Göreme - Vansee (12. -17.)

12.7.2012

Nach einer ein-stündigen Fahrt waren wir im Zentrum von Kayseri. In der Tourist Information erkundigten wir uns nach einem Campingplatz und zogen dann los Richtung Zitadelle und Altstadt. Kaum warten wir unterwegs sprach uns ein einheimischer Student an. Er führte uns zu einem Fleischhändler und schon probierten wir sehr feines Trockenfleisch. Natürlich kauften wir davon und noch eine berühmte Wurst (Salame) dazu. Weiter begleitete uns unserer Führer durch den Basar. Der Basar ist sehr alt und im Gegensatz zu Istanbul ohne touristische Angebote. Am Ende kamen wir zu der Karawanserei und „zufällig“ landeten wir beim Onkel unseres Führers der Teppichhändler ist. Wir tranken Tee und nach kurzer Zeit wurden uns Teppiche vorgeführt. Der Verkäufer war sehr geschickt. Trotzdem blieben wir hart und kauften weder einen Teppich noch ein Kissenbezug oder ein Täschli.
Draussen verabschiedete sich unserer Führer mit der Bitte um etwas Geld für sein Studium. Wir steckten ihm ein Nötli zu und das sah natürlich eine alte Frau, die auch profitieren wollte. Aber die haben wir rasch abgeschüttelt. An einer Strassenecke assen wir einen feinen „Chicken-Wrap“ à la Turkye. Dann machten wir uns auf Richtung Campingplatz, der am Berg Erciyes liegen soll. Bei der Gondelstation angekommen, war weit und breit kein Camping. Trotzdem beschlossen wir hier auf dem Parkplatz über Nacht zu bleiben. Im späteren Nachmittag fuhren wir mit der Gondel hoch. Da die Bahn neu ist, bezahlten wir nichts. Die Aussicht auf den Berg (3916m) war toll. Noch eindrücklicher waren jedoch all die türkischen Menschen in diesem Skigebiet neben Gondeln zu sehen. Am Abend gab’s dann noch den fantastischen Ausblick auf das Lichtermeer von Kayseri.

13.7.2012

Nach einer ruhigen und kühlen Nacht auf über 2000 m.ü.M. weckte uns die Sonne aus dem Schlaf. Der lange Weg nach Nemrut Dagi führte uns zuerst wieder durch Kayseri und dann durch verschiedene Bergtäler hindurch. Die Täler waren grün, die Bergflanken aber eher kahl. Da wir diverse Kaffees verpasst hatten, hielten wir bei einer Tankstelle an um etwas zu trinken und unsere Blasen zu leeren. Den beiden Tankwarten war‘s wohl langweilig und einer von ihnen sprach etwas englisch. So tranken wir unseren Tee und Kaffee und plauderten mit den Beiden ein wenig. Die Getränke wollten sie uns offerieren und so verabschiedeten wir uns ohne Bezahlung. Vor Nemrut Dagi suchten wir einen Übernachtungsplatz, beschlossen aber vorher noch die alte Römerbrücke bei Cendere anschauen zu gehen. Bei der Brücke war ein Restaurant mit Pension, und wir wurden vom Eigentümer eingeladen, gratis im Auto vor der Pension zu übernachten. Wir nahmen dankend an und werden dafür im Gegenzug in der Pension essen. Die Temperaturen waren hier tagsüber über 40° gestiegen und wir hoffen, dass es nach Sonnenuntergang rasch abkühlen wird.

14.7,2012

Das war eine heisse Nacht. Die Temperatur sank nicht unter 28°, aber glücklicherweise kam vor Mitternacht ein angenehmer Wind auf, der die Temperatur erträglich machte.
Mit den ersten Sonnenstrahlen starteten wir Richtung Nemrut Dagi. Obschon der Berg recht nahe war, mussten wir für die Zufahrtsstrasse einen grossen Bogen fahren. Um 7.30 Uhr waren wir dann oben beim Parkplatz angekommen und machten uns sogleich auf, die letzten ca. 200 Höhenmeter zu Fuss zu erklimmen. Die Aussicht war atemberaubend und die Grabstätte mit den zwei Terrassen mit Steinfiguren sehr eindrücklich. Wir fanden dass, der König Antiochos I schon ein wenig grössenwahnsinnig war, für sich alleine so eine riesige Grabstätte errichten zu lassen. Wir hatten den Berg um diese Zeit fast für uns alleine. Mit uns war nur noch ein französisches Paar oben. Nach der ersten Besichtigung suchten und fanden wir einen „Campingplatz“ bei einer Pension, da wir den Sonnenuntergang noch vom Berg bestaunen wollten Wir frühstückten auf dem Platz, lasen, duschten und machten uns nach dem Nachtessen noch einmal auf zum Berg. Diesmal hatte es ziemlich viele Leute, die den Sonnenuntergang von oben betrachten wollten. Es war anders aber auch schön.

