Brisbane - Port Macquarie (8. - 12.)

8.08.07 Brisbane - Ballina

Um 9.30 Uhr verliessen wir den Campingplatz und und fuhren auf den Freeway Richtung Ballina. In einem Vorort entdeckten wir vom Freeway aus einen K-Mart. Wir hatten noch einen Kompressor vom K-Mart, der das Zeitliche gesegnet hatte, obschon er kaum im Einsatz war. Die Verkehrsführung war ein wenig verwirrend und wir landeten wieder auf dem Freeway und mussten einen zweiten Anlauf nehmen. Beim zweiten mal klappte es und wir parkierten vor dem Einkaufszentrum. Der Kundendienst im K-Mart war sehr zuvorkommend und erstattete uns den Betrag für den Kompressor zurück. Im Einkaufszentrum entdeckten wir einen Shop, der alles Mögliche auf Textilien stickt. Lange Zeit hatten wir für das Geschenk für Jim einen solchen Laden gesucht und keinen gefunden. Wir nutzten die Gelegenheit und liessen auf ein schönes Kurzarmhemd den Slogan "Jim's Rescue Service Approved by Nicole & Beat" sticken. Die Stickerei dauerte einige Zeit und wir stillten unseren Hunger einmal mehr mit einem Samdwich von Subway. Anschliessend holten wir das Hemd ab und kauften noch einige Nahrungsmittel ein. In dichtem Verkehr fuhren wir weiter. Einige Kilometer vor Ballina wurden wir von einem Rollerfahrer überholt. Ich beobachtete, wirer direkt vor uns in einer Kurve immer weiter nach aussen getragen wurde. Er kam von der Strasse ab, kollidierte mit einem Verkehrsschild und wurde vom Roller geschleudert. Nicole hielt sofort an und ich rannte zu ihm hin um sehen, ob er verletzt wahr. Er war kurze Zeit später wieder auf den Beinen, schlotterte am ganzen Körper und machte einen verwirrten Eindruck. Abgesehen von einer blutenden Oberlippe schien er sich nicht verletzt zu haben. Rasch kamen zwei weitere Autofahrer an den Unfallort. Einer informierte Polizei und Ambulanz, die sich sogleich auf den Weg machten. Der Verunfallte war ein Japaner, der mit seinem eigenen Roller unterwegs war und erst gestern von Japan in Brisbane eingetroffen war. Wir legten ihn auf den Boden und räumten den vollkommen zerstörten Roller etwas von der Fahrbahn weg. Kurze Zeit später traf die Ambulanz ein und kümmerte sich um den Verletzten. 10 Minuten später war auch die Polizei vor Ort. Wir beantworteten einige Fragen, wünschten dem Verunfallten alles Gute und verabschiedeten uns. Etwas aufgewühlt fuhren wir weiter aber glücklicherweise ist der Unfall ja recht glimpflich ausgegangen. Kurz vor Ballina machten wir bei den Thursday Plantation Laboratories halt. Wir schauten uns einen Film über die Entstehung der Laboratories und die unglaublichen Eigenschaften des Tea Tree Oil's an. Wir kauften einige Produkte und fuhren weiter zum Campingplatz. Auf dem Platz kochten wir unser Nachtessen und arbeiteten vor dem Schlafengehen an diversen Sachen.

09.08.07 Ballina - Dorrigo

Um ca. 9h30 hatten wir alle Arbeiten erledigt und waren startklar. Das Ziel für heute war Dorrigo und der Weg dazu führte dem Pacific Highway entlang über Grafton, Coffs Harbour und Raleigh, wo wir den Highway verliessen und entlang dem Waterfall Way durch das schöne Bellinger Valley via Bellingen nach Dorrigo fuhren.
Unterwegs war nichts Spektakuläres zu sehen und wir stoppten jeweils nur kurz, um unsere Notdurft zu verrichten und etwas zu trinken. Dafür schwangen wir uns von 0 m.ü.M. auf ca. 800 m.ü.M.
Um 14h erreichten wir Dorrigo und richteten uns auf dem Campingplatz ein. Hier genossen wir unser sonniges Site in vollen Zügen und assen gemütlich unseren späten Lunch. Danach lasen wir noch bis uns der kühle Wind um die Ohren pfiff und die Sonne sich hinter den Hügeln verbarg. Dann war es höchste Zeit, sich in den Campervan zurück zu ziehen und die Heizung einzuschalten, so dass wir bei angenehmen Temperaturen weiter lesen und später schlafen konnten.

