Fraser Island (1. - 4.)

01.08.07 Fraser Island (Ocean Lake)

Heute morgen liessen wir uns von den warmen Sonnenstrahlen wecken und blieben noch ein wenig unter der wohlig warmen Decke. Danach assen wir gemütlich unser Frühstück auf der Sanddünen-Terrasse und blickten aufs Meer, das sich in den schönsten Blautönen präsentierte. Wir genossen es, die Brandung zu beobachten, weil die intensiven Blautöne dann noch mit einer weissen Gischtkrönung versehen wurden. Einfach traumhaft schön.
Da wir noch einige Zeit bis zur Ebbe und zur sicheren Fahrt warten mussten, beschlossen wir, einen 2-stündigen Strandspaziergang zu tätigen. Unterwegs hielten wir kurz beim Orange Creek, um den näher zu besichtigen. Wir sahen einige Dingospuren, aber die zugehörigen Tiere waren nirgends zu sichten. Unterwegs sahen wir einige Seeadler, Möwen, Pelikane und Reiher davon fliegen oder hoch über unseren Köpfen kreisen. Nach ca. 1 Stunde erreichten wir eine hohe Sanddüne, die am Ende von Korallenblöcken umsäumt war. Diese Blöcke waren sehr gross und reichten einige Meter ins Meer hinein, so dass eine Fahrt entlang dem Wasserrand nicht möglich war. Zur Überwindung dieser heiklen Passage fanden wir einen Bypass, der aber sehr tiefsandig war. Beat und ich marschierten den Bypass zu Fuss ab und waren uns nicht sicher, ob unser Vehikel diese lange, tiefsandige Passage meistern würde. Doch wir waren beide zuversichtlich, marschierten zurück und machten unseren Campervan reisefertig.
Beim Ocean Lake suchten wir noch kurz die Toiletten auf und trafen ein nettes Ehepaar, das aus Gypsland (Victoria) kam. Wir plauderten eine Weile miteinander und tauschten unsere jeweiligen Reiseerlebnisse sowie die weiteren Pläne aus. Wie sich herausstellte, hatten die beiden das Sandy Cape als Tagesziel genauso wie wir. Sie berichteten uns von der bereits gesichteten heiklen Passage und erwähnten, dass anschliessend die restlichen ca. 30 km am harten Sandstrand entlang bis zur Inselspitze (Sandy Cape) gefahren werden können. Beat und ich wollten da übernachten und den Leuchtturm besichtigen. Wir verabschiedeten das Paar und machten uns auf den Weg. Nach 5 km trafen wir bei der Passage ein und wurden von einer "Horde" Fishermen aufgehalten, die berichteten, dass noch 3 Auto aus der Gegenrichtung durch die Passage fahren würden. Da ein Kreuzen im engen "Sandkanal" nicht möglich war, warteten wir die drei Fahrzeuge ab und erkundigten uns bei den Männern nach der Fahrtauglichkeit. Sie meinten es sei zwar tiefsandig, aber sollte mit etwas Schwung zu schaffen sein. Die 3 Fahrzeuge erreichten unsere Seite sicher und die Männer wünschten uns gute Fahrt und viel Glück. Wir konnten leider den Schwung nicht mitnehmen da nach wenigen Metern auf der rechten Radseite eine tiefe Mulde war, durch die wir langsam fahren mussten. Danach beschleunigte Beat soweit es ging. Unser Fahrzeug wühlte sich durch den tiefen Sand und nach ca. 20 m blieben wir stecken. Wir waren bis auf die Achsen im Sand versunken. Kaum waren wir ausgestiegen, rannten uns die Männer von vorhin bereits grinsend entgegen und gestanden uns, dass sie es zwar 100 m weiter geschafft hätten, aber auch nicht durchgekommen seien. Ihre Fahrzeuge waren um einiges leichter als das unsere und hatten breitere Reifen. Sie hatten einen riesigen Spass an uns und boten uns an, das Vehikel aus dem Sand zurück zu schieben. Vier Männer schoben vorne an der Kühlerhaube, Beat sass am Steuer und fuhr rückwärts und ich hielt alles auf Bild fest. Noch nie hatten wir soviel gelacht, wenn wir irgendwo stecken geblieben waren wie hier. Trotzdem waren wir enttäuscht, dass wir das Sandy Cape nicht erreichen konnten. Wir plauderten noch etwa 30 Minuten mit den Männern, um das Ehepaar vom Ocean Lake noch zu warnen, aber als sie nicht auftauchten, kehrten wir zurück zu unserem schönen Site von gestern abend.
Um ca. 17h sahen wir das Ehepaar zum Campingplatz zurück fahren. Beat und ich hatten uns bereits verpflegt und es uns auf unserer Sanddünen-Terasse gemütlich gemacht, um allenfalls Dingos in der Dämmerung zu sichten. Kurze Zeit später kamen die beiden auf uns zu und erzählten uns vom Sandy Cape sowie dem Leuchtturm. Sie hatten den Sandkanal gemeistert und blieben nur auf dem Rückweg stecken, aber konnten sich problemlos freischaufeln. Sie bedauerten, dass wir das Cape nicht sehen konnten und trösteten uns mit ihrer Erzählung. Wir verabschiedeten uns voneinander und Beat und ich machten nochmals einen Spaziergang dem Strand entlang bis zum Orange Creek, wo wir heute morgen viele Dingospuren im Sand gesehen hatten. Leider hatten wir keinen Erfolg uns sahen wiederum nur ihre Spuren im Sand.
Da der Mond später aufging als angenommen und wir keine Taschenlampe mitgenommen hatten, bekundeten wir etwas Mühe, unser Site hinter den Dünen zu finden. Es war rasch dunkel geworden, so dass wir den Wegweiser zum Ocean Lake, der uns als Orientierungshilfe diente, nicht mehr sehen konnten und wir das Gefühl für die Distanz verloren. Da das Ehepaar nicht weit von uns campierte und ihr Site mit einer starken Lampe beleuchteten, fanden wir glücklicherweise doch noch zurück. Wir lasen noch ein wenig und sanken anschliessend ins Bett.

