Fraser Island (29. - 31.)

29.07.07 Bundaberg - Fraser Island (Govi)

Heute nahmen wir den Weg von Bundaberg nach Fraser Island in Angriff. Wir standen um 7 Uhr auf und waren um 8 Uhr unterwegs. In Maryborough machten wir einen Zwischenstop und füllten den Tank unseres Fahrzeuges noch einmal auf. Über Rainbow Beach erreichten wir den Inskip Point, von wo aus die Fähren nach Fraser Island übersetzen. Nicole war am Steuer und verlor angesichts des tiefen Sandes das vertrauen in ihre Fahrkünste und wir blieben auf dem Strand ca. 200m vor der Fähra einmal mehr im Sand stecken. Ich durfte das Steuer übernehmen und nach ein paar Rückwärts- und Vorwärtsbewegungen kamen wir wieder in Fahrt und erreichten die Fähre, die direkt am Strand angelegt hatte. Wir waren die ersten auf der Fähre und hatten so die Gelegenheit weitere Fahrzeuge zu beobachten, die im Sand stecken blieben. Wir nutzten die Zeit und reduzierten den Druck in unseren Reifen. Währen der Überfahrt bezahlten wir die 80 AUS$ für das Retourticket und wurden kurze Zeit Später auf Fraser Island am Strand abgesetzt. Wir liessen die anderen Fahrzeuge passieren und diese schossen wie Pfeile dem Strand entlang davon, so dass wir sie rasch aus den Augen verloren. Es herrschte Ebbe und wir konten gemütlich dem Strand entlang zu unserem ersten Ziel, dem Govi Camparea, fahren. Die Zufahrt zum Camparea war sehr Tiefsandig, weshalb wir diese zuerst zu Fuss erkundeten. Nachdem wir unser Campsite ausgesucht hatten (Wir waren zu dieser Zeit noch die einzigen.), nahm ich einen Anlauf mit unserem Camper. Es klappte auf anhieb und bot wieder erwarten keine Probleme. Wir richteten uns auf dem Platz ein und machten anschliessend einen ausgedehnten Spaziergang dem Strand entlang. Nach dem Spaziergang waren wir hungrig und kochten unser Nachtessen. Nach dem Nachtessen lasen wir in unseren Büchern und prüften zwischendurch die Gezeiten, damit wir die Angaben aus einem Touristguide prüfen konnten. Die Angaben schienen zu stimmen, so dass wir die nächsten Tage unseres Aufenthalts auf Fraser Island planen konnten. Wir lasen anschliessend noch in unseren Büchern und legten uns später schlafen.

