Red Centre (13. - 22.)

13.06.07 Alice Springs

Der Himmel war heute Morgen leicht bedeckt. Die Aussentemperatur lag irgendwo zwischen 5 und 10°C. Nach dem Frühstück machten wir uns ausgerüstet mit Pullover und Jacke auf den Weg ins Zentrum von Alice Springs. Unser Campingplatz lag nicht weit vom Zentrum entfernt, so dass wir dieses nach ca. 20 min erreichten. Die wenigen Sehenswürdigkeiten hatten wir schnell gesehen, so dass uns genug Zeit blieb, ein wenig in den Souvenirläden herumzutummeln. Nachdem wir die Todd Street fertig durchsucht hatten, bestiegen wir den Anzac Hill und wurden mit einer schönen Aussicht auf Alice und die Mac Donnell Ranges belohnt. Nach dieser "Anstrengung" verpflegten wir uns am Mittag im Red Ochre Grill (mit Club Sandwich und Camel Burger). Frisch gestärkt gingen wir bei Sounds of Starlight vorbei, um für Nicole ein Didge zu kaufen. Die Adresse wurde uns von Fränzi und Richi empfohlen, die den Besitzer, Andrew Langford, persönlich kennen. ( http://www.soundsofstarlight.com ) In einer lockeren Athmosphäre zeigte uns Andrew die Instrumente und spielte auf Verlangen eine Kostprobe. Bei Andrew, einem bekannten Didge- Spieler, tönten alle Instrumente super, so dass die Auswahl nicht ganz einfach war. Nach drei Tests fand Nicole ein schönes Didge, das wir bezahlten und gleich nach Hause senden liessen. Am späteren Nachmittag gabs dann von Andrew noch einen gratis Didge-Workshop, an dem wir teilnahmen und so in ca. 45 min in das Geheimnis des Didgespielens eingeweiht wurden. Zwischendurch erhielten wir von einem Opalhändler noch eine Schnellbleiche in Sachen Opal. Interessant war's, gekauft haben wir allerdings nichts. Kurz nach 16 Uhr waren wir zurück auf dem Campingplatz und machten unser Auto startklar für einen Einkauf. Wir mussten noch die Nahrungsmittel für die nächsten Tage und etwas Wärmeres zum Schlafen für die kalten Nächte ohne Stromanschluss besorgen. Mein Patenkind Nathalie hatte heute Geburtstag. Wir gratulierten per Telefon und unterhielten uns eine Weile. Anschliessend gingen wir schlafen, damit wir morgen bereit sind für die erste Etappen in den Mac Donnell Ranges.

