Kununurra - Katherine inkl.Nitmiluk NP (22. - 31.)

22.05.07 Kununurra

Am Morgen erledigten wir noch den Rest der Wäsche und verschafften uns einen Überblick über die Fotos von der Gibb River Road. Wir brachten noch die Homepage auf den neuesten Stand und versuchten wieder erfolglos diese zu aktualisieren. Nach der Mittagszeit besuchten wir den nahegelegenen Mirima National Park. Es handelt sich um eine "Miniaturausgabe" der Bungle Bungles. Wir genossen die kurzen Fusswege und die schönen Impressionen im warmen Nachmittagslicht. Danach besuchten wir die Town Beach am Lake Kununurra. Wir blieben nur kurze Zeit und kehrten wieder auf den Campingplatz zurück. Hier machten wir das Programm für die nächsten Tage und erkundigten uns nach den Strassenzuständen in den Bungle Bungles und der Umgebung. Die Strassen sind offen, aber durch die Regenfälle von letzter Woche stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Wir sind gespannt, was uns erwartet.

23.05.07 Kununurra

Da wir wieder ca. 14 Tage ohne Strom sein werden, beschlossen wir heute morgen, noch einen Tag länger in Kununurra zu bleiben. Damit hatte ich Zeit, das Fotobuch mit den Gibb River Road Fotos zu ergänzen. Anschliessend gingen wir gemütlich einkaufen und schauten bei Bridgestone vorbei, um unsere Vorderreifen wechseln zu lassen. Die Typen hier nahmen es mit der Profilmessung sehr genau und informierten uns, dass der Wechsel nicht vorgenommen werden könne, da das Profil noch 1 mm über dem Minimum lag. Die Motivation uns mit neuen Reifen auszustatten, war gleich Null. Wir hoffen jetzt, dass die Reifen bis Katherine oder Darwin halten. Damit wir morgen früh losfahren können, tankten wir noch auf.
Zurück auf dem Campingplatz verstauten wir unsere Vorräte und versuchten Beats Eltern zu erreichen, um vorzeitig zum Hochzeitstag, zu gratulieren. Leider war niemand erreichbar, so sandten wir ein SMS. Ich arbeitete weiter am Fotobuch und wurde plötzlich freundlich von einem Jungen gegrüsst. Wir waren Camping-Nachbarn in Esperance. Wir tauschten unsere Reiseerlebnisse aus und sprachen über dies und das, bis er von seinem Vater zu Tisch gerufen wurde. Nach dem Essen kam auch Rod noch zu uns und gab uns wertvolle Tipps für den Tripp in den Bungle Bungle NP, da auch hier wieder eine Flussquerung von ca. 600 mm bevorsteht. Wir erzählten ihm von unseren Gibb River Road Erlebnissen (einiges davon hat ihm Ben bereits mitgeteilt) und den Sehenswürdigkeiten sowie Strassenzuständen in El Questro.

24.05.07 Kununurra - Purnululu NP

Auf dem Weg von Kununurra zum Purnululu Nationalpark im Gebiet der Bungle Bungle Ranges fuhren wir durch eine hügelige Gegend mit viel Gras und Eukalyptusbäumen. Überall waren grosse rote Felsen in der Landschaft verteilt. Wir erreichten die Abzweigung zum Bungle Bungle um ca. 14 Uhr. Die Zufahrtsstrasse ist unbefestigt und es sind ein paar Creeks zu durchqueren. Dabei war auch ein Seitenarm des Ord Rivers, der vor Kununurra zum Lake Argyle aufgestaut wird. Nicole bekam am Morgen beim Abschied von Judie, Rod und deren Kinder von Rod ein paar Tipps zur Durchquerung der bis 100 cm tiefen Fuhrt. Nicole durchquerte die Fuhrt ohne Probleme. Die 52 km vom Great Northern Highway bis zum Visitor Centre nahmen aufgrund des Strassenzustandes und der zahlreichen Creekdurchquerungen ca. 1.5 h in Anspruch. Beim Visitor Centre bezahlten wir für zwei Übernachtungen auf den Campingplatzen und erkundigten uns über mögliche Wanderungen. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit beschlossen wir direkt auf den Campingplatz zu gehen und erst morgen Wanderungen in Angriff zu nehmen. Wir genehmigten uns schöne Steaks und einen frischen Salat zum Nachtessen und verbrachten einen ruhigen Abend.

