Ölüdeniz - Sultanhani (1. - 5.)

1.7.2012

Um nach Antalya zu kommen, wählten wir die Strasse der Küste entlang Richtung Antalya. Es boten sich immer wieder schöne Ausblicke auf Küste und Meer. Der Campingplatz bei Kemer war eigentlich recht hübsch, die Sanitäreinrichtungen und der Strand weniger. Beim Strand von grobem Kies zu sprechen ist weit untertrieben. Es handelt sich eher um grössere Steine. Dafür war das Wasser schön klar und wir genossen unser Bad im Meer. Kemer bei Antalya ist die Hochburg des Massentourismus in der Türkei und links und rechts des Campingplatzes befanden sich Hotelbunker mit einem unüberhörbaren Animationsprogramm. Wir beschlossen, am nächsten Tag weiter zu ziehen. Nach dem Abendessen suchten wir uns ein Lokal um den EM-Final zu verfolgen. Das war gar nicht so einfach, denn die meisten Hotels hier sind „All-Inclusive-Resort“, was dazu führt, dass nur noch wenige Lokale neben den Hotels existieren. Aber wir wurden dann doch noch fündig. Beim Stand von 2:0 für Spanien machten wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz, denn wir waren hundemüde. An Schlaf war von meiner Seite zumindest nicht zu denken, denn die Hotels links und rechts hatten Openairdiscos. Gegen 3.00 Uhr kehrte dann doch noch Ruhe ein.

2.7.2012

Heute wollten wir uns Antalya anschauen und dazu suchten wir uns in der Nähe der Stadt einen Campingplatz. Im ADAC-Führer sind keine verzeichnet, so dass wir uns auf die Angaben im Navigationsgerät stützten. Der am nächsten vom Zentrum aufgeführte Campingplatz stellte sich als Fehleintrag heraus. Wir suchten uns dann bewusst einen in Küstennähe aus und versuchten es dort. Ein richtiger Campingplatz war zwar auch das nicht, aber wir könnten dort auf einem recht schönen Parkplatz unseren Bus hinstellen und die Toiletten und Duschen waren so sauber, wie wir es schon lange nicht mehr angetroffen hatten. Der Chef des Platzes (Bambus Beach Club) versorgte uns noch mit Pflaumen, die wir vor dem Aufbruch zur Stadtbesichtigung verspeisten. Auf dem Weg in die Stadt informierte uns der Ladenbesitzer, bei dem wir Wasser kauften, noch darüber, das auf unserer künftigen Route keine Türken mehr anzutreffen seien sondern mehr Kurden.
Durch das Hadrians Tor gelangten wir in die hübsche Altstadt mit den osmanischen Holzhäusern. Nach dem Mittagessen machten wir es uns an einem schattigen Ort im Stadtpark gemütlich und lasen etwas in unseren Büchern. Unter uns pick-nickte eine Familie. Plötzlich kam die Frau mit einer Schale Nüssen zu uns und schenkte uns diese. Später wurden wir auch noch mit Äpfeln versorgt. (Sahen wir heute besonders ausgehungert aus?) Die Menschen hier sind wirklich überaus gastfreundlich.

3.7.2012

Auch diese Nacht wurden wir bis um ca. 3.00 Uhr von einer nahegelegenen Disco beschallt. Noch etwas müde machten wir uns auf den Weg nach Egirdir am gleichnamigen See ca. 150 km im Landesinneren. Wir fuhren durch schöne Berglandschaften und grosse Obstplantagen. Die Temperaturen hier auf ca. 950 m.ü.M lagen um die 25° und wir genossen die Abkühlung im Vergleich zu den 35° an der Küste. Das Städtchen Egirdir hatten wir recht schnell gesehen. Nach einem Mittagssnack (Pide und Lamacun) machten wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz am See. Der See leuchtete in einem schönen smaragdgrün in der Sonne und bei einer ausgedienten Ferienanlage oder Militärunterkunft (es waren nur noch ein paar Fundamente von Häusern sichtbar und ein Netz aus Erschliessungssträsschen) fanden wir einen schönen Platz mit Blick auf den See. Später stieg noch der Vollmond auf, der über der Wasseroberfläche sein glitzerndes Licht ausbreitete.

4.7.2012

Zum Frühstück an Sylvia’s Geburtstag gab’s selbstgemachtes frisches Fladenbrot. Wir hatten seit langem wieder einmal eine Nacht ohne Discomusik hinter uns. Durch schöne Landschaften und die Kornkammer der Türkei erreichten wir Beysehir am Beysehirsee. Wir fuhren als erstes zum Campingplatz, der, wie es sich herausstellte, ein Restaurant war. Auf dessen Parkplatz bzw. Parkanlage konnten wir unser Auto für die Übernachtung hinstellen. Da der Campingplatz nicht unbedingt zum Verweilen anregte, verbrachten wir den Nachmittag in Beysehir, wo wir es uns im Park gemütlich machten. Später schauten wir die schöne Holzmoschee an und schlenderten in der Stadt herum. Das Abendessen nahmen wir im Restaurant bei dem wir übernachten zu uns. Es gab „nur“ Fisch aus dem See und Alkohol wurde keiner ausgeschenkt. Das Essen war in Ordnung, aber nicht hervorragend. Nach dem Essen zogen wir uns in den VW-Bus zurück, um die nächsten Tage zu planen.

5.7.2012

Die Strasse von Beysehir nach Konya führte uns durch hügelige Landschaft. In Konya besuchten wir das Mevlana Kloster, das auch ein beliebter türkischer Pilgerort ist. Es war ein Kloster des Derwish Ordens und ist auch der Ort, an dem der Philosoph und Theologe Mevlana Celaleddin begraben liegt. Weiter ging‘s dann durch die schier endlose Hochebene, die sich von Konya bis Aksaray erstreckt. In Sultanhani checkten wir auf dem Campingplatz Kervansaray ein, wo wir von den sympathischen Besitzern Mustafa und seinem Sohn Tahir freundlich begrüsst wurden. Tahir führte uns am späten Nachmittag noch durch Sultanhani und zeigte uns unter anderem eine sehr interessante Werkstatt, in der alte Teppiche restauriert werden. Das Nachtessen nahmen wir auf dem Campingplatz ein, wo uns Mustafa mit gut gewürztem Lammfleisch und Salat bewirtete. Das Essen war gut, wenn auch das Lammfleisch etwas gar zäh war.