Kakadu NP (1. - 2.)

1.06.07 Kakadu NP

Wir standen am Morgen um ca. 7 Uhr auf und machten uns abfahrbereit. Wir verabschiedeten uns von Tina und Werner, mit denen wir zwei anregende Abende verbracht hatten. Dass noch viele Tracks im Park gesperrt waren, erleichterte uns die Planung des heutigen Tages. Nachdem wir vom Campingplatz wieder den Kakadu Highway erreicht hatten machten wir einen ersten Stop beim Bukbukluk Lookout. Ca. 90 km weiter machten wir halt bei der Cooinda Lodge und erkundigten uns nach den Bootsfahrten in den Yello Water's. Wir buchten für je 55 AUS$ zwei Plätze für die Bootstur von Morgen um 6.45 Uhr. Anschliessend besuchten wir den Warradjan Aboriginal Cultural Centre, wo wir einen interessanten Einblick in die Geschichte der hier lebenden Aboriginies erhielten. Den rest des Tages nutzten wir für die Besichtigung der Aboriginal-Malereien bei Nanguluwur und der Anbangbang Gallery am Nourlangie Rock. Von recht naiven Darstellungen bis zu wahren Kunstwerken kann an diesen Stellen die Malkunst der Aboriginies studiert werden. Nach den Besichtigungen fuhren wir zurück auf den Mardugal Campground in der Nähe von Cooinda, wo wir ja morgen früh eine Bootstour machen werden. Nach dem Abendessen und einer Dusche gingen wir heute früh zu Bett.

02.06.07 Kakadu NP

Ein plötzlicher piepender und seit einiger Zeit ungewohnter Ton riss mich heute um 5.20 Uhr aus dem Schlaf. Ach ja, heute findet unsere Bootsfahrt bei Yellow Water auf dem Alligator River um 6.45 Uhr statt und dazu haben wir den Wecker gestellt. Es war ziemlich frisch so früh am Morgen. Wir genossen ein kurzes Frühstück und machten unseren Campervan fahrbereit. Wir düsten als einzige so früh vom Campingplatz davon und weckten wahrscheinlich einige, die Ruhe suchten, mit unserem Dieselmotorengeräusch. Wir düsten davon und erreichten die Jetty pünktlich und konnten nach kurzer Wartezeit das Boot besteigen.
Nach ca. 5 Minuten Fahrt erspähten wir unser erstes frei lebendes Salty (Salzwasser- oder Estuarine Krokodil). Wow, das war vielleicht ein Brocken. Er präsentierte seinen eindrücklichen Rücken, Teile seines Schwanzes, die Schädel-/Augenpartie und die Nase, während er friedlich und gemütlich im seichten Wasser der Uferzone trieb. Wir fuhren durch wunderschöne Sumpflandschaft mit Schilf, Gras, tollem Palmen- und Mangrovenbewuchs und Eukalyptuswälder. Viele Vogelarten leben in diesem Gebiet. Einige präsentierten sich uns von ihrer schönsten Seite mit weit aufgespanntem Gefieder. Andere liessen sich nur kurz blickten und versteckten sich im Gras, Schilf oder Mangrovenbewuchs oder schwangen sich ganz einfach hoch hinauf in die Lüfte. Plötzlich kam ein raunen durch die Reihen, Finger deuteten auf einen bestimmten Bereich der Uferzone, darauf reagierte unser Kapitän sofort und fuhr das Boot ganz nahe heran. Ein Salty lag regungslos im Gras und genoss die ersten Sonnenstrahlen, um sich aufzuwärmen. Wir beobachteten das Tier eine ganze Weile. Als das Boot abdrehte und die Sonnenstrahlen das Krokodil wieder erreichten, hob es seinen Kopf und sperrte sein Maul weit auf. Das war vielleicht ein toller Anblick. Natürlich liess uns der Kapitän noch einige Minuten, um diese eindrückliche Position des Krokodils zu fotografieren. Wir erhielten viele interessante Informationen und genossen die sensationellen landschaftlichen Eindrücke sowie die weiteren, allerdings weniger spektakulären Krokodilsichtungen. Man wird ja immer anspruchsvoller...
Im Anschluss an die Bootsfahrt erkundeten wir noch den Boardwalk und erblickten ein weiteres Krokodil. Danach nahmen wir Kurs auf Jabiru und gönnten uns eine leckere Quiche sowie ein köstliches Sandwich in der Kakadu Bakery. Jabiru wirkte auf uns wie ein verschlafenes Nest am heutigen Samstagmittag. Einzig beim Einkaufszentrum war ein klein wenig Betrieb.
Nun ging die Fahrt weiter zu den Aboriginal Malereien von Ubirr. Hier spazierten wir gemütlich entlang dem markierten Weg und bestaunten die unterschiedlichesten Malereien. Danach erklommen wir den berühmten Lookout und waren völlig fasziniert vom 360° Panoramablick auf eine paradiesische Landschaft mit Sumpfgebieten, Flussläufen, Billabongs, Felsformationen, Grasflächen und Eukalyptuswäldern. Wir rasteten hier für eine Weile und setzten uns hierzu auf die sonnengewärmten Steine, um die atemberaubende Aussicht gut einzuprägen. Wir beschlossen zum Sonnenuntergang nochmals herzukommen.
Nach unserer Rückkehr beim Parkplatz fuhren wir Richtung Campingplatz und richteten uns auf einem schattigen, grossen Site ein. Wir ruhten uns ein wenig aus und hörten plötzlich ein vertrautes Motorengeräusch eines Apollo Toyota Hilux Campervans. Manfred und Erika begrüssten uns und informierten uns, dass auch sie, den Sonnenuntergang am Ubirr verbringen wollten.
Nach einem leckeren und frühen Abendessen erledigten wir gleich den Abwasch und brausten dann Richtung Ubirr. Das war vielleicht eine Völkerwanderung. In Gesellschaft von sehr vielen Leuten genossen wir den farbintensiven Sonnenuntergang. Danach fuhren wir zu unserem Site zurück und "entspannten" uns bei Bier und Diet Coke in Gesellschaft von hunderten von Mosquitos und sonstigen geflügelten Insekten. Der Abend war wunderschön, sternenklar und lau, trotzdem legten wir uns früh schlafen, da morgen wieder eine längere Autofahrt bevorsteht. Gute Nacht.