Mount Isa - Cairns (1. - 6.)

1.07.07 Mount Isa

Was haben wir diese Nacht gut geschlafen! Nach acht Uhr standen wir auf und frühstückten im Freien. Anschliessend erledigten wir den Abwasch, der heute etwas länger dauerte, weil sich einiges an Geschirr angesammelt hatte. Um 10 Uhr waren wir reisefertig und gaben den Schlüssel im Office ab. Dabei erfuhren wir, dass es stornierungen gegeben hatte. Wir nutzten die Gelegenheit und buchten zwei weitere Nächte auf dem Campingplatz. Bei der Einfahrt zum Campingplatz warteten wir auf Jim, mit dem wir uns verabredet hatten. Kurze Zeit später traf Jim ein und brachte uns ca. 10 kg Grapefruits. Wir gingen zusammen auf unser neues Campsite und unterhielten uns bei einem Kaffee bzw. Tee. Die Zeit verging sehr schnell und um ein Uhr verabschiedete sich Jim von uns. Wir vereinbarten, dass wir ihn nach unserem geplanten Abstecher nach Cape York in Innisfail besuchen werden. Der Unterboden und die Radkästen unseres Campers waren immer noch voller Dreck, so dass wir eine Autowaschanlage mit Hochdruckreiniger aufsuchen wollten. Vorher genehmigten wir uns wieder einmal ein leckeres Sandwich von Safeway. Wir wuschen in der Autowaschanlage für 8 AUS$ soviel Dreck wie möglich weg. Zurück auf dem Campingplatz brachten wir unsere Finanzbuchhaltung auf den neuesten Stand und erledigten weitere ausstehende Arbeiten. Den Abend verbrachten wir auf dem Campingplatz und gingen früh schlafen. Die letzten paar Tage hatten ihre Spuren hinterlassen.

02.07.07 Mount Isa

Heute morgen standen wir früh auf, um den Kampf in der Waschküche rechtzeitig in Angriff nehmen zu können. Um 7.00 Uhr steuerten wir Richtung Waschmaschinen und besetzten gleich deren 4, zum Unmut einer später eintreffenden Frau. Nach 25 Minuten war bereits alles gewaschen und wir hingen alles zum Trocknen an der Sonne und frischen Luft auf.
Danach telefonierten wir erneut mit Apollo, um den nächsten 10'000-km-Service zu arrangieren. Ohne einen festen Termin erhalten zu haben, fuhren wir Richtung Garage. Hier gaben wir unsere Handy-Nr. an, damit sie uns benachrichtigen konnten, sofern sie Zeit hatten, unseren Service vorzunehmen. Inzwischen besorgten wir unsere Einkäufe, erneuerten unseren Kredit auf dem Handy und kauften noch etwas Lesestoff ein. In den Tagen, in denen wir im Dreck standen, hatten wir soviel Zeit zum Lesen, dass wir nicht mehr viel übrig hatten. Mittlerweile war 12.00 Uhr und wir hatten noch nichts von der Garage gehört. So zogen wir uns auf unser Campsite zurück und erledigten einige PC-Arbeiten, lasen und nahmen die Wäsche ab.
Um kurz nach 14.00 Uhr konnten wir das Fahrzeug bringen. Wir warteten in der Kundenloge und lasen bis wir unser Gefährt um 17.45 Uhr wieder in Empfang nehmen konnten. Anschliessend kochten wir uns das Nachtessen und arbeiteten weiter am Computer, um die Fotobücher endlich auf CD brennen und versenden zu können.

3.07.07 Mont Isa - Richmond

Wir schliefen einmal mehr aus und verliessen den Campingplatz in Mount Isa um Punkt 10 Uhr. Wir fuhren durch hügeliges Gebiet, bis wir ca. in der Mitte zwischen Mount Isa und Cloncurry wieder ebenes Busch- und Weideland antrafen. Irgendwann nach Cloncurry sahen wir einen Land Cruiser entgegenkommen, der wie Jim's Wagen aussah. Und tatsächlich war es Jim, der in der Gegend zwischen Richmond und Cloncurry nach Raubvögeln Ausschau hielt. Wir hielten an, suchten uns einen schönen Platz und assen zusammen einen kleinen Lunch. Nach ca. eineinhalb Stunden verabschiedeten wir uns und wir fuhren weiter Richtung Richmond. Der Rastplatz, auf dem wir eigentlich übernachten wollten, gefiel uns nicht besonders, so dass wir beschlossen, die Nacht auf dem Campingplatz in Richmond zu verbringen. Wir erledigten noch ausstehende Arbeiten und verbrachten einen ruhigen Abend.

4.07.07 Richmond - Forty Mile Scrub NP Picnic Area

Den heutigen Tag gingen wir gemütlich an und nahmen die 457 km lange Etappe Richtung Ostküste unter die Räder. Wieder einmal konnte sich Beat durchsetzen und wählte eine unbefestigte Strasse, nachdem der Tankstellenwart ihm versicherte, dass die Strasse trocken sei. Ich war ganz und gar nicht erfreut, aber musste mich fügen. Unterwegs wechselte die Landschaft nur leicht. Sanfte dicht bewachsene Hügel, Spinifexgras- und Baumlandschaft wechselten sich ab. Die Strasse war in trockenem Zustand und gut zu befahren. An einigen Abschnitten waren Strassenarbeiten im Gange und es hatte ein paar kleine ca. 10 cm hohe Wasserfurten, die wir durchfahren mussten. Erstaunlicherweise hatte es viel Verkehr auf dem heutigen Streckenabschnitt und viele Road Trains fuhren uns entgegen, so dass unsere Sicht durch den aufgewirbelten Staub völlig vernebelt wurde. Die letzten ca. 70 km waren geteert, aber nur für eine Spur. Jedesmal, wenn sich ein Road Train näherte, wichen wir auf den unbefestigten Teil aus, was aber weniger staubig war.
Wir erreichten das Forty Mile Srub NP Picnic Area um ca. 17.30 Uhr und machten uns einen gemütlichen Abend mit Lesen, Homepage-Eintrag und Foto-Bereinigung. Irgendetwas stimmt mit unserem Laufwerk nicht, so dass wir die vorbereiteten Bestellungen der Fotobücher nicht brennen können. Langsam wird der Speicherplatz knapp und wir müssen alles löschen, was wir nicht mehr benötigen.
Relativ früh gingen wir zu Bett und versuchten an der lärmigen Strasse mit vielen vorbeibrausenden Road Trains zu schlafen.

