Port Macquarie - Sydney (13. - 24.)

13.08.07 Port Macquarie - Sydney

Heute morgen um 8h30 verliessen wir das schöne Port Macquarie bei Sonnenschein, aber relativ kühlen Temperaturen. Die ersten Wolken waren bereits am Himmel zu sehen. Für die ersten ca. 50 km hatten wir noch Sonne, dann verdichteten sich die Wolken so stark, dass kein Sonnenstrahl mehr durchdringen konnte. Da unsere Lebensmittelvorräte fast alle aufgebraucht waren, gab es nur ein spärliches Frühstück.
Um 11h30 stoppten wir beim Rock Roadhouse, das einen Subway beherbergte und gönnten uns einmal mehr ein leckeres, frisches Sandwich. Danach fuhren wir direkt nach Newcastle, der zweitgrössten Stadt von New South Wales und parkten in der Nähe des Queen Wharfs.
Von hier marschierten wir zum Nobby Head, von wo wir einen schönen Blick auf die Skyline von Newcastle, den Hunter River und den Südpazifik genossen. Ausserhalb der Flussmündung reihten sich die riesigen Container- und Tankerschiffe am Horizont auf und schienen auf ihren Auftrag zu warten. Newcastle besitzt einen grossen Hafen, der heute noch rege für den Güterumschlag genutzt wird. Die Temperaturen empfanden wir als sehr kühl ca. 15° C nach dem gestrigen Sommertag mit ca. 30° C. Unsere Parkzeit beschränkten wir auf 1h15, da wir genau wussten, was wir uns ansehen wollten. Es wehte ein starker Wind, so kam es uns sehr gelegen, dass wir unseren Spaziergang zum Nobby Head und entlang dem Queen Wharf in einem flotten Tempo absolvierten und die paar Kilometer programmgemäss abspulten. Zum Aufwärmen erklommen wir noch rasch den Queen Wharf Tower und genossen einen kurzen Moment die Aussicht, die durch verdreckte Scheiben und die dichten Wolken etwas trübe war.
Um 13h15 starteten wir dann mit Wehmut zur letzten Etappe, um unseren Australien-Reisekreis wieder in Sydney zu schliessen. Der Campingplatz war nicht einfach zu finden, so dass wir zuerst bei einem riesigen Einkaufszentrum stoppten, einkauften, assen und die Reception anriefen, um nach dem Weg zu fragen. Um ca. 17h erreichten wir den Platz und richteten uns auf unserem Site ein. Ein paar Minuten später erhielten wir Nachbarn, die einen KEA-Camper hatten und mit Taschen anmarschierten. In der Hoffnung ev. Käufer für unsere Artikel zu finden, sprachen wir sie an. Es waren Franzosen aus Toulouse, die aber bereits am Ende ihrer Australienreise waren und morgen nach Paris abfliegen werden. Trotzdem unterhielten wir uns angeregt mit Ihnen in Französisch, was für unsere Zungen etwas ungewohnt war, aber nach einiger Zeit gut über die Lippen floss.
Es ist ein komisches Gefühl wieder in Sydney zu sein, wo wir doch gerade erst gestartet sind. Die letzten 11 Nächte werden wir hier im Lane Cove NP 14 km von Sydney entfernt verbringen und allerlei Geschäfte noch erledigen (Campingartikelverkauf, Bücherverkauf, Kleiderentsorgung, Souvenireinkauf, Nationalpark-Besichtigung u.v.m.). Die Wetterprognose ist etwas gemischt mit Regen und Sonnenschein und Temperaturen zwischen 15 - 21° C. Wir werden ja sehen.

14.08.07 Sydney

Heute Morgen schliefen wir aus. Um ca. 9 Uhr nahmen wir das Frühstück ein. Das französische Paar, mit dem wir uns gestern unterhalten hatten, hinterliessen uns einen kurzen Abschiedsbrief, der uns grosse Freude bereitete. Anschliessend aktualisierten wir unsere Finanzbuchhaltung und erstellten eine Liste aller Artikel, die wir verkaufen möchten. Wir legten die Preise für die Artikel fest und gestalteten ein Plakat, das wir hinter der Windschutzscheibe platzierten und ein A4, das wir morgen an einem guten Platz auf dem Campingplatz aufhängen werden. Wir räumten unsere Camper auf und die Zeit verging sehr schnell. Kurz nach 4 Uhr begannen wir unser Nachtessen zuzubereiten und genossen es draussen in den letzten Sonnenstrahlen. Die Temperaturen waren heute wiederum recht kühl und zwischendurch regnete es immer wieder. Nach dem Abwaschen zogen wir uns in den Camper zurück und widmeten uns den üblichen Beschäftigungen.

