Litchfield NP (6. - 8.)

06.06.07 Darwin - Litchfield NP

Wie schön und gut man in unserem Camper doch schlafen kann. Gemütlich begann unser Tag mit Frühstück und Dusche. Dann erhielten wir von unseren Innerschweizer Nachbarn noch Esswaren und Gewürze, die sie nicht mehr brauchen konnten, weil sie heute ihren Bush-Camper abgeben mussten und nach Cairns flogen. Nachdem wir reisebereit waren, verabschiedeten wir uns und fuhren in den Litchfield NP.
Nach der flotten Highway-Fahrt zweigten wir auf die unbefestigte Zufahrtsstrasse zum Litchfield NP ab. Nach einigen Kilometern fuhren wir einige Minuten im dicken Staub der zwei Graders, die die Strasse planierten. Wir überholten sie und gelangten überraschenderweise wieder auf ein befestigtes Strassenstück. Nach einigen Kurven erspähten wir unsere erste Kragenechse, die sich mitten auf der Gegenfahrbahn sonnte. Beat stoppte sogleich, um das Tier fotografieren und filmen zu können. Bis zum Stillstand hatten wir schon einige Meter Distanz zur Echse, die sich nicht weiter stören liess. Doch als wir ausstiegen, rannte sie in rasantem Tempo die Böschung hinauf und verschwand im dicht bewachsenen Regenwaldgebiet. Schade, sie hatte ihren Kragen schön aufgestellt und präsentierte sich in bester Position.
Der erste geplante Halt war bei der Bamboo Creek Tin Mine. Wir besichtigten diese alte Mine, die von 1906 bis in die 50iger Jahre in Betrieb war. Danach wollten wir den Walker Creek besichtigten, aber die Zufahrt war leider gesperrt. Beim Monsoon Café leisteten wir uns ein Eis und erkundigten uns nach den Strassenverhältnissen. Der Bericht stammte vom 18. April 2007, aber der Angestellte informierte uns, dass die Strasse bis zum Sandy Creek Campground offen sei. Der nächste Halt war bei den Wangi Falls, die wir von einer Plattform aus besichtigen konnten, doch der Wanderweg hinauf zum Wasserfall war gesperrt und das Baden verboten. Wir setzten die Fahrt zum Sandy Creek fort und standen kurz nach der Abzweigung auf die unbefestigte Strasse am Flussufer und berieten uns, ob wir die Querung riskieren wollten oder nicht. Es stand ein Markierungspfosten in der Flussmitte, der die Tiefe mit 60 cm angab, aber ob das die tiefste Stelle war und wie der Untergrund war, kannten wir nur von der Beschreibung der Innerschweizer her. Als sich ein weiteres Fahrzeug näherte, liessen wir es passieren, damit wir die Tiefe beobachten konnten. Er drehte aber nach zwei Versuchen um und meinte, es sei zu tief, ohne Schnorchel. Dann näherte sich von der gegenüberliegenden Seite ein Fahrzeug, das sich rasant in den Fluss stürzte und aus unserer Sicht viel zu schnell durch den Fluss brauste. Das Fahrzeug besass keinen Schnorchel und erreichte trotzdem unsere Seite. Es waren Franzosen, die uns um die gemachten Fotos baten und über den Strassenzustand bis zum Sandy Creek berichteten. Schon brauste ein weiteres Fahrzeug (Landcruiser) auf der gegenüberliegenden Seite heran. Die professionelle Flussquerung stimmte uns sehr zuversichtlich, so dass auch wir zur Durchquerung ansetzten und die andere Uferseite unversehrt erreichten. Einzig unsere unteren Stauräume und die unterste Treppenstufe bei der Eingangstüre hatten etwas Wasser abgekriegt. Die Durchquerung hatte sich wirklich gelohnt. Wir richteten uns im Regenwald-gesäumten Campingplatz ein und nahmen den 3.4 km langen Fussmarsch zum Wasserfall und zurück unter die Füsse. Am Sandy Creek angelangt, sprudelten die Tjaynera Falls in imposanter Umgebung voller Kraft in die Tiefe. Das Pool war mit kristallklarem, kühlem Wasser gefüllt. Ein toller Anblick. Unsere Mägen knurrten ziemlich stark, so kehrten wir auf den Campingplatz zurück und bereiteten uns die äusserst leckeren Barramundi-Filet von Fränzi und Richie zu. Das war ein Festmahl in lauschiger Umgebung. Vielen Dank nochmals an Fränzi, die den Fisch gefangen und filettiert hatte.
Wir profitierten vom Luxus der Campingplatz-Dusche und gönnten uns eine Abkühlung. Danach genossen wir den Abend mit einer vielfältigen Geräuschekulisse des Regenwalds.

