Cairns - Cooktown (7. - 10.)

7.07.07 Cairns - Port Douglas

Wir liessen es am Morgen gemütlich angehen und fuhren kurz nach zehn Uhr vom Campingplatz los. Die Strasse nach Port Douglas schlängelte sich kurz nach Cairns der Küste entlang und bot einige spektakuläre Ausblicke auf die schönen Strände. Kurz vor Port Douglas checkten wir um ca. 12 Uhr auf dem Campingplatz ein. Die Gegend hier ist im Moment sehr gut besucht und wir wollten nicht riskieren, zu später Stunde noch einen Platz zum Übernachten suchen zu müssen. Nach einer kurzen Mittagspause machten wir uns auf, Port Douglas zu erkunden. Wir fuhren mit dem Camper zum Hafen und parkierten dort. Wir befanden uns in einem aufstrebenden Touristenort mit schönen Stränden und vielen hübschen Strassencafes. Wir spazierten zuerst auf einen Aussichtspunkt, von dem aus wir die Four Mile Beach überblicken konnten. Danach schlenderten wir durch die Strassen des Ortes und genossen in einer Gelateria ein Eis. Kurz nach vier Uhr waren wir zurück auf dem Campingplatz und genossen die letzten Sonnenstrahlen. Nach dem Nachtessen legten wir uns relativ früh schlafen.

8.07.07 Daintree NP und Cape Tribulation

Voller Erwartungen starteten wir heute morgen um 9.00 Uhr Richtung Daintree National Park und Cape Tribulation. Die Gegend hier ist wunderschön mit vielen dicht bewachsenen Bergen, saftig grünen Wiesen, Palmengesäumten Strassen und blühenden Zuckerrohrfeldern.
Beim Daintree Village stoppten wir, um nähere Informationen über den Park und die Aktivitäten zu erhalten. Leider war von hier aus nur eine Bootstour und ein kurzer Spaziergang zu einem Wasserfall möglich. Der Spaziergang hätte über Privatbesitz geführt und dafür muss man ja selbstverständlich etwas bezahlen. Da die Bootsfahrt 20 Minuten nach unserer Ankunft startete, buchten wir 2 Plätze und spazierten zum Jetty runter.
Der Bootsführer war unter grossem Zeitdruck, da er ziemlich weit den Fluss runter fuhr, um uns ein Krokodil zeigen zu können. Dafür bleib keine Zeit, etwas näher an Vögel heran zu fahren und für Fotos kurz zu verweilen. Das Krokodil lag friedlich schlafend auf einer Sandbank, aber wir durften es nur aus der Ferne betrachten, da ein näheres Heranfahren wohl zu gefährlich gewesen wäre. Auf dem Rückweg sahen wir ein zweites Krokodil, das tief im Unterholz der Mangroven versteckt war. Völlig enttäuscht und etwas entmutigt, setzten wir uns in unseren Camper und fuhren zum Cape Tribulation.
Eine Fähre setzte die wartetenden Fahrzeuge ans andere Flussufer über und dann schlängelte sich die Fahrzeugkolonne Richtung Alexandra Range Lookout. Hier versammelte sich Kreti und Pleti auf dem kleinen Lookout, so dass fast ein Gedränge fürs Fotografieren und Filmen entstand. Beat und ich verweilten nur wenige Minuten hier. Bisher konnten wir keine Karte oder Informationsbroschüre organisieren, die uns etwas mehr Informationen über mögliche Wanderungen erteilt hätte. So fuhren wir weiter und lasen aufmerksam an den vielen Werbetafeln, was so alles unternommen werden kann. Den nächsten Stopp legten wir beim Rainforest Discovery Centre ein. Auch hier das selbe Bild von völlig überfüllten Parkplätzen und vielen Leuten. Als wir sahen, dass der Eintritt AUS$25 pro Person kostete, drehten wir um. Beide waren wir völlig entgeistert über den Kommerz hier im Regenwald. Wir hatten Abgeschiedenheit und Naturerlebnisse erwartet, wie wir sie bereits in zahlreichen anderen Parks genossen hatten.
An der Alexandra Bay Beach assen wir unseren Lunch und fuhren weiter. Ein kleines Strassenschild verwies uns in ein Café, das hausgemachtes Eis anbot. Das kam gerade Recht, denn Dessert hatten wir noch keines gegessen und wir wurden mit wirklich schmackhaften vier Sorten Eis belohnt.
Endlich sahen wir ein Schild mit dem Hinweis auf den Marrdja Boardwalk, den wir unter die Füsse nahmen. Es war ein sehr schöner Rundgang durch Regenwald und Mangrovengebiet und wir waren fast alleine (nur gerade 4 Personen schauten sich den Weg zu dieser Zeit an).
Da es bereits 15h00 war und derart viele Leute unterwegs waren, beschlossen wir einen Campingplatz zu suchen. Uns gefiel der Name des Noah Beach Campgrounds, der etwas von der erwarteten Ruhe und eine schöne Lage versprach. Als wir hineinfuhren verwiesen Schilder darauf, dass nur mit Vorausbuchung hier campiert werden kann. Wir ärgerten uns darüber und fuhren weiter Richtung Cape Tribulation. Hier stoppten wir beim Info-Centre und statteten uns mit Prospekt- und Kartenmaterial aus. Das meiste, das hier drauf stand, hatten wir bereits gesehen oder verschmäht, aber es gab noch 2 interessante Walks, die wir für morgen einplanten.
Wir checkten an der Reception des Cape Tribulation Campgrounds ein und waren nicht mehr erstaunt, dass nur noch wenige Plätze übrig waren. Als wir jedoch in den stromlosen Bereich fuhren, um uns einen Platz auszusuchen, waren wir etwas geschockt. Wir hatten Mühe uns ein Plätzchen zu finden, ohne anderen Leuten über die Zeltschnüre zu fahren oder die Sitzplätze zu blockieren. Aber nach uns kamen noch weitere Fahrzeuge, die sich ebenfalls noch reinquetschten. Für uns war klar, dass wir hier sowieso nicht länger bleiben würden. Also machten wir das Beste aus der Situation und besichtigten den schönen und breiten Strand vor dem Campground, wo wir noch die letzten Sonnenstrahlen tankten.
Den Abend verbrachten wir mit Schreiben, Fotos aussortieren und Lesen. Wir kochten uns noch eine Kleinigkeit zum Nachtessen, zogen uns anschliessend in den Camper zurück und legten uns früh schlafen.