14.06.07 Alice Springs - Glen Helen

Heute standen die West MacDonnell Ranges auf dem Programm. Zum Fahren nicht weit nur gerade 120 km, aber dafür gab es jede Menge wunderschöner Naturschauspiele zu besichtigen und erklimmen. Wir erwachten als sich die Sonne schon am Horizont zeigte und assen gemütlich unser Frühstück im Camper an der Wärme. Drinnen hatten wir knapp 20° C, draussen waren es 6° C. Da wir für einige Tage im Outback und höchstwahrscheinlich ohne Strom sein werden, genehmigten wir uns noch eine heisse Dusche, bevor wir um ca. 9.30 Uhr auf den Larapinta Drive einbogen und die Simpsons Gap ansteuerten.
Ein sehr kurzer Weg führte uns direkt zur Simpsons Gap, deren schroffe Klippen sich uns in fast unheimlichem schattig-dunklem Kleid präsentierte. Ein eisiger Wind fegte uns um die Ohren, so dass wir unsere Kapuzen hissten. Nach wenigen Minuten waren meine Hände eiskalt und ich konnte mich gegen ein innerliches Frösteln kaum wehren. Trotzdem genossen wir das Ambiente ein paar Minuten und eilten dann zurück zum Fahrzeug, um uns in der Sonnen-gewärmten Führerkabine aufzuwärmen. Nach ca. 55 km erreichten wir das nächste Ziel die Standley Chasm.
Diese ist in privatem Besitz und forderte von uns ein stolzes Eintrittsgeld von 8.00 AUS$ pro Person. Am schönsten ist die Spalte um die Mittagszeit. Der Wanderweg war knapp 1 km lang und führte uns durch eine palmenbewachsene, zur Zeit wasserlose Schlucht. Wir marschierten durch die Felsspalte durch, kletterten über grosse Felsbrocken und erreichten eine kleine Anhöhe auf der anderen Seite, von wir einen tollen Blick in die Schlucht hatten. Wir warteten mit vielen anderen Leuten geduldig darauf, dass die Sonne beide Seiten der Klippen erleuchtete. Anschliessend kehrten wir zum Auto zurück und brausten zum Ellery Creek Big Hole.
Das Ellery Creek Big Hole wird durch eine Schotterpiste vom Namatjira Drive erschlossen. Hier gab es viel Wasser, aber die kalten Temperaturen (mittlerweile etwa 10° C) luden nicht zum Schwimmen ein. Wir knipsten kurz einige Bilder resp. nahmen einige Videosequenzen auf und kehrten zurück zum Camper. Froh wieder an der Wärme zu sitzen, fuhren wir zur nächsten Sehenswürdigkeit.
Von einem wunderschönen Lookout und Picnic Area liessen wir unsere Blicke rundherum über die wunderschöne Landschaft gleiten. Rote, felsige Klippen zeigten sich von ihrer schönsten Seite und ragten über die grün bewachsenen, teilsweise vorgelagerten und teilweise seitlich angereihten Hügel hinaus.
Die Serpentine Gorge erreichten wir wiederum durch eine Schotterpiste und einen 1.3 km langen Spaziergang. Zuerst erklommen wir den Lookout, der uns wiederum einen unvergesslich schönen Blick über die MacDonnell Ranges und in die Schlucht bot. Wir entdeckten kleine Büsche mit edelweiss-ähnlichen Blumen. Die Schlucht lag bereits im Schatten, aber die hintersten Felsen leuchteten noch rötlich im verdeckten Sonnenlicht. Hier trafen wir auf ein Paar, das uns noch einige Sehenswürdigkeiten auf unserem weiteren Weg Richtung Ayers Rock empfahl. Die Zeit war bereits weit vorangeschritten und wir mussten uns einen Campingplatz suchen. Das Paar teilte uns mit, dass bei der nächsten Schlucht ein Campingplatz sei.
Das war ja prima und passte gut in unser Programm. Wir fuhren die ca. 34 km zur Ormiston Gorge und dem zugehörigen Campground. Leider waren sämtliche Sites bereits belegt. Enttäuscht fuhren wir zurück zum Namatjira Drive und fuhren die 4 km bis zur Glen Helen Gorge, die ebenfalls einen Campingplatz führte. Wir beschlossen morgen nochmals herzufahren, um die Schlucht zu erkunden.
In Glen Helen wurden wir fündig und erhielten sogar einen Stellplatz mit Stromanschluss. Zu meiner grossen Freude, denn jetzt brauchte ich mir über die nächtlichen Temperaturen keine Gedanken mehr zu machen. Wir richteten uns ein und besuchten die Schlucht, die nur wenige Gehminuten vom Campingplatz entfernt war. Sie ist zur Zeit nicht weiter als bis zum Schluchteingang begehbar, weil der Fluss noch sehr viel Wasser führt. Der Weg zum Schluchteingang führte uns über sandigen Boden, durch mannshohes Schilf und durch das teilweise ausgetrocknete Flussbett zum Schluchteingang. Die Sonne stand schon tief und liess die rötlichen Felsformationen glühen. Der Wind fegte über die Schilffelder und liess es singen sowie tanzen, dann pfiff er uns um die Ohren, so dass wir unsere Kapuzen überzogen und leicht fröstelnd den bezaubernden Anblick genossen. Danach kochten wir uns ein leckeres, warmes Nachtessen und saugten die letzten, leicht wärmenden Sonnenstrahlen auf. Kurze Zeit später verkrochen wir uns im Camper und heizten ein. Wir erledigten die Computerarbeiten und lasen noch ein wenig ehe wir uns müde ins Bett legten.