25.05.07 Purnululu NP

Nach einer kühlen Nacht (12° C) standen wir früh auf und fuhren zum Car Park der Mini Palms Gorge. Wir wanderten im trockenen Flussbett und bestaunten die tollen Felsformationen, die sich in äusserst schöner rötlicher Färbung in der Morgensonne präsentierten und in sensationellem Kontrast zu den grünen Palmen und dem stahlblauen Himmel standen. Der hinterste Punkt des Wanderwegs war eine Aussichtsplattform mit Blick in das ausgetrocknete Poolbecken, in dem einige kleine Palmen wuchsen und das von imposanten Felswänden umrahmt wurde.
Die zweite Wanderung führte uns zum Echidna Chasm, eine eindrückliche Schlucht mit sehr engen Passagen zwischen den hohen Felswänden sowie vielen Palmen. Ich hatte das Gefühl durch Schlüssellöcher hindurch zu spazieren, weil jeweils nur ein schmaler Spalt vom Sonnenlicht erhellt wurde. Die Färbung der Felsen sowie das Licht-Schattenspiel waren einfach toll. Zuhinterst in der Schlucht schliesst sich die Felswand ganz und bietet einen imposanten Blick auf den schmalen Zugang.
Die dritte kurze Wanderung führte uns zu einem Lookout, von wo wir eine prächtige Aussicht geniessen konnten.
Wir verpflegten uns mit Orangen zum Lunch und fuhren weiter Richtung Airstrip. Hier unternahmen wir einen eindrücklichen Helikopterflug ohne Türen, so dass wir den Wind im Gesicht spürten und völlig freie Sicht hatten. Wir erhielten dadurch wunderschöne Ein- sowie Überblicke über die Bungle Bungle Ranges. Unser Pilot flog sogar in eine Schlucht hinein, so dass wir eine ganz tolle Perspektive erhielten und zwischen den Felswänden schwebten. Das war ein unvergessliches Erlebnis.
Danach fuhren wir zum weiteren Piccaninny Car Park, von wo aus drei Wanderungen starteten. Leider war die Zeit doch schon soweit fortgeschritten, dass wir nur noch wenige Minuten Tageslicht hatten. Die Sonne geht hier um ca. 5h45 auf und um ca. 17h unter. Wir beschlossen nur eine Wanderung zu unternehmen, um die schönen Kuppen des Domes Walk zu besichtigen. Die zweite Wanderung in die Cathedral Gorge verschoben wir auf die frühen Morgenstunden von morgen.
Wir richteten uns im Campingplatz ein und kochten uns das Abendessen. Danach wurden wird zum Campfire gebeten, um ein bisschen Reiseerlebnisse auszutauschen. Ein Ehepaar aus Adelaide sowie eine Familie aus Melbourne waren anwesend und erzählten uns über ihre Erlebnisse. Zudem trafen wir hier wiederum auf Michael und Sue, die wir im Millstream Chichester NP kennen gelernt hatten. Wir plauderten munter weiter und genossen die Wärme des Feuers.

26.05.07 Purnululu NP - Halls Creek

Heute nahmen wir Abschied vom Purnululu NP. Wir standen früh auf, um vom Piccaninny Carpark, den Lookout auf die Domes und die Cathedral Gorge zu erwandern. Vom Lookout bot sich eine schöne Aussicht auf die Domes, die am frühen Morgen in einem besonders schönen Licht zu sehen waren. Der Weg zur Cathedral Gorge endete in einem Kessel, dessen Wände, einer Kuppel ähnlich, ausgebrochen sind und an eine Kirche vom Typ des Pantheon in Rom erinnert. Nach einem kurzen Schwatz mit einem Paar aus dem Luzernischen, machten wir uns auf, den Purnululu NP zu verlassen. Die 53 km vom Visitor Centre zum Great Northern Highway legten wir in ca. 1,5 h zurück. Den Seitenarm des Ord Rivers durchquerten wir wie alte Profis und auf dem Highway gings in flottem Tempo nach Halls Creek. Nach dem Tankstopp in Halls Creek fuhren wir ca. 40 km auf dem unbefestigten Duncan Highway nach Osten. Unterwegs besichtigten wir die Wall of China und den wunderschönen Picnic-Platz namens Palm Springs. Nur wenige Kilometer von Palm Springs entfernt liegt die Sawpit Gorge, die uns Mike und Sue zum Übernachten empfohlen hatten. Die letzten paar Meter bis in die Schlucht muteten wir unserem Fahrzeug nicht zu, so dass wir unser Nachtlager auf dem Platz etwas oberhalb einrichteten.