15.08.07 Sydney

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Vögel. Das Erwachen war wunderschön untermauert mit allerlei Vogelgezwitscher von schrillem Pfeifen über laute gelächterähnliche und krächzende Stimmen bis hin zu melodiösem Gesang. Australien und seine zahlreichen Vogelarten sind ein Kapitel für sich, aber wir geniessen es, den unterschiedlichen Lauten zu lauschen. Einige der Vogelarten kennen wir inzwischen sogar an der Stimme. Am meisten Geschrei veranstalten die Rainbow Lorikeets kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang, wenn sie sich in einer Baumkrone besammeln und sich als grosse Gruppe für die Nacht einrichten. Die Kakadus ziehen von der Lautstärke her etwa gelich mit den Lorikeets, nur klingt es bei den Kakadu eher wie ein krächzendes Gelächter (hu, hu, hu, hu, hu, ha, ha, ha).
Beim Frühstück entdeckten wir, dass sich schräg vis-à-vis von unserem Site eine Rainbow Lorikeet Familie in einer Baumnische gleich am Boden eingenistet hatte. Ich setzte mich so hin, dass ich die Öffnung im Blickfeld hatte und schaltete meine Kamera ein. Tatsächlich wagten sich beide Elternteile aus dem Schlupfloch heraus und das Jungtier guckte scheu hervor. Es hat noch keinen so schön rot gefärbten Schnabel wie die Eltern, aber sonst besitzt es dasselbe bezaubernde Gefieder.
Nach dem Frühstück erkundigten wir uns nach den Busverbindungen in die Stadt und einer Karte des Nationalparks. Gut ausgerüstet verliessen wir die Reception und machten uns zu Fuss auf eine Erkundungstour durch den Nationalpark Richtung Shopping Centre. Da es relativ kühl und stark bewölkt war, packten wir sicherheitshalber noch einen Schirm mit ein, um uns gegen allfälligen Regen etwas schützen zu können. Es war ein schöner Weg entlang des Lane Cove Rivers, wo wir unzählige Vögel hörten und sahen. Zum einen erspähten wir einen weiteren Rainbow Lorikeet, der aus einem Astloch ca. 5 m über Boden hervorguckte und zum andern beobachtete ich einen Kakadu, der sich im Sturzflug einem Astloch näherte und für einige Zeit darin verschwand. Danach blickte er keck hervor und betrachtete mich, wie ich ihn fotografierte. Geduld war gefordert, denn ich wollte den Kakadu fotografieren, wenn er wieder davon flog. Doch alles ging so schnell, dass die Kamera kaum mithalten und nur ein unscharfes Bild erstellen konnte.
Gegen 13h erreichten wir das Shoppiing Centre und suchten die gewünschten Geschäfte via Touchscreen an der riesigen Informationsstation. Es besass 4 Ebenen mit Zwischenebenen und hunderten von Geschäften. Rasch hatten wir gefunden, wonach wir suchten, und erledigten die Einkäufe. Zudem sandten wir das bestickte Hemd an Jim und ich liess mir meine Haare schneiden.
Danach spazierten wir zurück zum Campingplatz, kochten uns das frühe Abendessen (16h) und assen es draussen an der "Kälte" (ca. 17° C). Beat stand auf und holte heisses Wasser für den Abwasch. Ich selber wollte es ihm gleich tun, um den Tisch abzuräumen, als mein Stuhl unter mir zusammenbrach. Meine Beine waren jedoch schon genügend belastet, so dass ich stehen konnte und nur der Stuhl auf der einen Seite zusammenbrach. Ich stellte ihn in die Führerkabine und erledigte die restlichen Arbeiten für den Abwasch draussen. Beat und ich waren beide etwas sauer über die katastrophale Qualität der Stühle und des Campingmaterials allgemein, das uns abgegeben wurde. Beide waren wir fest entschlossen, keinen weiteren Stuhl mehr zu kaufen für verbleibenden acht Tage.
Der ganze Tag war zwar bewölkt aber trocken, was uns sehr freute, aber jetzt war es Zeit, sich an die Wärme im Campervan zurückzuziehen, die Computerarbeiten zu erledigen und zu lesen. Punkt 20 Uhr sassen wir im Dunkeln. Die Haushaltbatterie war leer und das Ladegerät, das die Batterie aufladen sollte, wenn wir am Stromnetz angeschlossen sind, verweigerte offensichtlich den Dienst. So legten wir uns halt früher als geplant schlafen.

