20.5.2012

Nach dem Morgenessen brachen wir bei strahlendem Wetter auf nach Split. Wir fuhren der Küstenstrasse entlang, die uns immer wieder schöne Ausblicke auf die Dalmatinische Küste und die vielen vorgelagerten Inseln bot.
Nach ca. 2 Stunden hatten wir den Campingplatz in Stobrec bei Split erreicht.
Wir lasen noch in unseren Büchern und machten nach dem Nachtessen einen Spaziergang durch Stobrec. In einem Strassencafé beobachteten wir die jungen Kroatinnen und Kroaten, die sich nicht sehr von den jungen Leuten bei uns unterscheiden, ausser dass alle andauernd am Rauchen sind.

21.5.2012

Es hatte in der Nacht wieder etwas geregnet Der Morgen war bewölkt aber trocken und es ging wieder ein heftiger Wind. Nach dem Frühstück fuhren wir mit einem öffentlichen Bus die ca. 7 km nach Split.
Die Altstadt ist eine Mischung von römischen Ruinen mit diversen An- und Umbauten aus verschiedensten Zeitepochen. Es bot sich uns ein ziemlich chaotisches Bild: Der Gemüse- und Fischmarkt, all die Touristen und die verschiedenen in- und nebeneinander gebauten Häuser und Ruinen.
Neben der Altstadt ist der Hügel Marjan sehenswert. Von diesem bewaldeten Teil, der seine Nase ins Meer streckt, bietet sich ein schöner Ausblick auf die Stadt und die Bucht. Darin lagen ein paar sehr eindrückliche Kreuzfahrtschiffe.
Um ca. halb vier hatten wir alles gesehen, was wir wollten und führen in einem total überfüllten Bus zurück auf den Campingplatz.

22.5.2012

Der prasselnde Regen auf dem Autodach weckte uns am Morgen. Als wir nach dem Frühstück den Campingplatz verliessen war es noch immer stark bewölkt. Wir fuhren als erstes zu einer VW-Werkstatt um die Schiebetüre reparieren zu lassen oder uns zumindest Tipps zu holen, wie wir die Türe vollständig schliessen können, wenn die Zuziehhilfe streikt. Bei der Werkstatt angekommen funktionierte die Türe plötzlich wieder tadellos und Tipps konnten sie uns auch nicht geben. Tja, mal schauen, wann sie das nächste Mal streikt.
Danach gingen wir einkaufen und fuhren anschliessend los Richtung Mostar. Die Zöllner an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina wollten es ganz genau wissen und kontrollierten die Autopapiere und durchsuchten auch das Auto. Da sie nichts Ordnungswidriges fanden, passierten wir relativ schnell die Grenze.
In Mostar wollte uns das Navigationsgerät auf dem Weg zum Zeltplatz direkt über die bekannte alte Brücke führen; dass die Brücke schon lange nicht mehr befahren werden darf, ist den Kartenlieferanten wohl entgangen. So trafen wir auf einen Mann, der uns unbedingt einen Parkplatz für 10 Euro verkaufen und nicht begreifen wollte, dass wir einfach einen Campingplatz suchten. Sein Kumpel kam uns dann zu Hilfe und organisierte auch noch eine Frau, die uns auf Deutsch sagen konnte, wo es lang geht zum Campingplatz. Unser Navigationsgerät führte uns weiter über eine abenteuerliche Route zum Campingplatz. Auffallend und neu seit Kroatien waren für uns die vielen Moschen. Nun sind wir gespannt, ob wir den Muezzin auch rufen hören. Auf dem Platz checkten wir ein und lasen vor dem Abendessen noch etwas in unseren Büchern.

23.5.2012

Gegen Mittag fuhren wir mit dem Bus nach Mostar. Auffallend in Bosnien-Herzegowina ist, dass sehr viele Leute fast andauernd und überall rauchen. So war es nicht verwunderlich, dass und der Buschauffeur die Tickets mit einer Zigarette im Mund verkaufte, obschon in den von den Japanern gesponserten Bussen überall Nichtrauchersymbole aufgeklebt sind.
In Mostar schlenderten wir durch die Altstadt zur alten Brücke, die im November 1993 durch Kriegsaktionen zerstört und im Jahr 2004 nach dem Wiederaufbau neu eingeweiht wurde.
Überall in Mostar sind noch Narben des Jugoslawien-Krieges von 1992 bis 1995 sichtbar. Es gab immer wieder Fassaden mit unzähligen Einschusslöchern zu sehen.
Nach dem Mittagessen, das wir uns in einer Bäckerei kauften und einem Kaffee in einem Bistrot fuhren wir mit dem Bus zurück bis Blagaj. Dort gibt es ein altes (jedoch neu renoviertes) Kloster des Dervishordens Bektasi. Im Innenhof gönnten wir uns einen türkischen Tee. Direkt neben dem Kloster entspringt die Buna aus einer Höhle. Auf dem Weg zurück zum Camping kauften wir eine Schale mit Kirschen, die werden nun an jeder Strassen-Ecke angeboten.