15.06.07 Glen Helen - Hermannsburg

2°C zeigte unser Thermometer heute Morgen an. Glücklicherweise hatte ich ihn am Abend draussen deponiert und im innern unseres Campers hatten wir flauschige 16°. Der Wind pfiff einem draussen kalt um die Ohren, so dass wir unser Frühstück drinnen zu uns nahmen. Nach dem Abwaschen (ebenfalls im warmen Camper) machten wir uns reisefertig und waren um 8.30 Uhr auf dem Weg zur Ormiston Gorge. Dort entschlossen wir uns, den ca. 3 km langen Ghost-Gum- Walk, der uns zu Beginn ca. 150m in die Höhe zu einem Aussichtspunkt führte. Weiter ging's auf der Sonnenseite langsam in die Schlucht hinunter. Die Sonne hatte die Luft recht schnell auf die Tageshöchsttemperatur von 15° aufgeheitzt und an windgeschützten, sonnigen Stellen, hätte man sogar ein Sonnenbad nehmen können. Durch das fast ausgetrocknete Bachbett in der Schliucht wanderten wir zurück zum Parkplatz. Unterwegs sahen wir plötzlich ein Rockwallaby den Hang hinaufhüpfen und bei genauerem Hinsehen konnten wir an sehr vielen Stellen Rockwallabies sehen, die von oben aufmerksam verfolgten, was da unten in der Schlucht vor sich ging. An einem Wasserloch konnten wir einen Dingo beobachten, der seinen Durst stillte. Er machte sich schnell davon, als er uns bemerkte.
Den nächsten Stopp machten wir bei der Redbank Gorge. Die Zufahrtsstrasse war recht ruppig, der Parkplatz aber trotzdem gut gefüllt. Auf dem 4 km langen Walk in die Gorge und zurück begegneten wir aber nur drei Personen. Unterwegs konnten wir wiederum ein paar Rockwallabies beobachten. Von Dingos sahen wir nur noch die Spuren an den Wasserlöchern. Die von schönen roten Felsen gesäumte Schlucht verengte sich plötzlich und ein Weiterkommen wäre nur noch durch das kalte Wasser möglich. Wir kehrten um und fuhren danach weiter zum Tnorala Conservation Reserve (Gosse Bluff).
Hierbei handelt es sich um den Krater eines Meteoriteneinschlages mit einem Durchmesser von 20 km. Die tiefblaue Farbe des Himmels, die roten Felsen und die grüne Vegetation ergaben zusammen ein Bild, an dem wir uns kaum satt sehen konnten. Zum Übernachten fuhren wir nach Hermannsburg. Die Zeit verging so schnell, dass wir das Palm Valley auf morgen verschieben mussten. Für 11$ hatten wir den schönen Ntaria Campingplatz mit blitzsauberen Sanitäranlagen für uns alleine. Nach dem Nachtessen stiessen wir noch auf den Geburtstag von Barbara an. Ohne Alkohol natürlich, weil wir uns auf Aboriginal Land befanden.