5.07.07 Forty Mile Scrub NP Picnic Area - Cairns

Es war keine ruhige Nacht auf den Picnic Area. Etwa sechs Roadtrains fuhren durch die Nacht bei uns vorbei. Sie kündigten sich mit einem leisen Grollen an, das Geräusch wurde immer stärker bis sie mit ohrenbetäubendem Krach an uns vorbei donnerten und die Erde erzittern liessen. So schnell wie sie gekommen waren verschwanden sie wieder in der Ferne und eine wohltuende Ruhe breitete sich über dem Platz aus. Wir standen am Morgen nicht sehr erhohlt auf und machten uns nach dem Frühstück auf den Weg. Der, bis Mount Garnet grösstenteils nur einspurig befestigte, Highway war recht stark befahren, so dass wir recht langsam vorankamen, weil wir beim Kreuzen immer auf den unbefestigten Teil ausweichen mussten. Wir schraubten uns von ungefähr 800 unmerklich bis auf über 1200 m.ü.M. Vom bewaldeten Hochplateau gelangten wir in sanfte Hügellandschaften, die durch ihre Bewaldung und das saftige Grün des Weidelandes an unser Emmental erinnerten. Palmen und exotische Farne verrrieten aber, dass wir uns in tropischem Gebiet aufhielten. Unterwegs besuchten wir den Millstram Fall NP, eine Windfarm, den Mont Hypipamee NP mit den Dinner Falls und einem imposanten Krater und den Curtain Fig Tree im Wooroonooran NP. Nach dem Wooroonooran NP führte eine gewundene Strasse von ca. 1000 m.ü.M. hinunter nach Gordonvale, das ca. 50 m.ü.M. liegt. In Cairns suchten wir eine Zeit lang den gewünschten Campingplatz. Um ca. 15.30 Uhr trafen wir auf dem Platz ein und konnten den letzten freien Stellplatz besetzen. Wir bereiteten uns ein früher Nachtessen zu und lasen noch etwas in unseren Büchern. Wir gingen recht früh zu Bett, um morgen fit für die Erkundung von Cairns zu sein.

06.07.07 Cairns

Cairns ist die touristische Metropole von Queensland und besteht aus einer Mischung von Interlaken und Rimini. Als erstes besichtigten wir den Fleckers Botanical Garden, der wunderschön angelegt war. Beim Saltwater Creek stellten wir unseren Camper ab und wanderten durch dichten Regenwald entlang dem Rainforest Boardwalk zum botanischen Garten. Hier machten wir den kleinen Rundgang und setzten uns ins Gartenrestaurant, um gemütlich eine Diet Coke zu schlürfen. Anschliessend spazierten wir entlang dem Freshwater Lake und Sumpfgebiet zurück zum Camper.
Als nächstes besichtigten wir das Zentrum von Cairns. An der Werft liessen wir unseren Camper stehen und marschierten zu Fuss entlang der relativ stark befahrenen Wharf Street zum Pier Shopping Centre, von wo wir einen guten Blick auf den Hafen hatten. Die Sonne strahlte am stahlblauen Himmel und unser Magen knurrte, weshalb wir entschieden, das Shopping Centre nicht zu betreten, sondern in einem gemütlichen Restaurant etwas zu essen. Wir spazierten entlang der wunderschön angelegten Esplanade mit riesigem Swimmingpool, Sandstrand, Meer und Rasenfläche. Gleich dahinter (leider) pulsierte der Verkehr und ein Strassenrestaurant reihte sich ans nächste. Der der mediterrane Touch war unverkennbar. Wir suchten uns einen sonnigen Platz und assen gemütlich unser Mittagessen. Danach schlenderten wir mit einer hausgemachten Gelati ausgerüstet durch die Innenstadt zum Rusty's Market und kauften frisches Obst.
Die Skyline von Cairns weist kaum Wolkenkratzer auf. Einige wenige Hotelanlagen ragen hoch in den stahlblauen Himmel, aber sonst sind die Gebäude 2 - 4-stöckig und die Innenstadt ist schnell besichtigt. Nebst vielen Restaurants, Bars und kleinen Shopping Arkaden gibt es tonnenweise Souvenirläden. Aber uns war nicht nach Einkaufen zu Mute. Wir kehrten zum Camper zurück und fuhren zu den Crystal Cascades nahe beim Campingplatz. Die Sonne stand schon zu tief, um die Wasserfälle zu bescheinen, aber es war ein netter Spaziergang (für einmal ohne Fotos).
Beim Campingplatz angekommen, fröstelte ich bereits wieder leicht und zog den Faserpelz sowie lange Hosen an. Ich erledigte gleich den Internet-Eintrag (noch draussen) und zog mich dann in den beheizten Camper zurück, obwohl draussen noch immer etwa 18° C herrschten. Für mich einfach zu kühl, ich trauere den heissen Zeiten im nördlichen Teil von Western Australia und Northern Territory nach.