24.5.2012

Die heutige Etappe führte uns von Blagaj nach Dubrovnik.
Unterwegs machten wir Zwischenhalte in Pocitelj und Radimlja. Pocitelj ist an einem Fluss gelegen und klebt an einem Hang. Die schöne kleine Stadt hat alte Stein-Häuser und -Dächer, eine Moschee und eine Burg, die über allem thront. In Radimlja können Steingräber mit ca. 15 imposante Grabsteine mit Gravuren aus dem 15. und 16. Jahrhundert besichtigt werden.
Der Weg von Radimlja bis Neum führte uns durchs Gebirge an die Küste. In Neum vor dem Grenzübergang von Bosnien-Herzegowina nach Kroatien investierten wir den Rest unserer Marks in eine Zwischenmalzeit aus Borec. Bis nach Dubrovnik fuhren wir der Küste entlang und genossen einmal mehr die schönen Ausblicke auf die vielen vorgelagerten Inseln.
Auf dem Campingplatz war ohne Gehörschütze bis um 2 Uhr morgens nicht ans Schlafen zu denken, da der DJ der nahegelegenen Openairdisco sein bestes gab.

25.5.2012

Heute stand Dubrovnik auf dem Programm. Wir starteten erst nach dem Mittagessen. Auch die Altstadt von Dubrovnik wurde während des Krieges stark beschädigt. Davon ist heute aber nicht mehr viel zu sehen, denn fast alle Gebäude wurden wieder aufgebaut. Auf dem Rundgang über die Stadtmauer geniesst man wunderschöne Ausblicke auf das Meer und auf die Dächer der Altstadt, die alle in einem hellen rot leuchten. Auf dem ganzen Weg geht es immer wieder Treppauf und –ab. Von der Stadtmauer aus erblickten wir auch das Restaurant, in dem wir zu Abend essen wollten. Nachdem wir uns ein Eis gegönnt hatten und lange durch die Gassen geschlendert waren, machten wir uns Treppauf zum Restaurant in der Nähe der Stadtmauer. Wir waren etwas früh dran, aber es waren schon recht viele Gäste anwesend. Von unseren Tisch konnten wir schön über die Dächer der Stadt hinwegsehen und erhaschten noch die letzten Sonnenstrahlen. Das Essen schmeckte ausgezeichnet und vor dem Restaurant bildete sich eine Schlange wartender Personen. Unsere französischen Tischnachbarn teilten uns mit, dass das Restaurant „Lady Pi-Pi“ in den meisten Reiseführern als eine der besseren Adressen in Dubrovnik aufgeführt ist und dem haben wir nichts hinzuzufügen.

26.5.2012

Nach einem kurzen Abstecher nach Cavtat, einem etwas touristischen Fischerdörfchen, machten wir uns durch ein Gewitter auf Richtung Montenegro. Damit wir unsere Reichweite ohne zu tanken etwas vergrössern können (Unser Fahrzeug braucht ja Eurodiesel und der soll in Montenegro und vor allem in Albanien nicht überall erhältlich sein.) kauften wir in einer Tankstelle noch einen Kanister, den wir mit Diesel füllten. Der erste Kanister war leider undicht. Der Tankwart wollte das Loch mit etwas Klebeband „abdichten“ und meinte, das sei jetzt gut so. Zu seinem Erstaunen bestand ich darauf, einen anderen Kanister zu bekommen und den Diesel umzufüllen. Vor der Montenegrinischen Grenze trafen wir auf eine „endlos“ lange Baustelle. Während fast 10 km wurde auf Kies gefahren und in Teilabschnitten wurde der Verkehr über Lichtsignalanlagen geregelt. Leider wurde der frisch angelieferte Kies so unglücklich abgeladen, dass ein kreuzen bei der Signalanlage nicht mehr möglich war, was zu einem ziemlichen Chaos führte. Der Grenzübertritt nach Montenegro gestaltete sich problemlos und auch die Sonne zeigte sich zwischen den Wolken wieder.
Bei den Campingplätzen werden wir, nach den ersten Erfahrungen, wohl bezüglich Sauberkeit und Ausstattung in Montenegro und Albanien grössere Abstriche machen müssen...