16.06.07 Hermannsburg - Watarrka NP

Noch bevor der Wecker läutete, erwachte ich, leicht fröstelnd und mit voller Blase. Trotz Heizung traute ich mich noch nicht so richtig aus dem Schlafsack. Statt dessen rutschte ich näher zu Beat und profitierte von seiner Wärme. Wir blieben noch einige Zeit an der Wärme und standen erst um 7.00 Uhr auf. Bei voller Heizung und heissem Tee wärmten wir uns auf und assen bei 18° C das Frühstück im Camper. Draussen war es 2° C und ein bissiger Wind fegte über den Campingplatz.
Um 8.00 Uhr brausten wir Richtung Palm Valley im Finke Gorge NP davon. Eine Schotterpiste führte uns durch eine unvergesslich schöne Landschaft. Rostrote Felsen (Eisenoxid) glühten in der Morgensonne und hoben sich vom tiefblauen Himmel sowie dem Grünbewuchs der unzähligen Pflanzen in schönem Kontrast ab. Die Piste war zu Beginn sehr gut zu befahren, dann gab es einige sehr steinige Passagen durch das Flussbett des Finke Rivers, dann wechselte es zu sandigen Abschnitten und teilweise sehr unebenen Passagen.
Den ersten Stopp legten wir beim Kalarranga Lookout ein und spazierten mit hochgezogenem Kragen und Kapuze den kurzen Weg hinauf zum Lookout. Die Luft war kalt, klar, trocken und roch wie in den Bergen beim Skilaufen. Der Ausblick war atemberaubend schön und liess uns vergessen, dass der Wind uns um die Ohren fegte und die Kapuzen weggeblasen hatte. Mit klammen Fingern bedienten wir unsere Kameras. Handschuhe wären jetzt angebracht gewesen, aber daran, welche von zuhause mitzunehmen, haben wir nicht gedacht.
Nach Erreichen des Busch-Campingplatzes änderte die Piste abrupt und wurde sehr ruppig mit grossen felsigen sowie steinigen Bodenunebenheiten. Beat meisterte die Strecke bravourös. Trotzdem stieg ich einige Male aus, um zu sehen, ob die Bodenfreiheit unseres Campers ausreichte, um über grössere Bruchkanten zu fahren. Mit Filmcamera und Fotoapparat ausgerüstet, lotste ich Beat über die heikelsten Stellen hinweg und hielt die Fahrt zur Erinnerung in Bildern fest. Wir drei (Beat, Campervan und ich) erreichten den Parkplatz unversehrt.
Wir entschieden uns für den 5 km langen Mpulungkinya Track und erklommen zuerst gleich die Kliffkante, von wo wir einen wunderschönen Blick ins paradiesische Palm Valley hatten. Völlig verzaubert standen wir da, mit triefender Nase und tränenden Augen aufgrund des Windes, und konnten uns vom Anblick kaum lösen. Der gewonnene Eindruck verstärkte sich noch, als wir durchs Palmental im oder entlang dem ausgetrockneten Flussbett wieder zurück zum Parkplatz wanderten. Die Farbkontraste zwischen den Felsen, Palmen, Schilf, sonstigen Pflanzen und Himmel waren einfach traumhaft schön.
Jetzt hiess es Abschied nehmen von diesem märchenhaften Flecken Erde. Der Rückweg war etwas anstrengender, da mittlerweile einiger Gegenverkehr herrschte und das Ausweichen in teilweise sehr engen Passagen nicht möglich war. So musste immer ein Fahrzeug zurücksetzen oder bei frühzeitiger Sichtung an einer breiteren Stelle stillhalten. Nach ca. 1 Stunde erreichten wir den Highway und waren froh, wieder etwas asphaltierte Strasse unter den Rädern zu haben, da wir doch ziemlich stark durchgeschüttelt wurden.
Wir kehrten nochmals zurück nach Hermannsburg, um die Bewilligung für die Meereenie Loop Road, die durch aboriginal Gebiet führte, zu erhalten. Gegen eine Gebühr von 2.20 AUS$ erhielten wir die Bewilligung und eine Souvenirbroschüre. Wir nahmen die knapp 200 km unbefestigte Strasse unter die Räder, um zum Watarrka NP (Kings Canyon) zu gelangen.
Wir kamen gut voran, trotz unbefestigter und teilweise ruppiger Fahrbahn. Die Landschaft war unvergesslich schön und entsprach ganz und gar nicht unserem Bild einer Wüste. Nebst felsigen Gebirgsketten gab es auch grün bewachsene Hügel, jede Menge Gräser, Büsche und Bäume. Wir erreichten das Kings Canyon Resort um ca. 16.30 Uhr und richteten unser Nachtlager ein. Leider war der Platz für diese Nacht ziemlich ausgebucht und konnte uns nur noch mit einem Stellplatz ohne Strom bedienen. Für die zweite Nacht erhielten wir aber noch einen Platz mit Strom.
Wir brutzelten unser Nachtessen und genossen die letzten Sonnenstrahlen. Danach erledigten wir zwei Telefonate. Eines für Désirée, die heute Geburtstag feierte und eines für Barbara, die gestern Geburtstag feierte. Anschliessend zogen wir uns in unseren Wind geschützten Camper zurück, erledigten unsere Computerarbeiten und kuschelten uns früh in unsere Schlafsäcke.