16.08.07 Sydney

Nach dem Frühstück lasen wir und arbeiteten am Computer. Der Himmel war bewölkt und er regnete immer wieder für kurze Zeit. Kurz vor mittag machten wir uns auf, einen Buchladen zu suchen, dem wir unsere überzähligen Bücher verkaufen können und einen Secondhandladen, der unsere anderen Sachen eventuell abkaufen würde. Wir fuhren vom Campingplatz bis nach Paramatta und stellten unseren Camper auf einem Parkplatz ab. Nach einer Stunde kehrten wir erfolglos zurück, assen noch etwas zu Mittag und machten uns auf den Rückweg. Unterwegs hielten wir in einem Shopingcentre um noch einige Nahrungsmittel einzukaufen. Zurück auf dem Campingplatz arbeitewten wir weiter am Computer und lasen. Wenigsten haben wir mit der Fahrt unsere Baterie wieder etwas aufladen können, so dass wir heute Abend nicht im Dunkeln sitzen müssen. Nach fünf Uhr duschten wir und machten uns bereit für das Nachtessen im Restaurant Kaiser Stubn mit Martin. Durch den dichten Feierabendverkehr fuhren wir los und erreichten das Restaurant punkt 19 Uhr. Martin kam kurze Zeit später. Wir genossen das feine Essen in einer entspannten Athmosphäre. Die Zeit verging unglaublich schnell und um 22 Uhr verabschiedeten wir uns uns fuhren zurück zum Campinplatz.

