Agva - Igoumenitsa (12. - 16.)

12.8.2012

Donner und heftige Windböen weckten uns heute Morgen früh. Da es nach baldigem Regen aussah, beschlossen wir uns reisefertig zu machen. Noch während des Frühstücks kamen einige heftige Regengüsse. Unterwegs Richtung Istanbul klarte das Wetter ein wenig auf. Um ca. 10 Uhr checkten wir im Hotel Marble in Istanbul ein. Die Tiefgarage des Hotels war nur für Fahrzeuge bis 1.90 m Höhe befahrbar, so dass wir in einem nahegelegenen Otopark für 20 TL/Tag parkieren mussten. Dank des Hotelangestellten, der mich begleitete, konnte der Preis von 30 auf 20 runtergehandelt werden. Nach einem Einkaufsbummel und etwas lesen, trafen wir uns dann mit Danijela und Felix in einem Café. Es regnete immer wieder wie aus Kübeln und so konnten wir in Ruhe die Family- und Friends News austauschen. Der Intensive Niederschlag löste auch die Demonstration auf, die sich zu formieren begann. Der Regen hörte wieder auf und dann gingen wir über die Galatabrücke zum Gewürzmarkt. Beim Grand Bazar standen wir leider vor geschlossenen Toren, weil es Sonntag war. Langsam kam ein Hungergefühl und ein Kellner, bei dem wir einen Cay genossen, gab uns den Tipp zum Fischmarkt zu gehen. Das machten wir dann auch und fanden ein tolles Restaurant direkt am Wasser. Wir assen zu viert einen riesen Seeteufel. Die Hälfte des Fisches war gegrillt und die andere Hälfte war als Eintopf mit Gemüse zubereitet – beides schmeckte hervorragend! Ein feiner türkischer Weisswein machte das Dinner perfekt. Es war nicht gerade billig aber schliesslich hatten wir ein Wiedersehen zu feiern. Zurück nach Beyoglu nahmen wir dann das Tram. Auf der Suche nach einer Bar für einen Schlummertrunk, gerieten wir in die jubelnden Fans von Galatasaray. Die Fussball-Mannschaft gewann gerade ein Spiel des Süpercup’s gegen Fenherbace und die Stimmung war entsprechend! In einer Gasse mit einer Bar nach der anderen und in jeder spielte ein live Musik, tranken wir noch etwas. Felix und Danijela blieben noch eine Weile und wir gingen dann gegen Mitternacht zurück zum Hotel.

13.8.2012

Um 11 Uhr trafen wir uns mit Danijela und Felix. Wir spazierten zu der Anlegestelle der Fähren bei der Galatabrücke und kauften uns Tickets für eine Bosporustour. Kurze Zeit später waren wir mit dem Boot unterwegs und genossen die Aussicht auf die Küste entlang des Bosporus. In Andolu Kavagi verliessen wir das Schiff und stiegen hoch zur Burg. Von dort oben bot sich eine schöne Aussicht bis zum Schwarzen Meer. Die Zeit wurde knapp, um noch etwas gemütlich zu essen, so nahmen wir Köfte ve Ekmek und Calemares über die Gasse mit aufs Schiff. Das Essen war nicht der Hit, aber wir genossen die Rückfahrt nach Istanbul trotzdem. Zurück in Istanbul gingenen wir hoch zur Hagya Sophie und der Blauen Moschee. Wegen des Ramadan hatte es hier viele Leute, die mit ihrem Pick-nick gemeinsam auf den Sonnenuntergang warteten. Der Ruf der Muezzin erlaubte der Menschenmasse dann mit Essen und Trinken anzufangen. Mit dem Tram fuhren wir zurück nach Beyoglu, wo wir Poulet-Spiesschen zum Nachtessen bestellten. In einer Bäckerei kauften wir feinen Konfekt und in einem anderen Laden ein Fläschchen Raki und Eis. Damit machten wir es uns auf dem Balkon der von Danijela und Felix gemieteten Wohnung gemütlich. Gegen 01.30 Uhr verabschiedeten wir uns und legten uns hundemüde im Hotel ins Bett.