02.08.07 Fraser Island (One Tree Rocks)

Wir standen kurz nach dem Sonnenaufgang auf und machten uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Indian Head. Die Flut erreichte um ca. 11 Uhr ihren Höchststand, weshalb wir so früh aufbrechen mussten um den Indian Head trocken zu erreichen. Nach einem kurzen Stück dem Strand entlang erreichten wir die Inlandstrasse, auf der die Felsen des Waddy Points und des Indian Heads umfahren werden müssen. Kurz vorher sahen wir unseren ersten Dingo auf der Insel, wie er um das Auto eines Fischers schlich und sich aus dem Staub machte, als wir zum Fotografieren anhielten. Die Inlandstrasse war tiefsandig aber wir kamen ohne Probleme zum Parkplatz beim Indian Head. Mit Getränken und unseren Büchern erklommen wir den Indian Head um die Ebbe abzuwarten, die uns das Weiterkommen am Strand ermöglichen würde. Wir genossen den schönen Ausblick und die warmen Temperaturen. Im Wasser konnten wir Schildkröten, viele Delfine, Adlerrochen und Buckelwale beobachten. Die Zeit verging sehr schnell und um 13 Uhr gingen wir zurück zum Camper. Wir waren alleine auf dem Aussichtspunkt und trotzdem stand noch ein Rucksack oben. Er musste von einem Teilnehmer einer organisierten Tour stammen. Aufgrund des Inhalts in der Geldbörse konnten wir feststellen, dass es sich um den Rucksack eines Engländers namens Liam Mc Gee handelte. Wir nahmen den Rucksack mit nach unten, aber der Tourbus war schon abgefahren. Mit unserem Camper führen wir vom Parkplatz an den Strand. Dieser Abschnitt der Strasse ist sehr heikel zu passieren und es bleiben regelmässig Autos im Sand stecken. Mit genügend Anlauf schafften wir es problemlos bis an den Strand. Am Strand assen wir zu MIttag und konnten noch ein wenig die heikle Passage beobachten. Selbst die Tourbusse mussten meisst mehrere Anläufe nehmen, bevor sie die Durchfahrt schafften. Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter dem Strand entlang bis zum Wrack der Moheno. Hier sahen wir einen der grünen Tourbusse, mit dem der Besitzer des Rucksacks, den wir am Indian Head gefunden hatten, höchstwahrscheinlich reist. Wir sprachen mit dem Fahrer. Er prüfte ob zur angegebenen Zeit ein Bus der Unternehmung am Indian Head war. Tatsächlich war um die Zeit einer dort und er erklärte sich bereit, den Rücksack mitzunehmen und dem Besitzer auszuhändigen. Wir führen weiter zur Rainbow Gorge, wo wir den Rundweg in Angriff nahmen. Er führte durch dichtes Buschwerk auf eine Lichtung mit schönen verschiedenfarbigen Sanddünen. Nach dem Rundweg fuhren wir auf den One Tree Rocks Campingplatz und richteten uns für die Nacht ein.

