Port Augusta - Esperance (7. - ?)

7.04.07 Port Augusta - Ceduna

Heute nahmen wir den ersten Teil der rund 2000 km von Port Augusta nach Esperance unter die Räder. In Port Augusta stockten wir noch unsere Vorräte auf. Glücklicherweise konnte ich Nicole beim Einkaufen von Früchten und Gemüse etwas bremsen, denn es stellte sich heraus, dass beim Grenzübertritt von South Australia nach Western Australia noch schärfere Bestimmungen gelten, als bei der Einreise nach South Australia. Als Konsequenz beschlossen wir heute alles Gemüse vorzukochen und unseren Speiseplan entsprechend umzustellen. Auf dem Campingplatz in Ceduna starteten wir unsere Kochaktion. Am Abend lernten wir Humi, einen japanischen Studenten, kennen, der mit seinem Fahrrad (ohne Gangschaltung) ca. 8000 km in Australien zurücklegen will und die Hälfte davon schon fast geschaft hat. Er half uns, einen Teil der Früchte zu verzehren, die wir nicht über die Staatsgrenze mitnehmen können.

8.04.07 Fahrt von Ceduna - Border Village

Heute morgen erledigten wir den Abwasch und fuhren los Richtung Border Village (Grenze zwischen South und Western Australia). Die Fahrt verlief äusserst ruhig, das Landschaftsbild erst wechselte ganz krass, als wir die Nullarborebene erreichten. Mit einem Schlag gab es keinen einzigen Baum mehr zu sehen. Zuvor fuhren wir durch Eukalyptus-Wälder. Wir besuchten insgesamt drei schöne Aussichtspunkte, um unsere Füsse zu vertreten. Beim dritten Aussichtspunkt liessen wir uns gleich für die Nacht nieder, damit wir unser vorgekochtes Gemüse 13 km vor dem Fruit Fly Checkpoint noch essen konnten. Wir kletterten von hier aus hinunter zum Meer. Danach ruhten wir uns aus und genossen die tolle Aussicht, die wir nur gerade mit ca. 200 Fliegen, einer Krähe und einer Schlange teilten. Es war wunderschön warm, obwohl Wolken am Horizont aufzogen und immer dichter wurden. Dafür wurden wir noch mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt. Endlich verschwanden auch die Fliegen und wir konnten unser Nachtessen wärmen. Eine grosse neugierige Spinne krabbelte um unseren Platz herum, aber huschte bei jeder unserer Bewegungen gleich wieder davon. So konnten wir nicht genau sehen, was für eine Spinne es war. Aufgrund der Grösse müsste es eine Vogelspinne gewesen sein. Da die morgige Tagesstrecke sehr. sehr lange sein wird, beschlossen wir, früh zu schlafen und morgen früh los zu fahren. Wir beendeten den lauen, windigen Abend mit einem Schoko-Osterei.

9.04.07 Border Village - Norseman

Die Nacht war angenehm warm, unser Camper wurde aber vom Wind recht stark durchgeschüttelt. Das Frühstück nahmen wir im Camper ein, da die dem Wind abgewandte Seite unseres Gefährts vor lauter Fliegen ganz schwarz war.
Erst kurz vor dem Checkpoint im Border Village (ca. 3 km vom Übernachtungsort entfernt) hatten wir auch die letzte Fliege von unserer Motorhaube abgeschüttelt. Der Grenzübertritt von South Australia nach Western Australia ging sehr schnell und ohne Beanstandung der Kontrolleurin von statten. Unsere Früchte- und Gemüsekur der letzten zwei Tage hatte sich also ausbezahlt. In Eucla besuchten wir die alte Telegraphen Station, die langsam unter den Sanddünen zu verschwinden droht. Nach Eucla baute sich am Horizont eine schwarze Wand auf, aus der gefährliche Blitze zuckten. Wir stiessen mitten durch diese Wand und nach ca. 200 km intensiven Regens mit Blitz und Donner klarte der Himmel allmählich wieder auf. Angesichts der hohen Dieselpreise entschlossen wir uns, unsere Kanister zu leeren. Der Preis an der Tankstelle, die mit "Cheap Gas" warb, war uns immer noch zu hoch. Wir mussten dann bei einer späteren Tankstelle noch 30 Cents pro Liter mehr bezahlen. Währen dieser Etappe befuhren wir das längste schnurgerade Strassenstück Australiens (146.6 km). Ca. 160 km vor unserem Etappenziel Norseman wurden wir vom aufgewühlten Dot angehalten. Sein 2 Monate alter Hyundai Santa Fe machte keinen Wank mehr. Auch mein gutes Zureden konnte dem Wagen kein Leben einhauchen. Nicole fuhr mit Dot zur nächsten Tankstelle zurück (27 km) und ich plauderte ein wenig mit seiner Frau Mary. An der Tankstelle konnte das Abschleppen für den nächsten Morgen organisiert werden. Wir verabschiedeten uns von Dot (82) und Mary (80) East und fuhren weiter Richtung Norseman. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und wir sahen sehr viele Kängurus am Strassenrand. Da wir keine Kollision riskieren wollten, richteten wir uns auf dem nächsten Rastplatz für die Nacht ein. Im Vergleich zur letzten Nacht war es sehr kühl geworden und wir legten uns nach dem Genuss des Nachtessens (einem Sack Chips) schlafen.

10.04.07 Fahrt von Norseman - Esperance

Am heutigen kühlen Morgen legten wir noch einen drauf und wuschen uns mit kaltem Wasser, brrrr.... Danach war uns aber ein bisschen wärmer. Wir frühstückten kurz und fuhren gleich los Richtung Esperance, so konnten wir heizen und uns aufwärmen. Die dunklen Wolken am Himmel entleerten sich auch bald. Nach einigen Kilometern zeigte sich zwischendurch die Sonne bevor erneut Regen fiel. Gegen 10h30 erreichten wir Esperance und checkten bei einem Campingplatz ein. Wir erhielten einen Platz mit Blick aufs Meer und die Spielwiese. Da sich die Sonne zeigte, machten wir uns gleich auf, um das 2 km entfernte Stadtzentrum zu besichtigen. Kurz bevor wir unseren Lunch einnehmen konnten, begann es wieder zu regnen. Wir flüchteten in einen Subway und genehmigten uns ein feines Sandwich (footlong, Italian herbs and cheese bred, Chicken Theriaki mit Salat, Tomaten, Gurken, Chilis, Peperonis und Käse). Als es aufhörte zu regnen, eilten wir zurück zum Campingplatz. Wäsche waschen war angesagt. Dazu erledigten wir die Homepage-Einträge und gratulierten Martin telefonisch zum Geburtstag. Wir führten einige weitere Telefonate, wenn wir schon einmal Empfang hatten.