10.08.07 Dorrigo NP

Ich war um 6 Uhr hellwach und begann in meinem Buch zu lesen. Die Sonne ging in einem wolkenlosen Himmel auf, aber die Temperaturen draussen waren ziemlich kühl. Nachdem die Sonne den Camper erwärmt hatte stand auch Nicole auf und wir frühstückten. Wir verliessen den Campingplatz und fuhren zu den nahegelegenen Dangar Falls. Danach machten wir im Informationszentrum des Dorrigo Nationalparks halt. Wir informierten uns über Wander- und Campingmöglichkeiten. Der Ranger war vor kurzem in der Schweiz und schwärmte von unserem schönen Land. Er erklärte uns die Wandermöglichkeiten und verriet uns, dass campieren im Park zwar nicht erlaubt ist, aber wir für eine Nacht ohne Probleme auf dem Never Never Picnic Area übernachten könnten. Wir entschieden uns für den fast 7 km langen Wonga Walk, der uns an zwei Wasserfällen vorbei durch dichten Regenwald führte. Nach eineinhalb Stunden waren wir wieder beim Visitor Center und genossen auf der Sonnenterasse eine Diet Coke. Wir hielten mit einem Ehepaar aus Sidney einen kurzen schwatz und gingen anschliessend zu unserem Camper. Wir versuchten noch mit Jim Kontakt aufzunehmen, denn er hatte uns , dass wir unbedingt seinen Bruder besuchen sollten, der irgendwo zwischen Bellingen und Dorrigo eine Farm besitzt. Jim war nicht zu Hause und wir beschlossen zum Never Never Picnic Area zu fahren und dort die Nacht zu verbringen. Wir kochten uns kurz vor vier Uhr das Nachtessen und assen in den letzten Sonnenstrahlen, die die Waldlichtung erreichten. Die vier Personen, die sich ausser uns noch hier aufhielten hatten den Ort verlassen, so dass wir jetzt alleine waren. Es begann kühl zu werden und wir machten uns ein Lagerfeuer. Am Feuer bereiteten wir Schlangenbrot für das Frühstück zu und wärmten uns auf. Kurz vor 19.30 Uhr glimmte nur noch wenig Glut in der Feuerstelle, und wir zogen uns in den Camper zurück. Wir erledigten diverse Arbeiten und lasen vor dem Schlafengehen noch in unseren Büchern.