03.08.07 Fraser Island (Govi)

Kurz nach Sonnenaufgang begann für uns ein weiterer traumhaft schöner Tag mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Da wir morgen an Beats Geburtstag nicht soviel Zeit haben, backte ich heute bereits Cinnamon-Fladen zum Frühstück, das wir genüsslich verzehrten. Gemütlich erledigten wir den Abwasch und machten unser Vehikel startklar. Wir fuhren zum Ende der Campingzone und parkten den Campervan.
Danach marschierten wir zu Fuss zum Ausgangspunkt der Wanderung, die uns zum Lake Wabby führte, den wir am zweiten Tag vom Lookout aus bereits gesehen hatten. Der Weg führte uns durch dichte Vegetation mit Bäumen, Sträuchern, Farnen und Palmen. Der sandige Untergrund war an steileren Passagen mit Stufen versehen. Der Lake Wabby war ebenso gut bevölkert wie der Weg dazu. Aber die Leute verteilten sich sehr gut, so dass man sich doch noch in einer etwas abgeschiedeneren Lage fühlte. Wir erklommen die steile Sanddüne, die vom Ufer des See emporragte, setzten uns für eine Weile hin und genossen den Ausblick. Später wateten wir durch den tiefen Sand die Düne wieder hinunter und machten uns auf den Rückweg.
Damit wir morgen nur noch eine kurze Strecke dem Strand entlang zurück legen müssen, fuhren wir zum Govi-Camp (unserem ersten Übernachtungsplatz) und richteten uns auf einem der sonnigen Sites ein, die wir bei unserer Ankunft auf der Insel und einem ersten Fussmarsch durch den Campingplatz erspähten, aber damals nicht belegten, weil wir uns andernorts bereits eingerichtet hatten. Nach unserer Ankunft genehmigten wir uns einen Lunch und planten den morgigen Tag, der für Beat etwas Besonderes und Schönes sein soll. Mit Sonnenbaden und Lesen verbrachten wir den Rest des Nachmittags.
Plötzlich fuhr ein Fahrzeug an unserem Site vorbei und hielt etwa 50 m weit entfernt auf einem weiteren Site. Es dauerte nicht lange als sich zwei Gestalten mit Kaffeetassen bewaffnet unserem Site näherten und uns als Nachbarn begrüssten. Beat und ich offerierten ihnen unsere Stühle und setzten uns in den Sand. Angeregt plauderten wir über unsere Erfahrungen in Australien und deren Reisen mit Motorrad, Nissanstrassenwagen (erfolgreiche Simpsondesert-Durchquerung!) und seit kurzem 4WD-Toyota-Landcruiser. Nach ca. 1 Stunde verabschiedeten wir uns voneinander und kochten uns das Abendessen knapp vor der vollkommenen Dunkelheit.
Kurze Zeit später zogen wir uns in unseren Campervan zurück, erledigten den Tageseintrag, lasen noch ein wenig und legten uns früh schlafen. Morgen wollen wir bei Tagesanbruch zusammen packen und zur Fähre fahren (Ebbe ist um 5h51).

04.08.07 Fraser Island - Hervey Bay

Heute Morgen standen wir um kurz nach sechs auf und konnten einen schönen Sonnenaufgang geniessen. Nicole hatte den Frühstückstisch wegen meinem Geburtstag schön geschmückt und wir nahmen unser Frühstück ein. Danach machten wir unseren Camper reisefertig, um den Hook Point während der Ebbe am Strand entlang erreichen zu können. Am Hook Point angelangt konnten wir gleich an Bord der wartenden Fähre fahren. Nach der kurzen Überfahrt nahmen wir mit vielen schönen Erinnerungen Abschied von Fraser Island. Nachdem wir von Bord der Fähre gefahren waren, wollten wir unsere Reifen mit unserem Kompressor aufpumpen. Aber schon beim ersten Reifen machte der Kompressor schlapp. Also fuhren wir langsam nach Rainbow Beach und pumpten unsere Reifen an einer Tankstelle auf. Der Campingplatz in Rainbow Beach war voll belegt und wir beschlossen nach der Besichtigung eines Sandblows und dem erfolglosen Versuch, den auf der Karte aus der Tourist Information eingezeichnete Pfad zu den Rainbow Cliffs zu finden, nach Hervey Bay zu fahren. Wir reservierten den Campingplatz und fuhren los. Nach ca. einer Stunde hatten wir Hervey Bay erreicht und uns auf dem Campingplatz eingerichtet. Zu Fuss erkundeten wir den Ort. Wir hatten die Distanzen etwas unterschätzt und waren länger Unterwegs als angenommen. Wir gönnten uns ein leckeres Eis auf dem Hinweg und machten auf dem Rückweg in einer Pizzeria einen Zwischenstopp. Mit müden Beinen erreichten wir um 18 Uhr den Campingplatz. Ich durfte zwischendurch immer wieder Glückwünsche per Telefon oder SMS entgegen nehmen. Auch die Einträge in unserem Gästebuch haben mich gefreut. Wir erledigten noch diverse Arbeiten und gingen ca. um 22 Uhr schlafen.