14.8.2012

Zum zweiten Mal nahmen wir Abschied von Istanbul. Durch den dichten Verkehr schlängelten wir uns aus der Stadt. Unterwegs fanden wir eine Aygaz-Vertretung und wir gaben unsere Gasflasche zurück. Der Inhaber gab uns 10 TL für die Gasflasche und ich bin mir fast sicher, dass er uns viel zu wenig zurückbezahlt hat. Ich hatte aber keine Quittung vom Kauf und wusste auch nicht, wie viel die Flasche denn kostet. Im nahegelegenen Einkaufszentrum kauften wir ein paar Geschenke und verbrauchten bis auf 60 TL das noch vorhandene türkische Bargeld. Kurz vor der Grenze gingen wir etwas essen. Wir mussten lange warten, da zuvor eine Carladung amerikanischer Studentinnen angekommen war. In den Outletstores gegenüber investierten wir das restliche Geld in T-Shirts.
An der Grenze fragte der Beamte ohne den Pass gesehen zu haben nach meinem Namen und verriet mir dazu meinen Vornahmen. Das Auto und ich sind also in der Türkei registriert. Der Grenzübertritt gestaltete sich wieder problemlos und so waren wir kurze Zeit später auf dem Campingplatz in Alexandroupolis. Uns fiel sofort die wohltuende Sauberkeit der Stadt im Vergleich mit den türkischen Städten auf. Wir waren noch müde von den zwei Tagen in Istanbul und gingen deshalb früh schlafen.

15.8.2012

Ausgeruht starteten wir Richtung Platamon, unserem heutigen Tagesziel. Nach ca. 5h Fahrt und zwei ausgiebigen Pausen erreichten wir um 15 Uhr den Camping Arion. Morgen Abend geht’s dann schon mit der Fähre nach Italien.

16.8.2012

Kurz nach zwölf Uhr verliessen wir den Campingplatz und fuhren via Larisa nach Igoumenitsa. Unterwegs machten wir mehrere Pausen, denn wir mussten erst um 20.30 Uhr in Igoumenitsa sein. Trotzdem trafen wir vor halb Sechs ein. Wir holten unsere Tickets bei der Fährgesellschaft ab und erfuhren, dass wir erst ab 22.00 Uhr an Bord der Fähre können. In einer Taverne in der Nähe des Hafens nahmen wir das Nachtessen zu uns und surften noch ein wenig im Internet. Ich versuchte das Webseitenprogramm wieder zum Laufen zu bringen, aber ohne Installationsdatei war das nicht zu machen. So musste ich halt wohl oder übel mit den entsprechenden Kosten die neue Version updaten. Um 22 Uhr fuhren wir mit unserem Bus zum Dock 2, wo die Ionian Sky, unser Schiff, anlegen sollte. Vom Schiff war noch nichts zu sehen, obschon es planmässig bereits um 21 Uhr hatte eintreffen sollen. Gegen 22.30 Uhr traf sie dann endlich im Hafen ein und legte an. Noch bevor das erste Fahrzeug das Schiff verlassen hatte wurden die Motoren vieler wartenden Autos gestartet und eine möglichst günstige Position für den Verlad auf die Fähre gesucht. Das Ent- und Beladeprozedere zog sich dahin und lief sehr chaotisch ab. Irgendwann führte die Polizei einige Personen ab, die sich unter den Fahrgestellen der wartende Sattelschlepper versteckt hatten. Wir wurden von den Angestellten auf der Fähre nervös auf unseren Parkplatz geleitet. Einer sagte fahren, der andere stopp, aber schlussendlich war der Bus parkiert. Oben auf der Fähre war schon ein richtiger Kampf um die besten Plätze im Gang. Überall, wo’s einigermassen ruhig zu werden versprach, wurden Luftmatratzen am Boden ausgebreitet. Unsere reservierten „Liegesitze“ stellten sich als Kino-Klappsitz in einem nicht verwendeten Kinosaal heraus. Richtig bequem war das nicht und an schlafen war zumindest für mich in diesem Sitz nicht zu denken. Immerhin legten wir kurz nach 23.30 Uhr im Hafen ab und nahmen Kurs auf Brindisi.