9.07.07 Daintree NP - Cooktown

Um halb sieben Uhr standen wir unter der Dusche und frühstückten anschliessend. Nach dem Abwasch gings los Richtung Cooktown. Den ersten Zwischenhalt machten wir allerdings schon 800 m weiter beim Dubiji Boardwalk. Hier führte uns ein 1.2 km langer Pfad durch den schönen Regenwald. Weiter gings zum Kulki Lookout. Der Lookout war wegen Bauarbeiten geschlossen. Wir spazierten statt zum Lookout ein Stück an der Cape Tribulation Beach entlang und wieder zurück auf den Parkplatz. Kurz danach erreichten wir den Anfang des Bloomfield Tracks, der den Daintree NP mit Bloomfield verbindet. Er beginnt mit der Durchquerung des heute ca. 30 cm tiefen Emmagen Creeks. Nebst einigen weiteren kleinen Bachdurchquerungen waren verschiedene sehr steile Passagen zu bewältigen. Dazu musste vor allem beim Hinunterfahren der erste Gang in der Geländeuntersetzung bemüht werden, damit die Bremsen nicht unnötig strapaziert bzw. überhitzt wurden. Nach Bloomfield gings dann auf zum Teil befestigten Strassenabschnitten weiter bis wir kurz vor dem Black Mountain NP den asphaltierten Mulligan Highway erreichten. Die Black Mountains sehen aus wie aufgeschüttete Hügel mit grossen schwarzen Steinbrocken. Nach einem Fotohalt fuhren wir weiter nach Cooktown. In Cooktown suchten wir uns einen Campingplatz und machten uns ein paar gemütliche Stunden. Der Upload unserer Homepage gestaltete sich wieder einmal schwierig und das Programm wollte wieder die gesamte Page hochladen. Das würde wieder einige Stunden Onlinezeit in Anspruch nehmen. Nach dem Nachtessen lasen wir in unseren Büchern und gingen wieder recht früh schlafen. Morgen wollen wir uns Cooktown und die Umgebung ansehen.

