen Füssen. Es war eine Schlange, die aussah wie ein abgebrochener Ast. Erst als sie ihren Kopf hob, habe ich sie wahrgenommen und wich einige Schritte zurück. Gleichzeitig kramten Beat und ich unsere Kameras hervor, um sie zu fotografieren, als sie sich plötzlich in unsere Richtung drehte und auf uns zuschlängelte. Damit wir keinen Territorialkrieg anzettelten, liessen wir ihr den Vortritt und traten beiseite. Dabei gelang es uns, sie zu filmen und fotografieren. Schnell verkroch sie sich hinter einem grossen Stein und brachte sich in Sicherheit. Etwas später hüpften einige Gelbfuss-Felsen-Wallabies vergnügt in der Gegend herum, waren aber sehr scheu.
Diesmal hatten wir genügend Zeit und gönnten uns eine kleine Rast mitten im teilweise ausgetrockneten Flussbett. Ein grosser Stein bot uns eine gute Sitzgelegenheit, wo wir bequem unsere Verpflegung mampfen konnten. Da wir uns sehr ruhig verhielten, trauten sich zwei neugierige Gelbfuss-Felsen-Wallabies bis auf 20 m an uns heran. Sie zu beobachten, wie sie uns beobachteten und immer ein wenig näher hüpften, war einfach toll. Weiter sahen wir wilde Ziegen, Kaninchen und 3 Adler. Einer hatte kurz zuvor eine Eidechse erbeutet und war gerade beim Abflug. Er hatte die Eidechse noch im Schnabel, packte sie dann mit seinen Krallen und nutzte die Thermik, um sich hoch in die Lüfte zu schwingen. Das war wunderschön zum Beobachten. Glücklich und zufrieden machten wir uns auf den Weg Richtung Port Augusta. Nach unserem Abwasch und einer herrlichen Dusche, nutzten wir die Gelegenheit, dass wir wieder einmal Natel-Empfang hatten und riefen zuhause an, um schöne Ostern zu wünschen. Danach erledigten wir unseren Homepage-Eintrag und legten uns schlafen.