Istanbul - Selcuk (22. - 26.)

22.6.2012

Wir beschlossen die beiden Städte Iznik und Bursa nicht zu besichtigen, da wir von 4 Tagen Istanbul erst einmal genug Stadtluft geschnuppert hatten und wir auf unserer Reise noch viele Moscheen, Stadtmauern, usw. sehen werden. Eines der türkischen Bäder bei Bursa hätte Sylvia schon gerne mal ausprobiert. Bei Temperaturen von 35 ° war das Bedürfnis nach einem heissen Bad jedoch nicht so stark…
Nun hatten wir wieder eine lange Strecke von fast 5 Std. Fahrt vor uns. In Istanbul fuhren wir zuerst über die Galata- und danach über die Bosporusbrücke. Für die Autobahn hatten wir einmal in Albanien eine KGS Karte von einem Deutschen Camper erhalten. Er gab uns die Karte mit einem Guthaben von ca. 27 TL mit ein paar wenigen Erklärungen dazu. Erst als wir dann plötzlich auf der Autobahn vor diesen Automaten waren, merkten wir wie praktisch und hilfreich dieses Geschenk doch ist. Unterwegs stockten wir noch unsere Vorräte auf. Während der Fahrt konnten wir die Fahrweise der Lastwagen und Cars eingehend bestaunen. Während die Cars eigentlich immer auf der linken Spur fahren und zu den schnellsten Verkehrsteilnehmern zählen, gilt das bei den LKW’s nur bei Bergabfahrten. Bergauf sind ihre Maschinen am Anschlag und kriechen auch kleine Erhebungen mit 20 - 30 km/h hinauf. Das führt dann meist zu Elefantenrennen über alle verfügbaren Fahrspuren und einem entsprechenden Rückstau. Bei Erdek am Marmarameer fanden wir einen schönen Campingplatz.

23.6.2012

Heute war wieder einmal ein „Fläzitag“ nötig! Am Morgen war Waschtag. Danach machten wir nichts ausser in der Hängematte oder am Strand liegen.

24.6.2012

Wir gaben die Koordinaten des nächsten Campingplatzes in der Nähe von Troia ein und fuhren los. Leider suchten wir an der eingegebenen Stelle vergebens nach einem Camping. So beschlossen wir, direkt nach Troia zu fahren und die Ruinen zu besichtigen. Auf dem Weg zum Eingang entdeckten wir „Troia Pension mit Camping“. Na also; das war doch optimal. Eigentlich wollten wir die Ausgrabungen von Troia am Morgen besichtigen, wenn es noch nicht so heiss ist. Nun war es halt 14.00 Uhr als wir durch die archäologische Stätte gingen. Es gab immer wieder ein paar Schattenplätze und so ging das ganz gut. Obwohl es in Troia nicht wirklich viel zu besichtigen gibt, fanden wir den Ort sehr interessant! Der Siedlungshügel Hisarlek (Troia) war von 2500 BC bis ca. 500 AC immer wieder bewohnt. Bei dem Rundgang durch Troia werden dann auch die 9 verschiedenen Troia Siedlungen und ihre Epochen gezeigt. Die Blütezeit, welche Homer beschrieb war von 1800-1250 BC. Ob die Krieger den Trick mit dem troianischen Pferd wirklich anwendeten, haben wir nicht herausgefunden.

25.6.2012

Die heutige Etappe führte uns nach Bergama, wo wir morgen die Ruinen von Pergamon anschauen wollen. Wir checkten ca. um 14 Uhr auf dem einzigen Campingplatz in Bergama ein. Der Eigentümer informierte uns, dass er im Restaurant heute Abend eine Hochzeitsgesellschaft mit ca. 600 Gästen bewirtet und wir deshalb mit einer etwas unruhigen Nacht zu rechnen haben. Wir sind gespannt!

26.6.2012

Es war eine laute Nacht! Bis um 00.30 Uhr spielte die Musik und zwar in voller Konzertlautstärke. Das was wir von der Hochzeit sahen, schien uns wenig spektakulär. Auf den Tischen stand nur Mineralwasser und Essen war auch kaum vorhanden. Zudem tanzten ausser Braut, Bräutigam und ein paar wenigen Personen niemand zu der live Musik. Der Höhepunkt war, als die Braut ins straucheln geriet und auf der Tanzfläche landete. Und wie sie so da sass, standen plötzlich alle Gäste von ihren Stühlen auf, um zu schauen, ob sich die Braut nicht verletzt hat.
Wir versuchten mit Gehörschützen zu schlafen, aber so richtig an Schlaf war erst nach 1.30 Uhr zu denken, als sich auch die Gäste verabschiedet hatten.
Mit wenig Schlaf machten wir uns um 8.00 Uhr auf zur Akropolis von Pergamon. Wir waren kurz nach acht oben, das Gelände wurde aber erst um 8.30 Uhr geöffnet und wir kamen mit einem Türken ins Gespräch. Er lud uns ein, nach der Besichtigung in seinem Café einen Tee zu trinken.
Die Akropolis von Pergamon ist eine weitere beeindruckende Ruinenstadt mit einem schönen Theater und teilweise aus den Trümmern wiederhergestellten Gebäudeteilen. Dazu hat man von oben einen wunderschönen Ausblick auf Bergama.
Nach der Besichtigung trafen wir uns zum Tee mit dem Türken, der uns angesprochen hatte. Er ist in Deutschland aufgewachsen und organisiert in Bergama die Genossenschaft der Teppichknüpferinnen, die vom Staat kontrolliert und unterstützt wird. Da Sylvia sich sowieso mal Teppiche anschauen wollte, gingen wir zusammen zur Genossenschaft, wo uns der Direktor Ugur in die Herstellung der verschiedenen Teppiche einweihte. Natürlich zeigte er uns bei einem Gläschen Tee auch die verschiedensten Teppiche. Und so kam es, wie es kommen musste, wir verliebten uns in einen Teppich und kauften ihn nach längeren Verhandlungen. Wenn man einmal die billigeren Qualitäten neben den „teuren“ gesehen hat, möchte man keinen „billigen“ mehr haben. Unser wunderschöner Teppich wird uns „in shallah“ Anfang November nach Hause geliefert.
Als stolze Besitzer eines handgeknüpften Bergama-Teppichs, fuhren wir weiter auf den Campingplatz bei Selçuk und genossen dort das Meer und den schönen Sandstrand.