11.08.07 Dorrigo - Port Macquarie

Nach einer sehr windigen, aber mit 15 ° C relativ warmen Nacht genossen wir unser Frühstück noch im Never Never Picnic Area und sahen die Auswirkungen des heftigen Windes. Rund um unser Fahrzeug waren teilweise zünftige Äste runter geblasen worden. Einige kleinere Äste sind auf unser Dach gefallen und haben mich jeweils aus dem Schlaf geschreckt, aber die grossen Äste fielen glücklicherweise neben unser Fahrzeug. Auf dem Weg zurück zum Visitor Centre mussten wir einige Male grosse Äste umfahren, die einen Teil der Strasse versperrten.
Vom Visitor Centre bogen wir wieder auf den Waterfall Way ein und fuhren Richtung Bellingen, von wo wir nochmals versuchten, Jim zu erreichen. Er war zuhause und gab uns mehr Informationen über die Zufahrt zum Haus seines Bruders. Wir packten einige Souvenirs aus der Schweiz in Geschenkpapier und fuhren zu Darcy Browning.
Doch nachdem wir in die Darkwood Road eingebogen waren und vier Brücken überquert hatten, war kein Haus auf der linken Seite zu sehen. Wir stoppten bei einer Schule und fragten eine Frau, die uns mitteilte, dass wir nur 3 Brücken überquert hätten und noch bis zur nächsten fahren müssten. Aber wo genau Darcy wohnte, wusste sie nicht. Etwas verdutzt machten wir uns auf den Weg. Offensichtlich betrachten die Australier nicht alle Konstruktionen, die über einen Fluss führen, als Brücke. Nach der Überquerung einer weiteren Brücke sahen wir noch immer kein Haus und stoppten erneut, um nachzufragen. Auch dieser junge Herr konnte uns nicht weiter helfen. Da hier keine gute Wendemöglichkeit war, fuhren wir weiter und hielten bei einem Haus, wo wir zwei Leute im Garten arbeiten sahen. Diesmal waren wir an der richtigen Adresse. Der Mann kannte Darcy und gab uns präzise Angaben, wie wir Darcys Haus finden würden. Nach unserer Zählung waren es insgesamt sieben Brücken, die wir überquerten bis wir Darcy erreichten.
Wir wurden herzlich empfangen und auf einen Tee mit Kuchen im Garten eingeladen. Der Kuchen war selbst gebacken und schmeckte vorzüglich. Darcy dachte, dass wir über Nacht bleiben würden, aber wir informierten ihn über unsere Reisepläne und blieben nur etwa 1 Stunde. Angeregt diskutierten wir über die Reiseerfahrungen und die Art und Weise wie wir Jim kennen gelernt hatten. Pauline, Darcys Frau zeigte mir die Werke ihres Hobbys. Sie macht Patchwork, indem sie uni Stoff als Basis nimmt und darauf fein säuberlich ausgeschnittene Motive von anderen Stoffen aufstickt. Ihr letztes Werk, das sie mir voller Stolz präsentierte, war wunderschön. Die aufgestickten Delfine und Wale sahen aus, als wären sie aufgemalt. Darcy und Pauline hatten noch Besuch von einem Freund namens Ken, der auch noch so einige Reise-Erlebnisse zum Besten gab. Es war eine gemütliche Runde. Zum Schluss bestaunten alle noch unseren gemütlichen Campervan. Während Darcy uns Orangen frisch von seinem Baum holte, überreichte ich die Souvenirs an Pauline, die sich sehr freute. Im Gegensatz zu Darcy reist sie sehr gerne. Vielleicht kommt sie uns demnächst mal in der Schweiz besuchen.
Danach fuhren wir zurück zum Pacific Highway und steuerten nach Port Macquarie, wo wir uns nachmittags um ca. 15h30 auf unserem zugewiesenen Site einrichteten. Unterwegs hatten wir uns zwei kleine Stopps gegönnt und mit einem Lunch verpflegt, so dass wir erst bei Sonnenuntergang kochten und assen. Die Orangen von Darcy schmeckten unheimlich lecker und süss. Diese waren um Längen besser, als diejenigen, die wir jeweils in den Warenhäusern einkauften.
Nach dem Essen und Sonnenuntergang wurde es schnell kühl und wir zogen uns zurück in unser "Häuschen". Hier erledigten wir unsere PC-Arbeiten und lasen noch ein wenig.

12.08.07 Port Macquarie

Eigentlich wollten wir heute weiter nach Newcastle fahren und vorher noch kurz einen Rundgang durch Port Macquarie machen. Als wir den Rundgang begannen, fanden wir den Ort und die Gegend so schön, dass wir kurzerhand beschlossen einen weiteren Tag hier zu bleiben. Zudem fanden wir einen Campingplatz am Hastings River direkt angrenzend an die Towns Beach. Wir quartierten uns auf dem Platz ein, lasen noch ein wenig und machten uns anschliessend auf, die Strände zu erkunden. Wir marschierten ca. 6 km der schönen Küste entlang bis zum Sea Acres Rainforest. Im dortigen Restaurant teilten wir uns eine Portion Fish & Chips. Wir mussten zwar lange auf unsere Bestellung warten, aber es schmeckte uns dafür ausgezeichnet. Zurück auf dem Campingplatz lasen wir noch an der Sonne, kochten und assen unser Nachtessen. Zum Sonnenuntergang gingen wir die paar Meter zum Ufer des Hastings Rivers und kamen gerade rechtzeitig, um die rot gefärbte Sonne am Horizont verschwinden zu sehen. Obschon der Tag einer der wärmsten im August war, fiel die Temperatur nach Sonnenuntergang soweit ab, dass wir uns in den Camper zurückzogen und vor dem Schlafengehen noch lasen und den Interneteintrag erledigten.