17.08.07 Sydney

Der heutige Tag begann nicht viel anders als die anderen. Doch mit der fortschreitenden Zeit klarte der Himmel immer mehr auf und liess einige willkommene Sonnenstrahlen durchdringen. Nach einem kargen Frühstück hatten wir beide bis tief in die Mittagsstunden gelesen. Plötzlich kam jemand zu uns und sprach uns an. Es war ein Franzose, der uns einige Lebensmittel und Gewürze mitbrachte und fragte, ob wir die gerne haben möchten. Er und seine Freundin mussten heute abreisen. Da wir unsere Vorräte bewusst bis auf zwei Mahlzeiten aufgebraucht hatten, nahmen wir dankend an und tauschten noch ein paar Reiseerlebnisse aus. Er besichtigte kurz unser Vehikel, weil er beabsichtigte, Australien bald wieder zu bereisen, aber diesmal in einem Vehikel wie dem unseren, um ans Cape Yorke zu gelangen.
Um ca. 13h machten wir uns auf den Weg, die unmittelbare Umgebung in der entgegen gesetzten Richtung als bei unserem ersten Fussmarsch zu erkunden. Zuerst führte uns der Weg durch Häuserreihen und an der Strasse entlang. Danach marschierten wir quer durch den Memorial Garden in ein Villenviertel und von da in den Lane Cove Nationalpark.
Hier beobachteten wir das Gekrächze und Verhalten von einigen Kakadus. Sie waren relativ zutraulich und liessen sich gut fotografieren. Wann immer ein Kakadu wegflog und wieder landetete, stellte er seinen gelben Kamm hoch auf, was mir sehr gut gefiel. Natürlich wollte ich dies auch fotografisch dokumentiert haben und übte mich in geduldigem Warten bis ich ein zufrieden stellendes Foto schiessen konnte.
Der weitere Weg führte uns auf sehr schmalem Pfad durch teilweise dichtes Gestrüpp und dichten Wald. Einige Male hielten wir inne, um den passenden Weg zu finden. Es sah so aus, als ob schon einige Zeit niemand mehr diesem Weg gefolgt war, der eine sehr angenehme Alternative zur lärmigen und stark frequentierten Strasse war. Wir marschierten Richtung Einkaufsviertel eines benachbarten Distrikts in der Hoffnung, einen Second-Hand-Laden zu finden, der unsere Artikel abkaufen und weiterverkaufen würde.
Nach 2h Marschzeit erreichten wir das kleine Viertel, das lediglich aus einem Blumenladen sowie einem kleinen Dorfladen bestand, und kehrten mit Wasser und Banane ausgerüstet etwas enttäuscht um. Für den Rückweg wählten wir zuerst die Strasse und dann den kürzeren Weg entlang des Lane Cove Rivers und durch den NP zurück zum Campingplatz, denn wir waren beide hungrig. Beat briet die frische Zwiebel im Olivenöl (beides hatten wir heute erhalten) und wärmte anschliessend die Kartoffel-Kürbis-Suppe (ebenfalls ein Geschenk von Abreisenden) mit auf. Ich toastete uns einige Brotscheiben (auch ein Geschenk) und erstellte mir einen Hocker aus Plastikeimer und Decke. Gemütlich setzten wir uns an den Tisch und waren im Begriff unser Nachtessen genüsslich zu verzehren, als Beat von einem Kookaburra attakiert wurde. Der Kookaburra schnappte sich eine angebissene Brotscheibe direkt aus Beats Hand, streifte schwer beladen über unsere Pfanne in meine Richtung und spritzte uns beide voll mit Suppe bevor er über unsere perplexen Köpfe davonflog. Vor lauter Schreck habe ich fast das Gleichgewicht verloren und lädierte durch meine einseitige Belastung den Plastikeimer ein wenig. Obwohl ich sah, dass der Kookaburra zu uns flog, sprach ich keine Warnung aus. Meine Erwartung war, dass sich der Kookaburra neben unserem Tisch niederlassen würde, wie er dies zuvor auch schon tat. Er wollte natürlich Nahrung erbetteln, aber wir blieben hart und gaben ihm nichts. Die Attacke war wohl seine Rache an unserer abweisenden Haltung. Nach diesem Unterbruch reinigten wir unsere verschmierten Hosen und putzten Tisch und Boden, bevor wir weiter assen. Beat nahm die Pfanne nahe zu sich und ass die Hälfte, während ich Wache hielt. Danach hielt Beat Wache und ich ass weiter. Es waren keine Vögel mehr in Sicht, so dass sich Beat zwei frische Brotscheiben toasten konnte. Er kam wieder zu mir raus und klemmte noch etwas Käse zwischen das Brot. Ich durfte seinen Stuhl benutzen und war gerade dabei den letzten Löffel Suppe in meinen Mund zu stecken, als der freche Kookaburra eine weitere Attacke auf Beats Sandwich startete. Der Kookaburra attackierte von hinten, so dass keiner von uns dagegen gefeit war. Wieder gelang es dem Kookaburra, das Brot aus den Händen des völlig überraschten Beats zu schnappen und davon zu fliegen. Aber die Last des Brotes liess ihn tief fliegen, so dass er in die Palisade auf der anderen Strassenseite flog. Er landete etwas benommen am Boden und verlor eine Scheibe Brot, aber flog eilig auf einen rettenden Ast, als sich Beat aufmachte, ihn einzuschüchtern und an einer neuerlichen Attacke zu hindern. Die fallengelassene Brotscheibe sammelte Beat ein und entsorgte sie sicher im Abfallsack unseres Campers. Rasch räumten wir alles beiseite und verschanzten uns, nahe der Breitseite unsers Campers und lasen. Einige andere Vögel scharten sich um unser Site und stritten sich um die bei der Attacke herausgefallenen Käseraspel. Danach hatten wir Ruhe. So etwas hatten wir noch nie erlebt!! Hier wurde uns klar und deutlich vor Augen geführt, welch fatale Auswirkungen das Füttern von wilden Tieren hat. Ja, sie werden abhängig von Menschen, verlieren ihren Jagdinstinkt und werden aggressiv, wenn sich Leute korrekt verhalten und sie nicht füttern.
Die Temperaturen waren heute sehr angenehm, so dass wir bis zur einsetzenden Dämmerung draussen sassen und lasen. Danach zogen wir uns ins Fahrzeug zurück und erledigten unsere Arbeiten.

18.08.07 Sydney

Der Himmel sah am Morgen mit lockerer Bewölkung recht vielversprechend aus. Wir beschlossen mit dem Camper an der Strand in Manley zu fahren. Die Beschilderung in Sydney ist nicht gerade die Allerbeste. Wir verpassten die gewünschte Ausfahrt vom Motorway und landeten im Tunnel, der unter dem Zentrum hindurchführte. So mussten wir in einem weiten Bogen zurück um das Zentrum herumfahren und erreichten Manley folgedessen eine Stunde später als erwartet. Wenigstens konnten wir so die Haushaltbatterie wieder etwas aufladen. Der Himmel war inzwischen recht dunkel, aber wir hatten glück und es gab keinen Regen. Wir schauten uns in Manley um und beobachteten vom Strand aus die Surfer. Auf dem Rückweg zum Parkplatz entdeckten wir einen Shop, der gebrauchte Bücher kauft und verkauft. Wir fuhren mit dem Camper vorbei und verkauften unsere überzähligen Bücher. Für die Bücher hatten wir ca. 120 AUS$ bezahlt und erhielten dafür 10 AUS$ und ein weiteres Buch für Nicole. Ein gutes Geschäft! Wir fuhren zurück auf den Campingplatz und fanden diesmal den direkten Weg ohne Probleme. Das Nachtessen konnten wir ohne Kookaburra-Angriff einnehmen. Die kühlen Temperaturen trieben uns einmal mehr früh in den Camper, wo wir lasen und den Interneteintrag erstellten.

