Sultanhani - Göreme (6. - 11.)

6.7.2012

In Sultanhani besuchten wir am Morgen die grösste und am besten erhaltene bzw. restaurierte Karawanserei der Türkei. Karawansereien dienten als befestigte Etappenziele für die Karawanen mit ihren wertvollen Handelswaren. Diejenige von Sultanhani liegt an der berühmten Seidenstrasse. Der Bau ist eindrücklich und beinhaltet neben Stallungen und Unterkünften auch eine Mosche und eine Winterhalle. Nach der Besichtigung fuhren wir weiter über Aksaray nach Ihlara. Bei Ihlara liegt das gleichnamige Tal, in dem sich viele in die bizarren Tuffsteinformen gehauene alte Kirchen befinden. Eine erste Kirche haben wir heute schon besucht. Nach dem bezahlen des Eintrittsgeldes von 8 TL/P konnten wir in den unzähligen Tunneln und Räumen herumklettern und uns die Kirche mit teilweise gut erhaltenen Malereien ansehen. Für den Parkplatz sollten wir nochmals TL 5 bezahlen was uns übertrieben vorkam. Wir stellten unseren Bus deshalb einfach am Strassenrand ab. Das gefiel dem wachhabenden Jüngling auf dem Parkplatz gar nicht. In Ihlara suchten wir den Campingplatz Bisginler. Wir wurden von den Bekannten von Tahir und Mustafa herzlich empfangen und mit Tee bewirtet.

7.7.2012

Am Morgen wollten wir wie vereinbart wieder einmal etwas Wäsche waschen. Soner war noch am Schlafen und wir erwischten zuerst die falsche Waschmaschine und produzierten eine kleine Überschwemmung. Mit Hilfe eines Angestellten stopften wir die Wäsche in eine andere Maschine und starteten ein Waschprogramm. Nach dem Waschen wollten wir das Ihlaratal von Ihlara nach Selima durchwandern. Das Waschprogramm zog sich fast endlos lange hin. Kurz vor 11.00 h war die Waschmaschine endlich fertig. Wir hängten die Wäsche zum Trocknen auf und machten uns auf den Weg ins Tal. Der obere Teil des Tals bis Belisirma ist ein Nationalpark für den wir 8 TL/P Eintritt bezahlten. Das Tal hat wunderschöne Felsformationen und in die Felsen sind unzählige Behausungen und zahlreiche Kirchen gehauen. Die Kirchen haben teilweise gut erhaltene Fresken an Wänden und Decken. Von Belisirma bis Selima schlängelt sich das Flüsschen weiter durchs Tal und bietet weiter sehr schöne Landschaften. Nach der Wanderung holte uns fast das gesamte Team der Bisginler Ihlara Pension mit einem Minibus ab. Überhaupt wurden wir in den zwei Tagen vom gesamten Team der Pension sehr verwöhnt.

8.7.2012

Auch in dieser wie in der vorherigen Nacht wurde wieder Hochzeit gefeiert. Das bedeutete für uns bis in die frühen Morgenstunden laute live gespielte und gesungene Musik. Zum Glück hatten wir ja Oropax dabei. Der Baum unter dem wir geparkt hatten, sonderte eine klebrige harzartige Substanz aus. Als Soner das am Morgen bemerkte, boten sie uns an, den Bus zu waschen. Wir verabschiedeten uns von Soner und seinem Team und fuhren mit einem sauberen Bus los nach Derinkuyu, unserem ersten Etappenziel. Hier besuchten wir eine, erst 1963 entdeckte, unterirdische Stadt. Die Anlage diente als Zufluchtsort für bis zu 20‘000 Leute. Die bis heute erforschten Teile beinhalten eine Raumfläche von 1‘500 m2 und reichen bis in eine Tiefe von 55 m. Es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um ca. ¼ der gesamten Anlage handelt. Die Stadt war wirklich eindrücklich aber klaustrophobisch veranlagten Personen rate ich dringend von einer Besichtigung ab. Zum Glück waren die engen Gänge und Kammern beleuchtet! Weiter ging‘s durch die einmalige Landschaft Kappadokiens auf den Kaya Camping bei Göreme. Am späteren Nachmittag besuchten wir zu Fuss noch das Städtchen Ortahisar und tranken dort einen „Fürabe“-Tee.