27.05.07 Sawpit Gorge - Mathison Rest Area

Heute war ein anstrengender Tag, der mit kühlen 12° C begann. Wir fuhren 11 Stunden mit unserem Camper durch grosse Weideflächen, grüne hügelige Landschaften und Eukalyptuswälder und passierten die Staatsgrenze von Western Australia zum Northern Territory. Eigentlich war unser Ziel der Gregory NP, aber die Zufahrtsstrassen waren fast alle noch geschlossen, so dass wir einen grossen Umweg hätten fahren müssen. Deshalb entschlossen wir uns, soweit als möglich Richtung Katherine zu fahren, um etwas mehr Zeit im Kakadu NP verbringen zu können.
Unterwegs sahen wir viele hüpfende Kängurus, grosse Raubvögel und einige Rinderherden. Teilweise waren die Tiere kaum davon zu überzeugen, dass die Strasse kein geeigneter Aufenthaltsort ist. Manchmal rannten sie rechtzeitig davon und wir konnten an den staunenden, leicht verängstigten Tieren vorbeibrausen und manchmal mussten wir anhalten und warten bis sich die Tiere entschlossen hatten, in welche Richtung sie gehen wollten und ob sie die Strasse frei geben wollten.
Die letzten 1h30 fuhren wir bei Dunkelheit, was nicht immer angenehm war, da die Kängurus sehr unberechenbar waren und im hohen Gras, das teilweise bis an den Strassenrand reichte, relativ spät erspäht werden konnten. Aber wir erreichten den Mathison River Rastplatz sicher und ohne Zwischenfälle und genossen den lauen Abend. Müde sanken wir ins Bett, aber benötigten lange Zeit, um zu schlafen, da die Nachttemperatur ca. 27° C betrug und wir in den letzten 4 Nächten Temperaturen um die 12 ° hatten.

28.05.07 Mathison Rest Area - Nitmiluk NP

Nach einer schwülwarmen Nacht, in der das Thermometer nicht unter 26°C fiel, liesen wir es am Morgen gemütlich angehen. Ein Blick auf das linke Vorderrad liess sofort erkennen, dass wir einen platten Reifen hatten. Schon am Vortag hatte ich das Gefühl, dass wir dort etwas Luft verliefen. Ich pumpte den Reifen mit dem Kompressor auf und die Luft blieb drin, so dass wir die 104 km nach Katherine mit dem defekten Reifen wagen konnten. Gleich am Ortseingang fanden wir den Bridgestone Dealer, den wir nach Apollo in solchen Fällen aufsuchen sollen. Wir hatten die vorderen Reifen aufgrund des geringen Profils ja schon in Kununurra wechseln wollen, aber nachdem wir mit dem unmotivierten Pneuhändler diskutiert hatten, liessen wir es bleiben. (In Australien werden die Reifen offensichtlich bis auf den letzten Millimeter Profil abgefahren.) Der Händler hier meinte auch, dass ja noch etwas mehr als 2 mm Profil auf dem Reifen sind und dass das für Apollo sicher kein Grund zum Wechseln sei. Wir liesen deshalb prüfen, ob der Reifen repariert werden kann. Der Schaden war aber an einer Stelle, die keine Reparatur zuliess. Nicole klärte mit Apollo unsere Möglichkeiten ab, aber sie wurde irgendwie nicht richtig verstanden, den die Person am anderen Ende der Leitung laberte etwas von einer Fahrt nach Darwin mit dem Ersatzreifen und ohne Reparatur. Das konnte es wohl ja nicht sein! Nachdem wir die Dame im Büro vom Bridgestone Dealer motivieren konnten mit Apollo über den Ersatz der beiden zu 90% verschlissenen Vorderreifen zu sprechen, kam dann doch das OK für den Wechsel. Apollo bezahle aber nur einen Reifen, weil der andere ja ein Loch habe und deshalb gemäss Vertrag vom geschätzten Kunden bezahlt werden muss. Wir liessen die Reiffen wechseln und bezahlten einen davon. Das ist aber eine Geschichte, die wir mit Apollo noch ausdiskutieren werden! Anschliessend ergänzten wir unsere Vorräte, machten einen Spaziergang durch Katherine und fuhren zum Nitmiluk Nationalpark. Dort richteten wir uns auf dem Campingplatz ein und machten eine erste kurze Wanderung zur Schlucht. Nach der Wanderung trafen wir kurz vor dem Visitor Centre auf Erika und Manfred, die auch im Nitmiluk eingetroffen waren. (Was ist Australien auch klein!) Nach einem ausgezeichneten Nachtessen mit Kängurufilet und Salat setzten wir uns mit Erika und Manfred zusammen um die neuesten Erfahrungen auszutauschen.

