Alexandrupolis - Istanbul (16. -21.)

16.6.2012

Die Bewachung des Grenzüberganges in die Türkei kam uns vor wie im kalten Krieg. Auf der einen Seite der Brücke standen die griechischen Soldaten schwer und auf der anderen die türkischen; beide schwer bewaffnet. Das Passieren der Grenze gestaltete sich relativ problemlos. Die Grenzbeamtin sprach nichts ausser türkisch, aber es hatte glücklicherweise genug hilfsbereite Türkinnen und Türken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ebenfalls auf den Grenzübertritt warteten. Nach einem Zickzacklauf zu verschiedenen Schaltern und Personen, war das Fahrzeug in meinem Pass eingetragen und alle erforderlichen Stempel vorhanden. Nach weiteren ca. 2.5 h Fahrt erreichten wir unser heutiges Tagesziel, den Campingplatz Semizkum Mocamp bei Silivri. Wir erhielten einen Stellplatz und mussten anschliessend noch etwas türkische Lira organisieren. Bei einem Einkaufszentrum fanden wir einen Bankomaten und besorgten uns noch einige Sachen. Auffallend ist, dass hier kaum jemand eine andere Sprache als türkisch auch nur ansatzweise beherrscht.

17.6.2012

Die letzte Nacht war eine laute Nacht. Nachdem die dreiköpfige Band bei der Strandbar des Platzes ihr Konzert beendet hatten (Die Jungs waren gar nicht schlecht!), demonstrierte ein einheimischer Camper bis um ca. 2.30 Uhr die potente Musikanlage in seinem Auto. Mit etwas wenig Schlaf nahmen wir also die kurze Etappe bis zum nächstgelegenen Campingplatz bei Istanbul in Angriff. Nach ca. einer Dreiviertelstunde waren wir bereits beim Platz angekommen. Der Eingang war aber zu und es war keine Menschenseele zu sehen. Nach einem Hupen und einer kurzen Wartezeit öffnete uns ein kleines Mädchen das Tor und kurze Zeit später war auch ein Campingplatzangestellter zur Stelle. Der Platz machte einen sauberen und schönen Eindruck, wir waren aber die einzigen Gäste. Den ganzen Tag hindurch blies ein starker Nordwind, so dass es nicht angenehm war sich draussen an einem nicht windgeschützten Ort aufzuhalten. Am Nachmittag halfen wir ein paar Bekannten des Campingplatzangestellten noch ein Zelt aufzustellen, was bei diesem Wind nicht einfach war. Der Wind war aber so stark, dass sie das Zelt kurze Zeit später wieder abbrechen mussten.
Wir machten auf dem Platzgelände, zu dem auch verschiedene Bungalows und eine Villa gehören vor dem Nachtessen noch eine Runde. Es wirkte alles irgendwie gespenstisch verlassen, aber nicht ungepflegt. Wir werden heute sicher eine ruhige Nacht verbringen, bevor wir morgen nach Istanbul fahren.

18.6.2012

Wieder einmal kämpften wir uns durch dichten Stadtverkehr. Nach ca. 1.5 h hatten wir unser Hotel in Istanbul erreicht. Nachdem wir unser Auto geparkt hatten, bezogen wir das Zimmer im Azade Hotel. Kurze Zeit später trafen wir uns mit Christine, die uns in Istanbul besuchte. Wir besichtigten einen ersten Teil der grossen und sehr interessanten Stadt. Der Topkapi-Palast war eine kleine Enttäuschung. Der Eintritt für den wir ca. 20 Min. anstehen mussten, war relativ hoch und im Palast selber hätten wir dann nochmals einen Eintritt für den Bereich ins Harem bezahlen müssen, was wir dann nicht machten. Vielleicht waren die Erwartungen mit dem Vergleich zum Alhambra-Palast in Granada wohl auch etwas zu hoch. Wir schlenderten weiter zum Bahnhof in dem der legendäre Orient Express (Paris – Istanbul) seine Endstation hatte und assen in Restaurant „Orient Express“ eine Kleinigkeit. Danach besuchten wir den Gewürzmarkt. Der überdachte Markt war voller feiner Gerüche und es herrschte ein geschäftiges Treiben. Vor dem Abendessen gingen wir noch die imposante Blaue Mosche. Dort setzten wir uns hin und bestaunten die wunderschönen Farben, Muster und Schriften an den Kuppelbögen und Säulen. Das Abendessen nahmen wir in dem Kebab-Restaurant Tamara auf der Dachterrasse mit Blick auf die Blaue Mosche ein. Es hatte schon ordentlich abgekühlt und der Wind blies immer noch recht heftig, so dass es ohne Jacke ziemlich kalt wurde.
Im Charm Hotel genehmigten wir uns einen Schlummertee.