19.08.07 Sydney

Heute war ein wettermässig schrecklicher Tag. Bereits kurz nach Mitternacht setzte der Regen ein und prasselte auf unser Dach. Der Dauerregen vermieste unser Programm doch ziemlich, aber da der Sonntagsmarkt im The Rocks Quartier nun mal heute stattfindet, fuhren wir um 9h30 ins Zentrum. Schon nach wenigen Schritten waren unsere Hosen bis zu den Oberschenkeln nass, trotzdem hielten wir dem Regen stand und besuchten den schönen Markt, um die restlichen Souvenirs einzukaufen. Das Wasser strömte nur so die Strassen runter als wären es Bachbette und nach ca. 2 h waren unsere Schuhe auch durchnässt. Da unsere Mägen etwas knurrten und der Dauerregen für heute wohl nicht nachlassen würde, beschlossen wir kurzerhand mit der Fähre zum Darling Harbour zu fahren und uns in einem Restaurant verwöhnen zu lassen. Denn unsere Aussenküche ist für solche Tage nicht sonderlich geeignet.
Beim "I'm Angus"-Restaurant fanden wir einen Tisch und liessen uns den Caesars Salad schmecken. Anschliessend verwöhnten wir unsere Gaumen mit zarten Känguru-Filets (Nicole) resp. Ribeye-Steak (Beat) und frischem Kartoffelstock sowie Gemüse. Als Nachspeise testeten wir ein süsses, aber leckeres Bananenbrot-Pudding mit Caramelsauce und Vanilleeis sowie einen Irish-Coffee zum Aufwärmen.
Als Verdauungsspaziergang wählten wir den Weg zum Harbourside Einkaufszentrum und schlenderten durch die trockenen Einkaufsstrassen. Danach kehrten wir per Fähre zurück zum Circular Quay und marschierten zur Bushaltestelle. 10 Minuten später sassen wir bereits wieder im Bus und fuhren zurück zum Campingplatz, den wir fröstelnd und völlig durchnässt erreichten.
Die restliche Zeit füllten wir mit Lesen, Aufwärmen und Computerarbeiten.

20.08.07 Sydney

Der Regen prasselte die ganze Nacht auf das Dach unseres Campers und auch am Morgen wollte es nicht aufhören. Nachdem wir einige Stunden gelesen und an unseren Fotobüchern gearbeitet hatten, beschlossen wir ein Kino zu suchen und uns einen Film anzuschauen. Wir fuhren los zum nahegelegenen Einkaufszentrum, in dem sich auch zehn Kinos befinden. Wir hatten Mühe, einen Parkplatz zu finden, der hoch genug war, um unseren Camper abzustellen. Wir drehten drei bis vier Runden um das Einkaufszentrum, bis wir endlich fündig wurden. Bei den Kinos angekommen, beschlossen wir, uns den Streifen "Die Hard 4" anzusehen. Wir kauften uns zwei Tickets zu je 15.30. Bis zum Start des Films hatten wir noch eine gute Stunde Zeit. Wir konnten den feinen Gerüchen aus dem Foodcourt nicht widerstehen und verzehrten eine Pizza, damit unsere Mägen im Kino nicht knurrten. Das Zubereiten der Pizza dauerte länger als angenommen, und wir mussten uns beeilen, damit wir rechtzeitig zum Filmstart im Kino waren. Der Film war nicht schlecht, mit vielen zu schrott gefahrenen Autos, vielen Schiessereien und einem Bruce Willis, der wie üblich viel einsteckt und doch nie liegen bleibt. Nach dem Film mussten wir den Zugang zu unserem Auto suchen, denn der Laden, durch den wir marschierten, als wir den Lift vom Parkplatz verliessen, war geschlossen. Wir fanden unser Auto und fuhren zurück zum Campingplatz. Es hatte aufgehört zu regnen und den restlichen Abend lasen wir und arbeiteten an den Fotobüchern.