17.06.07 Watarrka NP

In Erwartung einer sehr kalten Nacht hatten wir uns viel zu warm angezogen und erwachten kurz nach Mitternacht. Das Thermometer war nicht unter 9°C gesunken und wir konnten ein paar Kleiderschichten ausziehen. Am Morgen sahen wir auch wieso die Themperatur nicht tief gesunken war. Über dem Kings Canyon hatte sich eine dichte dunkle Wolkendecke aufgebaut. Nach dem Frühstück fuhren wir zum Kings Canyon und nahmen den 6 km langen Kings Canyon Rim Walk in Angriff. Die Wolkendecke lockerte sich je länger je mehr auf, so dass gegen Mittag die sonnigen Abschnitte dominierten. Nach dem steilen Startanstieg führte uns der Pfad der Schluchtkante entlang und erlaubte so spektakuläre Einblicke in die Schlucht und deren Umgebung. Oben auf dem Plateau sind viele Sandsteindome zu sehen, die an den Purnululu NP erinnern. Nach ca. 2 km verengte sich die Schlucht und machte einen 90° Knick. Der darauffolgende Abschnitt wird "Garden of Eden" genannt. Hier sind Wasserlöcher, die das ganze Jahr über Wasser führen und dementsprechend findet man in diesem Abschnitt der Schluchtsohle einen besonders üppigen Bewuchs mit Bäumen , Palmen und Büschen. Das Baden im Wasserloch liessen wir aufgrund der tiefen Luft- und Wassertemperatur sein. Nach dem Abstecher in die Schluchtsohle führte der Pfad hinauf zum anderen Schluchtrand. Auch von der anderen Seite boten sich immer wieder atemberaubende Ausblicke. Nach dem Rim Walk hängten wir noch den kurzen Creek Walk an, um den Canyon von einer anderen Perspektive zu sehen. Hinten bei der Aussichtsplattform trafen wir auf ein deutsches Ehepaar und unterhielten uns ziemlich lange mit ihnen. Wir wanderten zusammen zurück zum Parkplatz und tauschten Reiseerfahrungen aus. Zurück auf dem Campingplatz nahmen wir zuerst eine Dusche und kochten anschliessend das Abendessen. Das Duschen in den winddurchpfiffenen offenen Toilettenblöcken erforderte einige Überwindung. Solange das heisse Wasser über den Körper floss, war alles noch in Ordnung. Doch zum Trocknen fegte Nicole der kalte Wind um den ganzen Körper und liess sie erzittern wie Espenlaub. Beide überstanden wir die Tortur heil inklusive Haarewaschen. Ich offerierte Nicole zwar einen neuen Haarschnitt mit meinem Haarschneider. Ich bot ihr Längen von 0 bis 18 mm an, doch sie lehnte unerklärlicherweise dankend ab und zog es vor, zu frieren. Wir genossen die Sonne draussen bis auf den letzten Strahl, bevor wir uns in den geheitzten Camper zurückzogen und noch diverse Arbeiten erledigten. Recht spät legten wir uns schlafen.

18.06.07 Watarrka NP - Yulara

Den heutigen Tag gingen wir ruhig an und verliessen den Watarrka NP um ca. 9.00 Uhr Richtung Yulara nahe dem Uluru - Kata Tjuta NP (Ayers Rock und Olgas). Unterwegs stoppten wir kurz, um die Kathleen Springs zu besichtigen und den kurzen Spaziergang zu tätigen.
Danach fuhren wir mit zwei kurzen Stopps die etwas mehr als 300 km auf der Luritja Road und dem Lasseter Highway zu unserem Ziel. Die Landschaft war wunderschön mit sehr viel Baumbewuchs und sensationell schönen rotsandigen Dünen, die mit dichtem Spinifexgras sowie grossen Büschen und Bäumen bewachsen waren. Wir erfreuten uns am sonnigen stahlblauen Himmel und der Farbenpracht der Landschaft.
Um ca. 14.00 Uhr erreichten wir Yulara und checkten beim einzigen Campingplatz ein. Vor uns waren bereits 6 andere Fahrzeuge in der Einfahrt und warteten geduldig in der Schlange auf Einlass. Erleichtert einen Stellplatz mit Stromanschluss für die nächsten 3 Nächte erhalten zu haben, richteten wir uns auf dem Campingplatz ein und stellten erstaunt fest, dass wir mit unseren Geräten Internet- sowie Natelverbindung hatten. Den Nachmittag verbrachten wir mit Lesen, Internet updaten, Email lesen usw. und besuchten den Naninga Lookout beim Campingplatz, der allerdings keinen so spektakulären Blick auf den Uluru bot. Das Duscherlebnis war genauso windig und kalt wie im Watarrka NP. Anschliessend bereiteten wir uns einen leckeren Salat zum Nachtessen zu und verzehrten ihn gierig. Gleich danach erledigten wir den Abwasch und zogen uns in den windgeschützten und beheizten Camper zurück. Da wir morgen vor Sonnenaufgang am Ayers Rock sein wollen, legten wir uns früh schlafen.

