1.6.2012

Nach einer ruhigen Nacht kämpften wir uns am Morgen die Strasse vom Dajti Nationalbark herunter und durch Tirana hindurch. Die Karten von Albanien im Navigationsgerät sind sehr schlecht, so dass wir uns mehr nach der allgemeinen Richtung orientieren mussten. Autofahren in Tirana ist wirklich ein Abenteuer. Verkehrsregeln scheint es keine zu geben bzw. keiner hält sich daran. Überholt wird überall und jederzeit muss mit einem üblen Schlagloch gerechnet werden. Wir waren auf jeden Fall froh, wieder aus Tirana raus zu sein und fuhren Richtung Durres und von dort zum Campingplatz in der Nähe von Kavaje. Kurz vor dem Campingplatz kauften wir noch ein paar Lebensmittel in einem „Supermarket“. Die Rechnung wird da noch von Hand gemacht und die Preise an jedem Produkt waren auch von Hand angeschrieben. In Albanien prallt das Moderne mit dem Alten zusammen. Auf der Strasse überholten uns teure Mercedes aber auch öfters kamen uns Traktoren oder Pferdefuhrwagen entgegen. Überall wird gebaut, doch die meisten Häuser stehen dann halb fertig gebaut leer und sind zum Verkauf (shitet) angeschrieben.
Der Campingplatz machte einen sehr ordentlichen Eindruck und wir bezogen einen Stellplatz direkt am Strand. Nach dem Sonnenuntergang nahmen wir im Restaurant noch einen Schlummertrunk. Es war leider nicht so gemütlich, denn wir wurden von Mücken geradezu umschwärmt und auch gestochen.

2.6.2012

Das heutige Ziel war Berat. Die Strassen waren teilweise in erstaunlich gutem Zustand. Nach einem Zwischenstopp in Ura-Vajgurore trafen wir in Berat ein und wollten sogleich zur Burg hinauf fahren. Wir hatten am Morgen auf dem Campingplatz von einem Holländer den Tipp erhalten, dass wir bei der Taverne Lazarus bei der Burg gratis übernachten können, wenn wir dort zu Abend essen. Wir folgten also den Wegweisern zur Burg und landeten auf einer steilen Kopfsteinpflasterstrasse. Die Steine waren sehr rutschig und nach einer kurzen Strecke drehten die Vorderräder unseres VW-Busses nur noch durch. Beim Rückwärtsfahren touchierten wir ganz leicht einen Strommasten und steckten fest. Es ging weder vor-noch rückwärts. Glücklicherweise waren sofort drei-vier hilfsbereite Personen zur Stelle, die halfen unseren VW-Bus ein paar Meter aufwärts zu schieben, so dass wir dann weiter rückwärts bis zu einem Wendepunkt fahren konnten. Ein Trinkgeld als Dank lehnten sie alle vehement ab. Wir bedankten uns und gingen halt zu Fuss hinauf zur Burg. Wir wunderten uns schon, wie denn die Holländer mit ihrem grossen Wohnmobil diese Strasse hinauf gekommen sind. Nach dem Rundgang durch die Burg sahen wir dann auch die weitere Strasse, die nach oben führt.
Wir holten unseren Camper, bewunderten von unten noch die vielen schönen alten Häuser am Burghügel und fuhren ohne Probleme zu der Taverne hoch. Das Nachtessen in der Taverne schmeckte ausgezeichnet, auch wenn wir wegen der Sprachlichen Barrieren nicht das eigentlich Bestellte erhielten. Das Nachtessen mit Vorspeise, Hauptspeise, Dessert und Wein kostete ca. CHF 20.-.

3.6.2012

Wir verabschiedeten uns vom Besitzer der Taverne (Hr. Lazarus? so der Name des Lokals) und machten uns auf Richtung Gjirokaster. Gemäss GPS sollten wir für diese Strecke 3Std.20 benötigen. Wir erreichten unser Ziel nach ca. 5 Std. Da die Strassen kurvenreich und voller Löcher sind, war es nicht möglich, rasch voran zu kommen. In Ballsh war noch Markt - das an einem Sonntag - und da war die Hauptstrasse mit Ständen besetzt. Wir mussten einen Umweg auf einer staubigen Strasse fahren. Dabei konnten wir beobachten, wie ein paar Frauen mit lebendigen Gänsen, die sie wahrscheinlich auf dem Markt gekauft haben, nach Hause gingen. Die Fahrt war sehr abwechslungsreich und hügelig. In Gjirokaster stiegen wir zu der riesigen Burgruine hoch. Das Gebäude mit einer Gesamtlänge von 500 m ist sehr eindrücklich. Der erste Teil des Schloss wurde im 4. Jh BC gebaut. Weitere Teile folgten im 12. – 18. Jahrhundert. Das Schloss war auch mal ein Gefängnis und soll immer wieder Schriftsteller inspiriert haben. Auf dem Weg hinunter assen wir in dem hübschen Städtchen, welches zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, eine Kleinigkeit.
Da wir keinen geeigneten Platz zum Übernachten fanden, fuhren wir weiter an die Küste. In und um Sarande suchten wir vergebens nach einem Campingplatz. Die Strassen in Albanien sind sehr schlecht oder kaum beschildert und weil unser Navigationsgerät die kleineren Strassen nicht findet, müssen wir uns auf unsere nicht sehr detaillierte Strassenkarte verlassen. Um 19.00 Uhr beschlossen wir, einfach ans Meer zu fahren und dort wieder wild zu campieren. Als Dusche nahmen wir einen Schwumm im Meer. Das war ebenso erfrischend!

4.6.2012

Die Ruinen von Butrint waren für uns eher enttäuschend, aber wahrscheinlich sind wir halt ein bisschen anspruchsvoll. Der Eintritt war für albanische Verhältnisse recht teuer (700 Leke/Person entspricht ca. 7 CHF). Wir genossen den Rundgang durch die Ruinen trotzdem. Vor dem Eingang zum Gelände war eine Fähre in Betrieb, mit der man mit dem Auto über einen Meeresarm, der Butrint zu einer Halbinsel macht, übersetzen konnte. Wir erkundigten uns, ob wir von der anderen Seite einen Zollübergang nach Griechenland erreichen können. Weder im Navigationsgerät noch in unserer Karte war eine entsprechende Verbindung eingezeichnet. Uns wurde bestätigt, dass es einen Zollübergang gibt und wir entschlossen uns, die Fähre zu nehmen. Diese Abkürzung ersparte uns ca. 3h Reisezeit. Der Fährmann sprach noch mit einem Griechen, der ebenfalls die Fähre benutzte, ob wir ihm nicht bis zur Grenze folgen könnten, da die Beschilderung in Albanien sehr mangelhaft ist. So folgten wir nach der Fähre die letzten Kilometer in Albanien dem freundlichen Griechen. Vor dem Grenzübergang verabschiedeten wir uns und gaben an einem Imbissstand die letzten Leke für Essen und Getränke aus. Die Strassen in Griechenland waren sofort wieder viel materialschonender als auf der albanischen Seite, so dass wir nach ca. 30 Minuten den ausgesuchten Campingplatz erreichten. Auf dem Campingplatz stellten wir fest, dass auch die Preise wieder ein ganz anderes Niveau hatten.

5.6.2012

Heute war Flääzitag! Bis am Nachmittag zogen mehrere Gewitter über uns hinweg und wir vertrieben uns die Zeit mit spielen und lesen. Zum Nachtessen gehen wir in die Taverne auf dem Campingplatz.