Selcuk - Ölüdeniz (27. - 30.)

27.6.2012

Der Morgen begann unerfreulich. Ich wollte uns Teewasser kochen, aber es kam kein Gas. Ein Blick in den Behälter mit der Gasflasche zeigte sofort den Grund dafür. Der Druckregler hatte sich durch das viele Schütteln gelöst und die Gasflasche entleerte sich. Wir tranken kalten Jus zum Frühstück und beschlossen, uns nach dem Besuch in Ephesos dem Problem anzunehmen. Bevor wir nach Ephesos losfuhren, fragten wir noch an der Rezeption vom Campingplatz, ob sie einen Laden kennen würden, der unsere Flasche auffüllen könne. Der verschlafene Mitarbeiter zeigte uns auf der Karte eine Zweigstelle von Aygas, die wir nach der Besichtigung von Ephesos aufsuchen wollten.
Zum Glück waren wir wieder früh bei den Ruinen. Erstens waren die Temperaturen schon jetzt gegen 35° und zweitens sollten wir später noch so viele Leute auf dem Gelände antreffen, wie wir es noch auf keinem anderen gesehen hatten. Obschon wir jetzt schon viele Ruinen gesehen haben, waren wir einmal mehr sehr beeindruckt. Das Grosse Theater (25‘000 Sitzplätze) ist einfach gewaltig, aber am eindrücklichsten war die zweistöckig rekonstruierte Fassade der Bibliothek. Nachdem wir auch die Überbleibsel der anderen Bauten angesehen hatten, waren wir froh, das Gelände verlassen zu können. Den Parkplatz konnten wir fast nicht mehr verlassen, soviel Reisecars waren da und alle liessen sie den Motor laufen, damit der Innenraum schön kühl blieb.
Wir fanden die auf der Karte gezeigte Aygas-Verkaufsstelle nicht sofort. Als wir bei einer Tankstelle nachfragten, führte uns eine Frau mit ihrem Auto dorthin. Bei Aygas sprach niemand Englisch oder Deutsch aber man deutete, dass die Flasche nicht aufgefüllt werden kann. Eventuell in Izmir wurde gesagt. Wir fuhren zurück zum Campingplatz und ich suchte mal per Internet nach einer Auffüllstation. Campinggas ist in der Türkei nicht vertreten und in den einschlägigen Foren wurde gesagt, dass das kein einfaches Unterfangen werden würde. Nach einer Ruhepause auf dem Campingplatz nahmen wir noch einen Anlauf. Bei einer Tankstelle, die LP-Gas verkaufte, fragten wir nochmals nach. Da kein passender Adapter für die Flasche vorhanden sei, könne sie hier auch nicht gefüllt werden. Einer der Mitarbeiter sprach etwas Englisch und so wurden wir wieder auf Aygas verwiesen und deren kleine Campingflaschen, die ev. ein Ersatz sein könnten. Ein Mitarbeiter der Tankstelle hat bei Aygas gearbeitet und telefonierte dort noch mit einem Mitarbeiter, bevor wir nochmals zu Aygas fuhren. Bei Aygas diskutierten wir mit Händen und Füssen über die verschiedenen Möglichkeiten und bald kümmerte sich die halbe Belegschaft um uns. Natürlich gab es auch wieder Tee. Wir beschlossen, eine kleine türkische Gasflasche zu kaufen. Diese wurde dann behelfsmässig in unserem Bus angeschlossen. Die Flasche hat einen grösseren Durchmesser und passt deshalb nicht optimal ins Gasfach des VW-Buses rein. Aber jetzt können wir wenigstens wieder Kochen. Zurück auf dem Campingplatz kühlten wir uns im Meer etwas ab.

28.6.2012

Der Weg führte uns von Selcuk über Aydin und Nazilli nach Pamukkale. Im Nachbardorf fanden wir einen recht schönen Campingplatz bei einer Pension. Die Sanitärausstattungen waren bescheiden, dafür bot er eine schöne Poollandschaft mit Wasser aus Pamukkale und eisenhaltiges Thermalwasser aus eine anderen Quelle. Nach einem Rundgang im hübschen Dorf genossen wir die Pools.

29.6.2012

Am Morgen besuchten wir die Sinterterrassen von Pamukkale. Nach dem Bezahlen des Eintrittsgeldes von 20 TL/P ging es Barfuss über die erstaunlicherweise recht griffigen Wasserüberströmten Kalkablagerungen. In den für die Touristen zugänglichen betonierten Pools räkelten sich verschiedenste Beauties und lichteten sich gegenseitig ab. Dort wo die Terrassen noch naturbelassen sind und kein Zutritt mehr erlaubt ist, bot sich ein einmaliges Naturschauspiel mit wunderschönen Pools voll türkisfarbenem Wasser. Leider wird ein grosser Teil des Wassers nicht mehr über die Sinterterrassen geleitet, sondern zum Füllen der unzähligen Pools der Hotelanlagen verwendet. Aber Pamukkale ist immer noch sehr eindrücklich und wunderschön. Es war auf jeden Fall ein Highlight von unserer bisherigen Reise!
Wir fuhren weiter über Denizli und Mugla nach Dalyan. Von dort aus werden Bootsfahrten in einem Meeresarm angeboten, die zu einem Strand führen, an dem Schildkröten ihre Eier vergraben. Wir waren etwas spät dran und die Bootsfahrt war uns mit 150 TL für zwei Personen auch zu teuer.
So suchten wir nach einem Übernachtungsplatz. Die Gegend ist recht dicht besiedelt, so dass wir beschlossen, auf einen ca. 40 km entfernten Campingplatz zu fahren, der im Navigationsgerät angegeben war. In Fethiye angekommen, mussten wir aber feststellen, dass dieser und zwei weitere Plätze nicht (mehr) existierten. Wir beschlossen weiter Richtung Ölüdeniz zu fahren, wo wir schliesslich einen Campingplatz fanden. Wir lockerten unsere müden Glieder mit einem ausgiebigen Schwumm im Meer.

30.6.2012

Heute war „Fläzitag“. Ein Autofreier Tag war mal wieder nötig! Wir mieteten für eine Stunde ein Kanu und erkundeten die Lagune bei Ölüdeniz, an der laut Reiseführer der schönste Strand der Türkei liegt. Den Rest des Tages verbrachten wir mit sonnenbaden, lesen und schwimmen.