29.05.07 Nitmiluk NP

Heute stand eine 26 km Wanderung auf dem Programm bei ca. 38° Hitze. Wir nutzten die frischen Morgenstunden, um den ersten Teil der Wanderung bis zur Butterfly Gorge vornehmen zu können. Hier blieben wir nur kurze Zeit, um zu fotografieren und filmen, dann wanderten wir den schönen und schattigen Weg aus er Schlucht zurück auf den Weg zum Smitt Rock. Der Weg führte von schattigen Eukalyptus- und Palmenwäldern über Sumpfgebiet, durch trockene Graslandschaft bis zu felsigen sowie steilen Hängen. Die letzten 2 km beinhalteten einige Kletterpartien und grosse Hitze, so dass wir das kühle Bad auf 30 Min ausdehnten, um unsere heissen Körper abzukühlen, um genügend Energie für den langen Rückweg in der glühenden Nachmittagssonne zu haben. Wir verpflegten uns auch gleich im Wasser liegend und nutzten damit die kurze Erholungszeit sehr effizient. Die 3 l Wasser, die wir bei uns hatten reichten knapp bis zur Wasserstation ca. 4 km vor dem Campingplatz. Glücklich füllten wir eine unserer Flaschen und tranken gierig das chlorhaltige Wasser, doch der Geschmack spielte zu diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr. In Begleitung eines Australiers marschierten wir zurück zum Campingplatz und plauderten über unsere jeweiligen Reiseerlebnisse und vieles mehr. Dies machte den Weg kürzer und wir freuten uns auf ein kühles Diet Coke. Nach einer erfrischenden Dusche und einem leckeren Abendessen gingen wir früh schlafen.

30.05.07 Nitmiluk NP

Nach der gestrigen Wanderung liessen wir es heute gemütlich angehen. Die Nacht war sehr warm, das Thermometer fiel nicht unter 26° C. Nach dem Frühstück führen wir nach Katherine, wo wir noch einige Besorgungen machten und weiter zu den Edith Falls, die ebenfalls im Nitmiluk NP liegen. Unter Rücksichtnahme auf unsere noch etwas müden Beine machten wir "nur" den 2,6 km langen Leliyn-Rundweg zum "Uper Pool". Wir genossen die schönen Ausblicke und ein erfrischendes Bad. Auf dem Rückweg zum Campingplatz trafen wir einmal mehr auf Erika und Manfred. Zurück auf dem Campingplatz bereiteten wir uns ein frühes Nachtessen zu. Zum Sonnenuntergang machten wir uns auf den Weg zum Pool vor den Edith Falls. Dabei lernten wir Tina und Werner kennen. Wir gingen zusammen zum Pool und beschlossen, am Abend noch etwas zusammen zu trinken. Bei einem Glas Bier, Wein oder Pepsi verging die Zeit sehr schnell und wir kamen in dieser schönen Nacht erst kurz vor zwölf Uhr ins Bett.