19.6.2012

Heute gingen wir vom alten Stadtteil (Sultanahmet) wo unser Hotel liegt über die Galatabrücke in das Beyoglu- Quartier. Auf der Brücke stehen unzählige Fischer, die ihr Glück versuchen und unter der Brücke reiht sich ein Restaurant ans andere. Nur in der Mitte der Brücke, welche für die Schiffe geöffnet werden kann, gibt es kurz eine Unterbrechung. Im Museum of modern art „Istanbul Modern“ sahen wir interessante zeitgenössische Kunstwerke. Anschliessend spazierten wir zum Galata-Turm und weiter zur Einkaufsstrasse im Beyoglu-Quartier. Danach nahmen wir das Tram zurück über die Brücke zum Platz Eminönü. Bei der Fähranlegestelle warteten wir auf unser Boot durch das Goldene Horn. Es herrschte ein grosses Chaos mit Passagieren, Bussen, Autos und Männern die Touren zum Bosporus oder Sesamringe anboten. Wir genossen dann die ruhige Fahrt bis Eyüp hinauf und wieder zurück. Auf dem Rückweg zum Hotel streiften wir noch durch den kaum überschaubaren grossen Basar mit seinen unzähligen kleinen Shops.
Nach einem späten Essen kurz um die Ecke unseres Hotels, fielen wir um Mitternacht todmüde ins Bett.

20.6.2012

Weil Istanbul die Stadt auf zwei Kontinenten ist, wollten wir heute auf die asiatische Seite. Nach der Überfahrt mit der Fähre nach Üskadar, setzten wir unseren Fuss das erste Mal auf dieser Reise auf asiatischen Boden. Wir spazierten durchs Quartier und besichtigten die Valide Atik Cami (Moschee). In einer Imbissbude assen wir zu Mittag. Die Angestellten sprachen kein Wort Englisch, kümmerten sich aber ganz herzlich um uns und das Essen: frisch gebackene Lamacun und Pide schmeckte fabelhaft. Zurück auf der europäischen Seite von Istanbul schauten wir bei der Hagia Sophia vorbei und erfuhren, dass die Hagia Sophia keine Moschee sondern seit 1932 ein Museum ist. Anstelle eines Museumbesuches bevorzugten wir noch ein wenig die Atmosphäre Istanbuls auf uns wirken zu lassen. An einem schattigen Plätzchen in einem Restaurant tranken wir noch einen Becher gesalzene Milch, bevor wir zum Hotel zurückschlenderten und uns von Christine verabschiedeten, die heute nach Hause flog. Wir verbrachten den Abend noch mit einem Nachtessen und einem anschliessenden Tee und Backgammon. Jedermann und jede Frau in diesem Café war am Tee trinken, spielen und Shisha rauchen.

21.6.2012

Am Morgen schauten wir bei der Hagia Sophia vorbei. Es hatte extrem viele Leute, so dass wir beschlossen, zuerst die Überreste des Aquädukts anzuschauen. Im überfüllten Tram fuhren wir zu der nächstgelegenen Haltestelle und spazierten danach zum Aquädukt. Nach einer Pause im Park davor gingen wir weiter zur Suleiman Moschee. Unterwegs zurück zur Hagia Sophia, genossen wir den Ausblick auf Istanbul von der Dachterrasse einer amerikanischen Gourmetrestaurantkette. Vor dem Museum hatten sich nun die Menschenschlangen gelichtet und wir lösten die Tickets für 25 TL/Person. Die Hagia Sophia wurde vor der Umwandlung in ein Museum immer wieder von einer Kirche in eine Moschee und umgekehrt umgewandelt und genützt; je nachdem wer gerade an der Macht war. Erbaut wurde sie in den Jahren 532 – 537. Der Besuch hat sich gelohnt und wir waren sehr beeindruckt.
Vor dem Abendessen wollten wir uns noch die tanzenden Derwische im Sirkeci-Bahnhof anschauen gehen. Die 40 TL/Person waren uns dann aber zu viel und wir suchten uns ein Restaurant für das Nachtessen. Im Dervish Cafe konnten wir bei einem Getränk doch noch einem Derwisch- Mönch beim Tanzen zuschauen.