21.08.07 Sydney

Der heutige Tag begann vielversprechend und die Sonne zeigte sich zwischen den grossen Wolkenblöcken, sogar der Himmel in seinem unvergesslich schönen blau war zu sehen. Gemütlich genehmigten wir uns das Frühstück teilweise im Camper und teilweise draussen an der Sonne. Manchmal fühlten wir uns hier auf dem Campingplatz wie in Alfred Hitchocks "Die Vögel", denn kaum isst man draussen etwas, kommen sie angeflogen und sind richtig aufsässig. Ich musste heute jedenfalls mein Honigbrot verteidigen und drinnen fertig essen.
Danach sortierten wir unsere Wäsche aus und starteten noch eine letzte Maschine, damit wir in frischer Kleidung nach Hause reisen können. Mutig hingen wir die Kleider draussen zum Trocknen auf und entschieden uns, das Nachtessen jetzt schon vorzubreiten und zu kochen. Während unserer Arbeit wurde die Bewölkung immer bedrohlicher und immer mehr schwarze Wolken zogen heran, so dass ich rasch die Wäsche von der Leine nahm und im Tumbler trocknete.
Danach lasen wir beide noch ein wenig und planten den Tag. Wir einigten uns darauf, dass ich (Nicole) alleine ins Zentrum fuhr und Beat im Campervan las. Leider wurden die sonnigen Abschnitte immer karger, so dass ich mich in ein Einkaufszentrum flüchtete und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzte, um von einem Ort zum andern zu gelangen. Glücklicherweise blieb es bis auf die letzten 500 m vor dem Campingplatz trocken.
Wir erledigten unsere Arbeiten und lasen noch ein wenig. Plötzlich erklang mein Handy, was für uns jetzt eher ein ungewöhnliches Geräusch darstellte. Beim zweiten Anlauf kam die Verbindung zu Stande und wir konnten mit meinen Eltern sprechen.
Als ich beim Zähneputzen hörte, dass sich draussen bei den Abfallcontainern Opossums tummelten, schaute ich kurz vorbei. Tatsächlich waren zwei Opossum in einem der Bäume. Schnell rannte ich zurück zu unserem Campervan, um meine Kamera zu holen. Glücklicherweise waren sie noch am gleichen Ort und ich konnte sie ungestört fotografieren. Bisher sahen wir an verschiedenen Orten Opossum nachts, aber selten so lange, dass wir sie hätten fotografieren können.

22.08.07 Sydney

Den Morgen verbrachten wir mit lesen auf dem Campingplatz. Während der Nacht und bis Mittag gab es immer wieder einige kurze Regengüsse. Im Gästebuch auf unserer Homepage liess sich kein Eintrag mehr erstellen. Ich suchte nach dem Fehler, konnte aber keinen finden. Das Resultat meiner Bemühungen war, dass kein Einrag mehr vorhanden war und trotzdem keine neuen erstellt werden konnten. Nach dem Mittag fuhren wir in ein Einkaufszentrum in Chatswood um ein Reparaturkit für die Windschutzscheibe zu kaufen. Den kleinen Riss haben wir schon lange in der Windschutzscheibe und da die Scheiben durch die Versicherung nicht gedeckt sind, mussten wir diesen reparieren. Nachdem wir das Kit gekauft hatten verpflegten wir uns bei einem Chinesen im Einkaufszentrum. Zurück auf dem Campingplatz machte ich mich daran, den Riss zu reparieren. Wir kamen noch mit einer Familie aus Holland ins Gespräch, bevor wir uns in den Camper zurückzogen. Ich bin gespannt, wie die Reparaturstelle an der Windschutzscheibe morgen bei Tageslicht aussieht.