19.06.07 Uluru - Kata Tjuta NP

Um 6 Uhr liessen wir uns vom Wecker aus dem Schlaf holen. Wir machten uns reisefertig und fuhren zum Sonnenaufgang zum Uluru. Beim Parkeingang standen wir bereits in einer Kolonne von Autos, die auf Einlass in den Park warteten. Punkt 6.30 Uhr wurde der Park geöffnet und die Kolonne kam langsam in Bewegung. Wir bezahlten die happige Eintrittsgebühr für den Park von 25$ pro Person und fuhren weiter zum Sunrise Viewing Area. Dort reihten sich auf der einen Seite alle Personenfahrzeuge und Camper und auf der anderen Seite massenhaft Tourbusse ein. Dick in Kleider eingehüllt, warteten wir und einige hundert andere darauf, dass der Uluru von den ersten Sonnenstrahlen zum Glühen gebracht wurde. Nach einer guten halben Stunde war es dann soweit und der Uluru begann in einem intensiven Rot zu leuchten. Kurz darauf verliessen die ersten Tourbusse den Platz und die Menschen- und Fahrzeugmenge löste sich langsam auf. Wir kochten uns Wasser für einen weiteren heissen Tee und nahmen auf dem Platz das Frühstück ein. Kurz vor 9 Uhr besuchten wir den Visitor Centre, informierten uns über die Kultur der lokalen Aboriginies und die Wandermöglichkeiten. Die Route zum Besteigen des Uluru war wegen heftiger Windböen gesperrt, so dass uns diese Entscheidung abgenommen wurde. So blieb uns "nur" der ca. 10 km lange Base Walk rund um den Uluru. In etwa drei Stunden wanderten wir um den Felsen herum und konnten ihn aus verschiedensten Perspektiven betrachten. Überall gab es schöne Fotomotive mit dem Uluru in den verschiedensten Rottönen und Schattierungen. Einige "heilige" Stätten der Aboriginies waren grossräumig eingezäunt und das Fotografieren verboten. Der am Morgen wolkenlose Himmel hatte sich mit Wolken überzogen und als wir mit dem Walk fertig waren verschwand die Sonne hinter den Wolken. Wir genehmigten uns im Cafe beim Visitor Centre einen kleinen Imbiss und beschlossen zurück auf den Campingplatz zu fahren. Wir waren beide müde und der Himmer versprach keinen schönen Sonnenuntergang. Wir legten beim Shoppingcentre in Yulara einen Zwischenstopp ein, um etwas Süsses einzukaufen. Zurück auf dem Campingplatz gönnten wir uns ein paar Naschereien und legten wir uns für eine Stunde schlafen. Den Abend verbrachten wir mit schreiben und lesen. Wir gingen nicht allzuspät ins Bett um morgen fitt für die Kata Tjutas zu sein.