07.06.07 Lichfield NP

Wir schliefen heute Morgen etwas länger. Nach dem Frühstück machten wir uns reisefertig und besichtigten als erstes das Blyth Homestead. Nach einer Bachdurchquerung fanden wir eine Wellblechhütte vor, in der nebst verschiedenen Einrichtungsgegenständen auch ein interessantes Album mit der Geschichte der letzten Besitzerfamilie (Harry George und Alma Sargent) aufgelegt war. Sie hatten 14 Kinder (7 Jungs und 7 Mädchen), von denen 4 - 5 jeweils die Blechhütte nutzten und hier in der Mine arbeiteten sowie zum Vieh schauten. Wir fuhren weiter auf die Hauptstrasse des Parks. Auf dieser Teilstrecke war unter anderem wieder der tiefe Creek zu durchqueren. Beim Creek sahen wir drei Parkangestellte, die in der nähe des Wassers irgend etwas machten. Der eine schaute zu mir rüber und deutete mit seiner Hand auf Hüfthöhe. Hatte sich da etwas am Wasserstand verändert? Wir hielten vorsichtshalber an und prüften den Wasserstand auf dem Indikator, der immer noch etwas über 60 cm anzeigte. Der Wasserstand war also gleich geblieben und wir setzten zur Durchquerung an. Wir erreichten das andere Ufer sicher, aber ein erhöhter Pulsschlag ist nach jeder Wasserdurchquerung festzustellen. Als nächstes besuchten wir die Tjaetaba Falls am Greenant Creek. Das ist ein Wasserfall der weniger spektakulären Sorte, aber ein wenig Bewegung schadet ja nie. Weiter gings zu den Tolmer Falls. Hier genossen wir die schöne Aussicht auf beeindruckende Wasserfälle und auf dem kurzen Rundweg schöne Einblicke in die Schlucht. Weiter ging's zu "The Lost City". Wir waren gespannt auf die Strasse, die dorthin führt, denn in unserem Mietvertrag zum Camper ist die Strasse ausdrücklich nicht zu befahren. Das Befahren bereitete uns keine Probleme und wir erreichten "The Lost City" unbeschadet. Die Sandsteinformationen bezauberten uns. Genau so, nur unter Wasser, könnte man sich Atlantis vorstellen. Nach dem ausgedehnten Rundgang gönnten wir uns einen kleinen Imbiss. Unser Weg führte uns weiter zu den Buley Rockholes, die zwar sehr schön waren aber es hatte dort so viele Leute, dass wir kein Bad nahmen. Wir beschlossen anschliessend auf den Campingplatz zu fahren und die Florence Falls zu Fuss vom Campingplatz aus zu besuchen. Weil wir annahmen, dass der normale Campingplatz sehr voll sein würde, entschlossen wir uns, auf den 4WD- Campingplatz zu fahren. Auf dem Weg dorthin waren quer über die Strasse Hügel aufgeschüttet, die offensichtlich bei Regen das Wasser von der Strasse leiten sollten. Diese Hügel waren so hoch aufgebaut, dass einige etwas am Unterboden unseres Fahrzeuges kratzten. Der Campingplatz war fast leer und wir suchten uns einen schönen Platz zum Übernachten. Vor dem Nachtessen besichtigten wir noch die schönen Florence Falls und ich genoss ein Bad im glasklaren Wasser des Pools unter den Fällen. Anschliessend schlemmerten wir genüsslich unser mexikanischen Nachtessen und genossen den tollen Sternenhimmel bei kühlen Temperaturen und wenigen anderen Lichtquellen.

08.06.07 Litchfield - Katherine

Heute hiess es Abschied nehmen vom wunderschönen Litchfield NP. Die Temperaturen waren fühlbar gesunken, so dass ich bereits wieder leicht fröstelte. Ein Blick auf den Thermometer zeigte mir auf, dass wir im Campervan 20° C hatten. Während der letzten knapp 2 Wochen fiel das Thermometer nie tiefer als 25° C. Wir zottelten, langsam über die super Bumps raspelnd, vom 4WD-Campground zur Hauptstrasse und brausten dann Richtung Magnetic Termite Mounds los.
Wir besichtigten noch die ältesten und grössten Termitenhügel des Parks, die ca. 4 m hoch empor ragten.
Kurz darauf fuhren wir Richtung Katherine los. Bei unserer Ankunft waren wir hungrig und genehmigten uns ein Sandwich von Subway, das wir gleich im Subway verzehrten. Unsere Unterkunft war auf dem Knotts Crossing Campingplatz, der uns von Manfred und Erika empfohlen wurde. Das Restaurant ist für seine gute Küche bekannt und jeder Stellplatz hat eine eigene Toilette mit Dusche. Hier fühlten wir uns wie im Hotel und genossen es wieder einmal eine Toilette und Dusche für uns alleine zu haben. Das Restaurant besuchten wir nicht, denn wir hatten noch genügend Lebensmittel zum Verzehren.
Gemütlich verbrachten wir den restlichen Teil des Nachmittags und erledigten die üblichen Arbeiten gegen abend. Nach dem Essen machten wir einen kurzen Spaziergang zur Telefonkabine und plauderten mit meiner Schwester.