23.08.07 Sydney

Heute nach dem Frühstück war Teig Vorbereiten, Packen und Reinigen angesagt. Das Wetter war wie die letzten 10 Tage stark bewölkt, regnerisch und heute sehr kühl (14° C). Das Packen und Reinigen hielt uns ziemlich warm. Beat erledigte die Führerkabine und das Fahrzeug-Äussere. Ich selber räumte die Schränke aus und reinigte alles von Innen. Eine Regenpause nutzten wir dazu, unser Brot zu backen. Unser Handy klingelte ein paar Mal, aber weil wir draussen beschäftigt waren, gelang es uns nicht, rechtzeitig abzuheben. Martin Kehrt versuchte, uns zu erreichen. Schnell wollte ich den Anruf erwidern, aber mein Prepaid-Abo enthielt nur noch 80 Cents. Damit lässt sich weder ein Telefonat führen noch ein SMS senden (Halsabschneider diese Telstra). So wechselte ich meine SIM-Karte zurück zu Swisscom und erledigte den Rückruf. Martin wollte sich von uns noch verabschieden und wünschte uns einen guten Flug. Er rief uns sogar zurück, damit wir nicht die Schweizer Gesellschaft benutzen mussten. Uns hat es sehr gefreut, dass er sich noch einmal meldete. Wir werden bestimmt per Email in Kontakt bleiben.
Obwohl wir einige Kleider entsorgten und kaum schwere Bücher oder Flüssigkeiten bei uns hatten, wurden die beiden Taschen viel zu schwer. Wir beschlossen, trotz der hohen Kosten, einige Dinge per Schiff nach Hause zu senden und füllten eine unserer Kleiderboxen mit 15 kg. Nachmittags fuhren wir zum mittlerweile gut bekannten Einkaufszentrum namens Macquarie. Hier erfuhren wir, dass unsere Box im Umfang 5 cm zu gross war, um versandt werden zu können. Die freundliche Dame verwies uns an Pack and Send, wo wir einige Minuten später anriefen. Diese hätten unsere Box versandt, aber zu einem horrenden Preis.
Weiter hatten wir mit Telstra noch ein Geschäft offen und gingen in den zugehörigen Shop. Der freundliche Verkäufer wies uns darauf hin, dass wir unseren Account sperren lassen müssten und offerierte uns, das Shop-Telefon zur Benutzung. Leider war das Telefonat nicht sehr erfreulich. Telstra beendete zwar den Account, aber verlangte hierfür eine saftige Summe, die wir nicht so ohne Weiteres, zu zahlen bereit sind. Der Berater am Telefon wies uns auf ein spezielles Formular hin, das er per Email an uns versandte und mit welchem wir einen Antrag auf Ermässigung stellen können. Mehr konnte er für uns nicht erledigen. Das Modem liessen wir im Shop zurück und erhielten nicht einmal eine kleine Rückerstattung. Der Kundenservice hier ist zwar gefüllt mit äusserst freundlichen Personen, aber überhaupt nicht kundenorientiert. Unser Fazit: Weder Telstra noch Vodafone sind zu empfehlen, um in Australien zu telefonieren oder Internet zu benutzen.
Etwas frustiert verpflegten wir uns im Einkaufszentrum, da alle unsere Vorräte aufgebraucht waren und fuhren zurück auf den Campingplatz. Hier massen wir unsere übrigen Boxen und stellten erfreut fest, dass eine der grösseren einen Umfang von 136 cm hatte und damit gut in die Maximalgrössenbeschränkung von 140 cm passte. Wir räumten die bereits gefüllte Box um und testeten, ob unsere heutige Bekleidung zusammen mit dem Doppelschlafsack in die kleinere Box passen würden. Das Resultat war, dass wir noch zwei der kleineren, stapelbaren Boxen füllten. Morgen fahren wir nochmals zur Post und versenden die Pakete bevor wir das Fahrzeug retournieren.
Danach aktualisierten wir unsere Buchhaltung, erstellten für Apollo eine Zusammenstellung der aufgelaufenen Kosten und lasen noch ein wenig. Früh legten wir uns schlafen, im Wissen darum, dass wir in den nächsten zwei Tagen nicht mehr ausgestreckt liegen können, sondern im Flugzeug eingequetscht sein werden. Natürlich hielten wir das Zu-Bett-Gehen in der letzten Nacht in Sydney fotografisch fest und zwar mit unserem Schutzengelchen, das uns während der ganzen Zeit begleitete und immer über uns wachte.