20.06.07 Kata Tjuta

Um 5.00 Uhr erwachte ich zum ersten Mal und hörte, wie sanfter Regen ganze leise auf unser Camperdach trommelte. Für heute waren weitere Wanderungen auf dem Programm, so drehte ich mich nochmals um und versuchte noch etwas zu schlafen. Da wir mitten in der Wüste waren und es hier kaum regnet, war ich guter Dinge, dass wir unser Tagesprogramm bei trockenem Wetter abwickeln konnten.
Wir starteten einen neuen Versuch unsere Fotobücher auf CD zu brennen, um anschliessend von Alice Springs aus zum Druck nach Deutschland versenden zu können. Die ganze Brennerei nahm einige Zeit in Anspruch und klappte zum Schluss nicht. Da wir während den Wartezeiten gefrühstückt hatten, beschlossen wir, uns auf den Weg zu machen.
Beim Kata Tjuta besuchten wir zuerst den Lookout über die gesamten Felsformationen. Danach fuhren wir zum Valley of the Wind Walk.
Den ersten Stopp legten wir beim Kata Tjuta dune viewing area ein. Ein 600 m langer Weg führte auf eine Aussichtsplattform, die einen schönen Blick auf die Kata Tjuta Felsen boten. Leider war alles von Wolken umhangen und erschien etwas blass.
Schon beim Verlassen unseres Camper pfiff uns ein eisiger Wind entgegen, so dass wir uns tief in unsere Jacken vergruben, die Kragen hochstellten und Kapuzen hissten. Ich ergänzte meine Kleidung für heute noch mit einem Halstuch. Der Wind machte dem Talnamen alle Ehre. Beim Karu Lookout peitschte mir ein derart starker Wind entgegen, dass ich fast weggefegt wurde. Der weitere Weg zum Karingana Lookout gestaltete sich teilweise windgeschützt und teilweise sehr exponiert, aber wand sich durch eine märchenhafte Landschaft. Leider fehlte das Sonnenlicht, weshalb die roten Felsen sich in mattem Kleid präsentierten, aber dennoch atemberaubend schön waren. Zügigen Schrittes legten wir die 7.4 km des Rundweges zurück und nahmen viele schöne Eindrücke mit. Gut durchlüftet und mittlerweile doch etwas warm gelaufen, bestiegen wir unseren Camper und fuhren zum Walpa Gorge Walk.
Der Wind hatte es geschafft, einige Wolken wegzufegen und der Sonne zwischendurch etwas Platz zu machen. Den kurzen Weg zur Walpa Gorge (2.6 km hin und zurück) hatten wir rasch zurückgelegt. Die eindrücklichen Felswände erhoben sich stolz und hoch über unsere Köpfe. Als wir zurück kamen, wurden die Felswände von der Sonne schön angeleuchtet.
Der nächste Stopp war beim Sunset viewing Parkplatz. Hier führte ein 600 m langer Weg zum Aussichtspunkt auf die Kata Tjuta, die sich jetzt in voller Pracht präsentierten und im Sonnenlicht erglühten.
Aufgrund der Wetterwende beschlossen wir das Kata Tjuta dune viewing area nochmals zu besuchen und die Aussicht von da zu geniessen.
Als letzter Halt fuhren wir zum Sunset viewing area beim Ayers Rock und fotografierten den voll erleuchteten Ayers Rock, da gestern ja bereits alles voller Wolken war, erfreuten wir uns heute besonders über die gebotene Farbenpracht. Glücklich und hungrig machten wir uns auf den Rückweg. Unsere Vorräte waren fürs Frühstück schon aufgebraucht, so dass wir im Supermarkt von Yulara noch kurz Brot einkauften. Danach richteten wir uns auf dem Stellplatz ein, genossen noch ein wenig die Sonne bei einer Pepsi Max und nahmen anschliessend eine windige Dusche. Jetzt konnte uns nichts mehr bremsen und wir kochten unser Nachtessen, das wir mit Heisshunger verzehrten.
In der Hoffnung doch noch einen Sonnenuntergang am Uluru zu erleben, marschierten wir auf den Naninga Lookout beim Campingplatz. Leider war der Horizont völlig von Wolken bedeckt und hatte kein Erbarmen mit uns. Die viel gerühmten farbintensiven Sonnenuntergänge im roten Zentrum blieben uns verborgen.
Im Camper wärmten wir uns auf und erledigten die Computerarbeiten. Zudem starteten wir einen weiteren Versuch die Fotobuchbestellungen vorzunehmen und zwar mit Erfolg. Spät abends legten wir uns schlafen.

21.06.07 Yulara - Alice Springs

Heute standen wir um ca. 8 Uhr auf, frühstückten und erledigten den Abwasch. Bevor wir den Weg zurück nach Alice Springs antreten konnten mussten wir noch den Durst unseres Fahrzeuges stillen. Wir waren nicht die Einzigen, die tanken wollten, so dass sich eine Schlange bildete. Nach ca 20 Minuten hatten wir vollgetankt und waren unterwegs. Ungefähr auf halbem Weg zum Stuart Highway entdeckte ich im Buschwerk abseits der Strasse eine Herde wilder Kamele. Nicole stoppte so schnell als möglich und wir fuhren ein kleines Stück die Strasse zurück. Beim Zurückfahren konnten wir aber keines der Kamele mehr sehen. Wir kehrten mit dem Auto nochmals und plötzlich konnten wir zwischen den Büschen ein Kamel orten. Wir hielten an und wollten sahen uns das mit Kameras bewaffnet aus der Nähe an. Die Kamele hatten uns schnell erspäht und blieben auf distanz. Sie betrachteten uns ebenso neugierig wie wir sie. Nachdem wir ein paar gute Bilder geschossen hatten, fuhren wir weiter. Nach einem weiteren Zwischenstop auf einem Rastplatz erreichten wir Alice Springs um kurz nach 16 Uhr. Wir quartierten uns auf dem gleichen Campingplatz ein wie beim ersten Besuch. Kurzerhand entschlossen wir uns die Wäsche noch am Abend zu waschen. Wir nahmen vier Waschmaschinen in beschlag und trockneten anschliessend die Wäsche in den drei Tumblern. Die Aktion kostete uns 31 AUS$. So viel hatten wir fürs Waschen und Trocknen noch nie bezahlt. Ausserem sicherten wir wieder einmal unsere Fotos vom Notebook auf DVD. Kurz nach 23 Uhr legten wir uns erschöpft schlafen.