30.07.07 Fraser Island (Maheno)

Wow, ein tolles Erwachen. Die Sonne wärmte unsere Schlafkabine und Frühstück gab es anschliessend am Strand mit viel Sonnenschein, Wärme und tosender Brandung. What a great feeling of freedom!! Wir hörten den ersten Wagen vom Campingplatz davon preschen und beschlossen, es ihm gleich zu tun, obwohl wir noch nicht 2 Stunden von der Flut entfernt waren. Unser Campervan wurde reisefertig gemacht und dann brauste er mir mit Beat am Steuer entgegen, während ich ihn auf Video filmte. Am Strand hüpfte ich auf den Beifahrersitz, dann stürzten wir uns ins Abenteuer der sandigen Inlandtracks. Der Track namens southern lakes scenic drive führte uns durch eine dicht bewachsene Regenwald-, schöne Heide- und reife "Hoop"-Pinienlandschaft. Der sandige Untergrund war nur mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 20 km/h zu befahren und schüttelte uns dennoch heftig durch.
Den ersten Stopp legten wir beim Lake Boomanjin, der mit 200 ha der grösste See ist. Das Wasser hier hatte eine unappetliche bräunliche Farbe, aufgrund des Tanins, das die Pflanzen produzieren und in den See abgeben. Hier profitierten wir von der Infrastruktur und genehmigten uns eine eiskalte Dusche. Ich wusch meine Haare und hatte das Gefühl, dass ich bald zu Eis erstarren würde, wenn dieses Shampoo nicht bald rausging. Na ja, wenn schon kalt, dann gleich die doppelte Ladung mit Haarewaschen. Vollkommen erfrischt und die Kälte noch immer in den Knochen setzten wir uns ins Fahrzeug und fuhren zum Lake Birrabeen.
Hier führte vom Parkplatz ein kurzer Weg zum Ufer und bot uns einen unglaublich schönen Anblick. Das Wasser war in der Mitte tiefblau und wurde gegen das Ufer hin immer stärker türkis bis zum Schluss glasklar und weiss. Der Sand war wie Schnee so hell und rein. Uns blieb fast der Atem weg bei dem fantastischen Anblick. Zudem teilten wir den grossen Strand mit nur gerade 2 weiteren Personen. Wir besuchten auch noch den Lookout, der auf einem zweiten kurzen Weg zu erreichen war und uns einen schönen Ausblick bot.
Von hier steuerten wir den Lake McKenzie an, der einer der populärsten Seen der Insel ist. Der Track ab Central Station wurde mit central lakes scenic drive betitelt und war ebenso spektakulär, wie der erste Weg. Schon beim Parkplatz war zu sehen, dass der See gut bevölkert war. Trotzdem marschierten wir mit unserem Lunch bewaffnet ans Seeufer. Nach ca. 200 m war ein rieiges Schild aufgestellt, das darauf hinwies, dass am Strand aufgrund der Dingos keine Lebensmittel verzehrt werden dürfen. Völlig enttäuscht marschierten wir weiter. Nach weiteren ca. 200 m erreichten wir einen eingezäunten Picnicplatz, den wir aber verschmähten. Wer will schon im Wald und hinter Gittern den Lunch einnehmen, wenn am Seeufer unten eine Naturschönheit lockte? Atemberaubend schön war der Blick auf den tiefblauen See, der wiederum zum Ufer hin von türkis zu glasklar die Farbe wechselte. Der Lake Mc Kenzie hat eine schöne Halbinsel, die das linke Seeufer wie zu einem kleinen Hafenbecken formt und zur rechten Seite offenes blaues Wasser hat. Ums Hafenbecken war ein Schilfgürtel und gleich dahinter dichter Wald. Wie erwartet waren sehr viele Leute am See, aber wir fanden problemlos ein Plätzchen für uns, da der Strand sehr gross war. Hier genehmigten wir uns die mitgebrachten Diet Cokes und pausierten nur kurz. Danach kehrten wir zum Fahrzeug zurück und verpflegten uns, während dem nächsten Streckenabschnitt.
Unser nächstes Ziel war der Lake Wabby Lookout. Die Strasse hierzu führte uns durch enge sowie steile Sanddünentäler, an dessen Seiten die Sandwände so hoch thronten, wie unser Fahrzeug. An zwei heiklen Passagen hatten wir Gegenverkehr und mussten in eine sehr kleine Nische ausweichen. Ich konnte den steilen Abhang gleich neben meiner Tür sehen und fühlte mich nicht sehr behaglich, zumal wir auf Sand standen, der leicht abrutschen könnte. Wir schafften die Strecke problemlos und wurden erneut überrascht von der Schönheit des Lookouts. Unser Blick erfasste die Waldlandschaft, den Lake Wabby, die riesige unbewachsene Sanddüne, einen weiteren Vegetationsgürtel, den Strand und das Meer. Einfach sensationell.
Die letzten 7 km bis zum Strand wurden nur von einer Python und einem steckengebliebenen Fahrzeug verzögert. Die Python lag gemütlich quer über der sandigen Strasse und machte keine Anstalten, sich weiter zu bewegen. Beat fasste einen langen Ast und wollte sie, zum Weiterschlängeln animieren. Aber ich wollte noch Fotos schiessen und bat ihn, erstens vorsichtig zu sein und zweitens noch zu warten. Mutig pirschte ich mich bis auf 1 m an die schöne Python ran. Sie bewegte sich nicht und liess sich fotografieren. Danach hörten wir ein weiteres Fahrzeug herankommen und anhalten. Wir marschierten zu ihnen hin und informierten sie über die Python, es waren Norweger, mit denen wir beim Lookout etwas geplaudert hatten. Sie strömten mit Fotoapparaten bewaffnet zu unserem Fahrzeug und freuten sich über die Sichtung. Nun bewegte sich die Python aus eigenem Antrieb vorwärts und liess unsere Fahrzeuge passieren. Das steckengebliebene Fahrzeug blockierte nur die Zufahrt zum Strand, aber es gab noch einen Bypass, der allerdings sehr tiefsandig war und nicht sehr vertrauenserweckend aussah. Die Norweger mit ihrem leichteren PW beschlossen, den Bypass zu fahren und überholten uns via Ausstellplatz. Sie erreichten den Strand sicher, weshalb wir in der von ihnen gelegten Spur via Bypass zum Strand fuhren. Unser Fahrzeug meisterte den tiefen Sand hervorragend und wir beschleunigten unsere Fahrt auf ca. 70 km/h am harten Sandstrand entlang.
Der Eli Creek ist gemäss Angaben der Nationalparkverwaltung nur während 2 Stunden vor und nach Ebbe zu passieren. Um 16h45 wäre die letzte Durchfahrtsmöglichkeit gewesen und wir erreichten den Eli Creek kurz nach 16h und setzten sicher über. Danach suchten wir uns einen tollen Stellplatz direkt am Strand mit Blick aufs Meer.
Jetzt waren wir hungrig und kochten uns das Nachtessen, das wir bei Vogelgezwitscher und Brandungsgetöse einnahmen. Leider hatten die beiden Eier, die wir heute zu unserer Rösti essen wollten, die holprige Fahrt nicht überlebt. Dafür durften wir unseren Kühlschrank gründlich reinigen und von den zerborstenen Eiern befreien. Nach dem Essen wuschen wir gleich ab, weil kein ungewaschenes Geschirr wegen der Dingos draussen gelassen werden soll. Wir konnten den Mondaufgang beobachten, der wirklich spektakulär war. Orangefarben tauchte er urplötzlich am Horizont auf und erglühte in voller Grösse. Schnell stieg er hoch und warf bald einen langen orange-gelben Schweif übers Meer.
Danach zogen wir uns zurück an die Wärme im Innern unseres Campervans, erledigten den Homepage-Eintrag, lasen noch ein wenig und sanken glücklich ins Bett.