15.7.2012

Nach einer unruhigen Nacht (der Wind war teilweise stürmisch und beim nahegelegenen, nicht mehr benutzten Hotel klapperte das Blechdach) fuhren wir früh in Richtung Sanliurfa los. Als wir in Sanliurfa eintrafen, war das Thermometer bereits auf über 40°. Wir parkten unseren Bus und marschierten zum Zentrum. Das Zentrum ist richtig schön, mit einem lauschigen Park, einem nicht touristischen Basar, einer alten Zitadelle, etc. Als westlicher Tourist ist man hier krass in der Minderheit und wir wurden von allen Seiten kritisch betrachtet. Es hat aber auch viele nette kontaktfreudige Menschen, so dass wir verschiedene interessante Gespräche führten. Am späten Nachmittag, die Temperatur hatte mittlerweile die 45° geknackt, gingen wir zurück zum Bus und suchten eine Übernachtungsmöglichkeit. In Sanliurfa und Umgebung war aber nichts Geeignetes zu finden, so dass wir weiter Richtung Van losfuhren. Vor Siverek fragten wir dann bei einer Tankstelle, ob wir übernachten dürfen, was uns ohne zu zögern erlaubt wurde.

16.7.2012

Auf der Tankstelle war mächtig Betrieb und die Temperatur wollte nicht sinken. Zudem hatte noch die Windrichtung gewechselt, so dass wir teilweise im Rauch des zur Tankstelle gehörenden Restaurants standen. Mitten in der Nacht wurden wir geweckt, weil ein Lastwagen noch zwischen uns und dem nächsten Lastwagen parken wollte. Aber danach wurde es endlich ein bisschen ruhig. Mit wenig Schlaf fuhren wir los. Die Landschaft bis Diyarbakir war eine mit groben Steinblöcken übersäte Steppe. In der Türkei wird generell viel gebaut, aber was wir in Diyarbakir gesehen haben übertraf alles bisher gesehene. Hunderte von Wohnsilos sind am Entstehen und überall werden neue Strassen gebaut. Da die Stadt gemäss unserem Führer eher negativ beschrieben ist, fuhren wir nicht ins Zentrum; sondern sahen die Reste der Stadtmauer dann beim Vorbeifahren. Nach Diyarbakir wird die Landschaft langsam gebirgiger und auch etwas grüner. Kurz vor Bitlis zeigte unser Bus einen Druckverlust in einem Reifen an. Ich versuchte es zuerst mit Pumpen, aber der Druck war im Nu wieder geschwunden. Glücklicherweise fanden wir bald eine Reifen-Reparaturwerkstatt und konnten dort mit Händen und Füssen zu verstehen geben, dass der Reifen eine undichte Stelle haben muss. Für 10 TL wurde der Metallsplitter aus dem Reifen entfernt und ein Flicken auf der Innenseite angebracht. In Tatvan machten wir einen kurzen Shoppinghalt. Auf dem Weg nach Van suchten wir nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. Wir fanden einen schönen Platz an einem Bach unter Bäumen. Mustafer, der Eigentümer und Schaf- und Ziegenhirt war damit einverstanden, dass wir hier eine Nacht verbringen. Später gesellten sich noch zwei unangenehme Typen zu uns, die wir abwimmelten. Sie parkten ihr Auto direkt hinter uns und blieben hartnäckig noch ca. 1 Stunde in unserer Nähe, bis sie endlich verschwanden. Zurück blieb nur ihr Abfall. Am Abend wurden wir von den Hirten noch zum Essen eingeladen. Wir hatten schon gegessen, gingen aber auf ein Glas Tee vorbei. Es gesellten sich immer mehr Personen dazu, so dass es eine fröhliche Runde trotz der Sprachbarriere wurde. Sie machten sich dann Sorgen, dass wir zu nahe an der Strasse übernachten wollten und boten uns einen Platz in der Nähe des Dorfes an. Wir parkierten unseren Bus also nochmals um und gingen dann schlafen.

17.7.2012

Schon lange hatten wir nicht mehr so gut geschlafen. Die Nacht war sehr angenehm, gegen den Morgen begann es uns sogar etwas zu frösteln. Als wir gegen 7.30 Uhr wegfuhren, waren auch schon wieder viele Leute aus dem Dorf zu den Feldern unterwegs. Nach ca. 10 km (ca. 30 km vor Van) sahen wir den ersten Campingplatz in der Region und der sah wirklich gut aus. Wir bereuten es aber nicht, bei dem Dorf übernachtet zu haben. In Van schauten wir uns das Freilichtmuseum an und die eindrückliche Burgruine. Anschliessend kauften wir ein und wollten uns einen Campingplatz zwischen Van und Muradiye suchen. Zuerst versuchten wir es an einem Strand, der in unserem Reiseführer zum Baden empfohlen wurde. In den Dörfern, die wir passierten, sahen wir viele Trümmer, Baracken, Zelte und neue Bauten. Wir erinnerten uns jetzt daran, dass diese Region vor ca. 5 Monaten von einem Erdbeben heimgesucht wurde. Auch in Van hatten wir schon riesige Containersiedlungen gesehen. Wir fuhren noch bis Ercis und fanden weder eine Pension noch einen Campingplatz. So suchten wir uns einen Platz zum wild Übernachten am See. Wir fanden ein hübsches Plätzchen, an dem auch schon Einheimische am Picknicken waren. Ich nahm noch ein Bad im See. Der Vansee hat ja keinen Abfluss und das Wasser ist stark sodahaltig. Auf der Haut fühlt sich das Wasser deshalb seifig an. Der Platz leerte sich gegen Abend, so dass wir schliesslich alleine waren.