22.06.07 Alice Springs Desert Park

Brrrrr...., trotz Heizung ist es kalt und wir erwärmen uns vor der Heizung mit heissem Tee und essen dazu unser Frühstück. Unser Tagesprogramm war vollgestopft mit allerlei Aktivitäten.
Die Besichtigung des Desert Parks bei Alice Springs stand an erster Stelle. Kurz nach dem Eintritt in den Park fand die Birds of Prey Show im Nature Theatre statt, die wir natürlich besichtigten. Verschiedene Raubvögel wurden uns in einer fantastischen natürlichen Kulisse auf faszinierende Art und Weise gezeigt, begleitet von interessanten Kommentaren der Rangerin. Der Park war in verschiedene Lebensräume (Waldgebiet, Sandwüste, Flussgebiete in der Wüste) und zeigte die hier lebenden Tiere. Es gab sogar ein Haus der Nacht, wo die nachtaktiven Tiere zu besichtigen waren. Bevor wir den letzten Lebensraum besichtigten konnten, genossen wir noch einen wunderschönen Film über die Geschichte der Entstehung des roten Zentrums. Eindrückliche Bildsequenzen wurden uns im Kinoformat gezeigt und liessen uns staunen sowie in Erinnerungen schwelgen, wann immer wir Gebiete sahen, die wir bereits selber besucht hatten. Da uns bereits wieder der Hunger und Durst plagte, genossen wir einen kleinen Imbiss im Desert Park selber und besichtigten hinterher den letzten Lebensraum.
Als nächstes Stand ein Besuch bei Apollo auf dem Programm, da unser Druckregler der Gasflasche nicht mehr richtig funktionierte und wir kaum noch kochen konnten. Für einmal wurden wir auf eine unkomplizierte Art bedient und erhielten umgehend einen Ersatz, der auch einwandfrei funktionierte.
Nun war einkaufen angesagt. Wir mussten uns für die nächsten ca. 8 Tage mit Lebensmittel eindecken, damit wir die East MacDonnell Ranges besichtigen können und bis nach Mount Isa durchfahren können. Die Zeit verging im Nu bis wir alles zusammen gesucht hatten.
Leider blieben uns jetzt nur noch 3 Stunden, um die Arbeiten am Computer zu verrichten. Beat lud die Strecke vom GPS auf den Computer, damit ich anschliessend die Fotobücher mit der Route ausstatten konnte. Zudem erledigten wir noch eine Datensicherung, die ebenfalls einige Zeit in Anspruch nahm. Zum Bestellen und Versenden der Fotobücher reichte leider die Zeit nicht mehr.
Nach einer heissen Dusche kleideten wir uns warm an, damit wir die Show von Andrew Langford im Starlight Theatre wohlig warm geniessen konnten. Das Nachtessen verspeisten wir im Red Ochre Grill Restaurant, das uns bereits einmal sehr gut verköstigte. Die Didgeridoo Show war sehr schön und bot nicht nur etwas fürs Gehör, sondern vermittelte auch einige Informationen über die Traumzeit der Aborigines sowie schöne Bild- und Videosequenzen. Der Raum, in dem die Show stattfand, war nicht beheizt und ziemlich kühl, so dass ich meine Jacke gar nicht erst auszog. Nach der Show zog ich mir noch die Regenjacke über alles andere, dann eilten Beat und ich in einem ca. 20-minütigen Marsch zurück zum Campingplatz. Als wir hier ankamen hatten wir beide schön warm und heizten unser Vehikel zum Einschlafen nochmals richtig angenehm auf.