31.07.07 Fraser Island (Ocean Lake)

Pünktlich zum Sonnenaufgang erwachten wir und liessen uns das Schauspiel der aufgehenden Sonne nicht entgehen. Noch vor dem Frühstück liefen wir dem Strand entang zum nahegelegenen Wrack der 1935 gestrandeten Maheno. Nach dem Frühstück besuchten wir ebenfalls zu Fuss den Eli Creek und machten die kurze Wanderung über einen Holzsteg etwas vom Strand weg und anschliessend durch das klare Wasser des Creeks mit einem schönen weissen Sandboden zurück zum Strand. Zurück beim Campingplatz hatte sich die Flut soweit zurückgezogen, dass wir unsere Sachen zusammenpackten und weiter in den Norden der Insel fahren konnten. Unterwegs deponierten wir unseren Abfall bei einer Sammelstelle und schauten uns die Pinnacles und den Red Canyon an. Beim Indian Head machten wir einen weiteren Zwischenstopp und erklommen die ca. 100 m hohen Felsen. Von oben boten sich spektakuläre Ausblicke af die Strände der Fraser Island und zu unserer grössen freude konnten wir zwei Buckelwale ca. 50 m von den Felsen weg durchs Meer ziehen sehen. Die Buckelwale kamen in regelmässige Abständen zum Atmen ganz an die Oberfläche, so dass wir die imposanten Tiere schön bestaunen konnten. Vom Indian Head gings dann über eine Inlandstrasse weiter. Die Zufahrt vom Strand war sehr tiefsandig und einige Fahrzeuge blieben stecken. Wir nahmen ein wenig Anlauf und kamen fast mit zuviel Schwung auf den festeren Teil. Unser Fahrzeug wurde kräftig durchgeschüttelt, überstand aber das Manöver unbeschadet. Bei den Champagen Pool gab es einen weiteren Stopp. Ein Bussfahrer eines Touroperators drückte uns eine überzählige Lunchbox in die Finger, nachdem Nicole eine Bemerkung über Hunger gemacht hatte. Wir nahmen das Geschenk dankend an und setzten uns bei den Pools zum Essen hin. Es war nicht fünfsterne Essen, aber wir genossen es trotzdem. 8 km nach dem Indian Head erreichten wir wieder den Strand und es ging in zügigen Tempo dem Ocean Lake Campground entgegen. Der Platz war wider Erwarten kaum Besucht und wir richteten uns auf einem schönen Stellplatz ein. Vor dem Nachtessen besuchten wir zu Fuss den 1 km entfernten Ocean Lake und machten dort den schönen Cypress Walk. Während ich filmte, sah Nicole wie eine Süsswasser-Schildkröte ihren Kopf aus dem Wasser streckte und tief Luft holte, um dann gleich wieder abzutauchen. Nach dem Nachtessen zogen wir uns in den Camper zurück und erledigten vor dem Schlafengehen noch diverse Arbeiten.