9.7.2012

Das Openairmuseum bei Göreme ist einen Besuch wert. Es sind zahlreiche Kirchen zu sehen, die in bizarre Tuffsteinkegel gehauen wurden. Einige wurden schön restauriert, so dass die ursprünglichen Fresken wieder in schönen Farben erstrahlen. Die Dörfer Göreme und Uçhisar sind ebenfalls in das Tal mit den Tuffsteinformationen eingebettet. Wir bewunderten bei einem Glas Tee von einem Aussichtspunkt aus den schönen Blick über die Gegend. In Nevsehir stockten wir unsere Vorräte in einem Migros auf. (Ein Stück Heimat in der Ferne!) Auf dem Campingplatz buchten wir für Mittwoch eine Ballonfahrt.

10.7.2012

Nach einem Schwätzchen mit unseren deutschen Nachbarn machten wir uns zu Fuss auf den Weg in das Rosental. Der Weg startete gleich vom Campingplatz und schon nach kurzer Zeit befanden wir uns mitten in den schönsten Felsformationen. Fast mit jedem Schritt eröffnete sich eine Perspektive, die noch schöner zu sein schien als die vorherige. Unterwegs gab es auch wieder ein paar Felsenkirchen zu bewundern. Das letzte Stück des Weges bis nach Göreme war dann nicht mehr so schön und die Sonne brannte auf uns herab. In Göreme erfrischten wir uns mit einer kalten Cola und erkundigten uns nach dem Bus zum Campingplatz. 10 Minuten später kam der Bus bereits und nach einer kurzen Fahrzeit waren wir wieder zurück auf dem Campingplatz. Dort genossen wir den Nachmittag beim Swimmingpool unseres schönen Campingplatzes Kaya.

11.7.2012

Um 4.00 Uhr klingelte uns der Wecker aus dem Schlaf.40 min. später holte uns der Bus auf dem Campingplatz ab und brachte uns zum Startplatz der Ballone. Vor dem Start gab‘s noch Gebäck und einen Tee. Pünktlich mit dem Sonnenaufgang begann das allmorgendliche Schauspiel in Kappadokien. Unzählige Ballone hoben ab in den klaren Morgenhimmel und wir waren mittendrin. Die Ballonfahrt ging in eines der Täler mit den für Kappadokien typischen Felsformationen. Dort schwebten wir über Felder, Bäume und zwischen den Felsformationen hindurch. Die grosse Anzahl der Ballone liess es nicht vermeiden, dass sich einzelne zwischendurch touchierten. Als krönender Abschluss der Ballonfahrt gingen wir noch auf eine Höhe von ca. 600 m über Grund, bevor der Pilot den Ballon genau auf dem Anhänger, der von der Bodencrew platziert wurde landete. Es war eine spektakuläre Ballonfahrt bei perfektem Wetter. Zurück auf dem Campingplatz, es war mittlerweile 7.30 Uhr, machten wir uns einen Kaffee. Wir fühlten uns top fit und machten uns mit unserem Bus auf Richtung Zelve. Vorher stoppten wir noch in Pasabag und bestaunten die Felsen. In Zelve erkundeten wir das Openairmuseum im Mönchstal auf einer kleinen Wanderung. Für den Rückweg fuhren wir eine kleine Rundfahrt durch die wunderschöne Gegend. In Nevsehir assen wir eine sehr gute Pide. Allmählich doch sehr müde erreichten wir den Campingplatz und ruhten und aus, damit wir morgen fit für die Weiterfahrt nach Kayseri sind.