10.07.07 Cooktown

Heute morgen war der Himmel leicht bewölkt, aber die Wolken wurden rasch weggeblasen und machten der Sonne Platz. Nach einem ausgiebigen und gemütlichen Frühstück, packten wir unsere Hüfttaschen und wanderten los zum Scenic Rim Walking Trail. Die Karte, die wir hatten war nicht sehr präzise und verwirrte uns einige Male.
Unser erstes Ziel war der Mt Cook. Als wir nach einigem Suchen, den Weg gefunden hatten, warfen wir noch einen Blick auf die Informationstafel. Zu unserem Erstaunen stimmten die Angaben auf der Infotafel, nicht mit unserer Wegbeschreibung überein. Da der Mt Cook aufgrund des dichten Regewaldbewuchses, keine grosse Aussicht versprach, der Weg schwierig zu finden, kein Rundweg und doppelt so lange sei, als auf unserer Karte beschrieben, entschieden wir uns, den Scenic Rim Walking Trail ohne Mt-Cook-Abstecher zu erwandern.
Guten Mutes steuerten wir die Finch Bay an. Der Weg zur Finch Bay war schlecht beschildert und nicht leicht zu finden, aber der Anblick des wunderschönen Strandes mit Mangroven, Regenwald, Palmen und Felsen belohnte unsere Bemühungen und machte uns weiteren Mut. Bei der Finch Bay mussten wir den Alligator Creek überqueren, um den Weg fortsetzen zu können. Zum Glück führte er kaum Wasser, so dass wir problemlos mit Schuhen rüberwaten konnten. Viele hellblaugefärbte kleine Krebse rannten vor unseren Füssen davon und vergruben sich blitzschnell an einer anderen Stelle wieder im Sand. Die kleinen Kerle sahen aus wie schöne Murmel mit orangfarbenen Beinen.
Von der Finch Bay führte der Weg zum botanischen Garten, wo wir Wallabies und einen grünen Frosch sahen. Danach mussten wir ein Stück des Weges zurück wandern, um die nächste Bucht zu erreichen.
Der Weg führte erneut teilweise recht steil hoch über die Klippe und auf der anderen Seite runter zur Cherry Tree Bay. Unterwegs gab es zwei schöne Lookouts mit Blick auf die Finch resp. Cherry Tree Bay. Bei letzterer machten wir eine kurze Verpflegungspause und genossen den schönen Anblick. Wir hatten den ganzen Strand für uns alleine, doch der Wind blies kräftig, so dass uns das Baden, trotz Sonnenschein und verschwitzten Kleidern, nicht anmachte.
Jetzt hiess es wieder hoch hinaufklettern, um über die nächste Kante zum Lighthouse Lookout zu gelangen. Vom Lighthouse hatten wir eine 360-Grad-Aussicht über Cooktown und die Umgebung. Es war traumhaft schön. Der breite Endeavor River führte zwar nur wenig Wasser, aber war ein schöner blauer Kontrast zum grünen Regen- und Mangrovenwald und den sandigen Abschnitten.
Vom Lighthouse wanderten wir hinunter in die Stadt und bestaunten die Häuser an Hanglage mit ihrer tollen Aussicht. Die Stadt Cooktown hatte zu Goldgräberzeiten um ca. 1875 ca. 30'000 Einwohner und war ziemlich belebt. Heute sind nur ca. 6'000 Einwohner registriert, aber es wird eifrig gebaut und die Tourismusbranche blüht.
Im Städtchen wanderten wir ein kurzes Stück der Hauptstrasse entlang und erblickten sogar eine Schlange. In der Wildnis entlang des Weges hatten wir ausser dem Wallaby und einigen Vögeln keine Tiere gesichtet. Im dichten Regenwald gibt es soviele Verstecke, dass es sehr schwierig ist, Tiere zu erspähen.
Des letzte Teilstück des knapp 12 km langen Scenic Rim Walking Trails (ohne den Mt Cook-Loop resp. Stichweg) führte uns durch Mangrovengebiet zum Friedhof und von hier ein paar hundert Meter der Strasse entlang zurück zum Campingplatz. Auch dieses Teilstück war nicht sonderlich leicht zu finden, da an gewissen entscheidenden Weggabelungen Hinweisschilder fehlten.
Verschwitzt und glücklich kamen wir bei unserem Camper an und genossen gleich eine warme Dusche, denn der starke Wind liess unsere verschwitzten Körper frösteln, bevor wir das warme Nass geniessen konnten. Danach war Nachtessen angesagt. Hungrig schlemmerten wir unser Chicken-Curry vor unserem Camper.
Den Abend verbrachten wir mit Lesen resp. Computerarbeiten. Ich begann die Fotos auf den PC zu laden und löschte gleich die Bilder, die ich nicht mehr wollte. Danach zogen wir uns in den warmen Camper zurück und ich erledigte noch den Interneteintrag, führte die Foto-Löschaktion der letzten Monate weiter und ergänzte das Fotobuch. Mittlerweile bin ich bei Band 8 angelangt und hatte immer noch nicht die Möglichkeit, die Bestellungen auf CD zu brennen und zum Druck zu versenden. Unser Laufwerk bockt noch immer.