24.08.07 Sydney (Rückflug)

Um 6.30 liessen wir uns vom Wecker aus dem Schlaf holen. Wir frühstückten, duschten, packten unsere Sachen zum Verschicken in die Boxen und erledigten die letzten Reinigungsarbeiten im Camper. Da unsere Verkaufsaktion nicht sehr erfolgreich war, stellten wir alles Material, das wir nicht mit nach Hause nehmen oder versenden konnten, zu den Abfallcontainern des Campingplatzes. Kurz nach 8.30 Uhr waren wir unterwegs nach Mascot. Wir fuhren einmal mehr durch den Harbourtunnel und achteten diesmal genau auf die konfuse Beschilderung. Mitten auf dem Freeway steht plötzlich, dass die Durchfahrt nur mit einem gültigen Tag erlaubt ist und keine Barzahlung der Gebühr möglich ist. Zum Umkehren ist es dort aber zu spät, so dass wir einfach durch die elektronische Kontrollle durchfahren mussten. Wir kamen zur Ausfahrt bei Mascot und suchten als erstes einen Postshop. Nach kurzer Zeit wurden wir fündig und gaben unsere beiden Boxen zum Versand auf. Für die insgesamt 21 kg bezahlten wir 188.70 AUS$. Der Angestellte, der die Boxen entgegen nahm, machte keine Anstalten, irgendein Umfang der Boxen zu messen und wir waren uns sicher, dass wir hier auch die andere, grössere Box von gestern ohne Probleme hätten aufgeben können. Ein letztes Mal kämpften wir mit der eigenartigen Beschilderung in Sydney und fanden auf Umwegen zu Apollo. Es war 10.30 Uhr als wir bei Apollo eintrafen. Die Übergabe des Wagens war unkompliziert und diesmal waren wir froh, dass die Sache etwas Schlampig von statten ging. Nach kurzer Diskussion wurden auch alle unsere Ausgaben für den Camper (inkl. des Reifens) von Apollo zurückerstattet. Die Dame bei Apollo hatte uns sofort ein Taxi für die Fahrt zum Flughafen gerufen und der Fahrer musste noch einige Zeit warten. Auf der Fahrt zum Flughafen fanden wir heraus, dass Nicole Australien über alles liebt und der Taxifahrer, ein Neuseeländer, Australien hasst. Wir kamen am Flughafen an und überbrückten die Zeit bis zum Einchecken mit Lesen und Herumschlendern. Nach dem Einchecken waren wir hungrig und gaben unsere letzten australischen Dollars für ein Sandwich bei Subway aus. Ca. zwei Stunden später sassen wir im Flugzeug nach Bangkok. Die Dreierreihe im Flugzeug teilten wir uns mit Luigi, einem Italiener, der für HILTI arbeitet und sich in der Filiale in Sydney, um einen Job bewarb.

25.08.07 Rückflug

Die Zwischenlandung in Bangkok gab uns Gelegenheit, unsere Beine richtig zu vertreten. Während des Tankens wurde das Flugzeug gereinigt und alle Passagiere wurden durch den halben Flughafen geschleust. Die ca. 30 Minuten Bewegung und Stehen taten sehr gut. Danach nahmen wir unsere Plätze im Flugzeug wieder ein und flogen nach Dubai. Die Zeit vertrieben wir uns mit PC-Arbeiten, Lesen und dem Board-Unterhaltungssystem. An Schlafen war bei diesen engen Platzverhältnissen nicht gross zu denken. Trotzdem verging die Zeit rasch und wir landeten sicher Dubai, wo wir nochmals etwa 2.5 Stunden Zeit hatten.
Nachdem wir uns mit Getränken und Maltesers eingedeckt hatten, verabschiedeten wir uns von Luigi und machten uns auf den Weg zu unserem Gate. Der Flughafen von Dubai ist immer total überfüllt. Die Leute liegen und sitzen überall am Boden mangels Sitzplätzen. Unweit von unserem Gate entfernt fanden wir ein geeignetes Plätzchen, erledigten weitere Computerarbeiten, vertraten unsere Beine und lasen. Dann bestiegen wir ein weiteres Mal das Flugzeug und flogen nach Zürich. Auf diesem Flug hatten wir Plätze in der Zweierreihe und konnten noch etwas Schlafen. Unser Gepäck war rasch auf dem Band und wir marschierten zum Ausgang.
Durch die Scheiben erblickten wir bereits unser grosses Empfangskomitee, das uns voller Freuden in die Arme schloss und mit Getränken versorgte, als wir durch den Zoll kamen. Da wir nicht alle gemeinsam nach Hause fahren konnten, beschlossen wir, uns noch in ein Kaffee zu setzen und etwas zu plaudern. Danach wurden Beat und ich von Jacqueline und Jürg nach Hause chauffiert. Das war einfach toll.
Zuhause war unser Haus frisch gereinigt und mit Blumen sowie Figuren geschmückt, im Kühlschrank lagen einige Leckereien bereit, ein herrlich duftender Speckzopf sowie ein frischer Rahmkuchen standen in der Küche, eine leckere Früchteschale erfreute unsere Sinne und eine Platte voller kulinarischer Köstlichkeiten (Bretzelrollen, Lebkuchen, Schokolade usw.) zog unsere Blicke an. Nachdem wir unsere Taschen ausgeräumt hatten, erfrischten wir uns mit einer Dusche in unserem sauberen Bad. Das war eine richtige Wohltat. Anschliessend trafen wir uns bei Beats Eltern und verzehrten genüsslich den Rahmkuchen. Unsere Augen wurden immer schwerer, so dass wir uns bald verabschiedeten und uns schlafen legten. Das Bett war frisch angezogen, duftete herrlich nach Sommer und war mit Schokolade verziert. Es dauerte nicht lange und wir fielen in einen erholsamen Tiefschlaf.